Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit Hoffenheim-Experte Niko Beck von der Rhein-Neckar-Zeitung | OneFootball

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Rund um den Brustring

·11. September 2026

Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit Hoffenheim-Experte Niko Beck von der Rhein-Neckar-Zeitung

Artikelbild:Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit Hoffenheim-Experte Niko Beck von der Rhein-Neckar-Zeitung

Nur weni­ge Mona­te nach dem vor­ent­schei­den­den Spiel um die Cham­pi­ons League tritt der VfB erneut in Sins­heim an. Wir spra­chen mit Niko Beck, stell­ver­tre­ten­der Res­sort­lei­ter Sport der Rhein-Neckar-Zei­tung, über die Lage im Kraich­gau.

Rund um den Brust­ring: Hal­lo Niko und vie­len Dank, dass Du uns wie­der für unse­re Fra­gen zur Ver­fü­gung stehst. Die TSG Hof­fen­heim ist mit zwei 2:3‑Niederlagen in die Sai­son gestar­tet — etwas über­ra­schend in Köln, etwas weni­ger über­ra­schend daheim gegen Dort­mund. Wie ord­nest Du den Sai­son­start ein?


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Niko: Hi Lenn­art, immer ger­ne. Es ist schwie­rig den Sai­son­start ver­nünf­tig ein­zu­ord­nen. Einer­seits waren die Leis­tun­gen in bei­den Spie­len mehr als in Ord­nung. Die ers­te Stun­de gegen Dort­mund sogar rich­tig stark. In Köln lag man zwei­mal in Füh­rung, ver­schoss zusätz­lich einen Elf­me­ter. Und gegen den BVB stand’s nach einer Stun­de sogar 2:0. Dass den­noch bei­de Spie­le aus der Hand gege­ben wur­den, hat den Druck vorm Duell mit dem VfB natür­lich erhöht. Mit null Punk­ten nach drei Run­den will nie­mand in die eng­li­schen Wochen star­ten – auch die TSG Hof­fen­heim nicht.

Auf dem Trans­fer­markt hat man die Ablö­se, die New­cast­le für Bazo­u­ma­na Tou­ré gezahlt hat, in Spie­ler wie Nathan de Cat — an dem auch der VfB inter­es­siert war -, Adam Dag­him, Mats Rots, Patrick Wim­mer Cajet­an Lenz inves­tiert, gleich­zei­tig gab man Gri­scha Prö­mel ablö­se­frei an den VfB ab, ver­kauf­te Muham­med Damar und Haris Taba­ko­vic und trenn­te sich ablö­se­frei von Spie­lern wie Atti­la Sza­lai, Kevin Akpo­gu­ma und Den­nis Gei­ger. Wie bewer­test Du den Trans­fer­som­mer von Andre­as Schi­cker?

Sehr gut. Andi Schi­cker ist vor zwei Jah­ren mit einem kla­ren Plan in Hof­fen­heim ange­tre­ten. Der wur­de auch im Som­mer kon­se­quent ver­folgt. Es wur­den 66 Mil­lio­nen Euro in neue Spie­ler inves­tiert, mehr als jemals zuvor in einer Trans­fer­pe­ri­ode die­ses Klubs. Patrick Wim­mer ist mit 25 Jah­ren der ältes­te aller Neu­en. Im Schnitt waren die Neu­zu­gän­ge nur knapp über 20 Jah­re alt. Sprich: Es wur­den hoff­nungs­vol­le Talen­te geholt, an denen auch ande­re euro­päi­sche Klubs Inter­es­se hat­ten. Dass Dag­him, De Cat, Rots oder auch Lenz den­noch im Kraich­gau gelan­det sind, spricht dafür, dass „Hof­fe“ sich inzwi­schen einen guten Ruf als Kar­rie­re-Zwi­schen­schritt erar­bei­tet hat. Auch, weil die­se Talen­te und deren Bera­ter wis­sen, dass die TSG ihnen bei ent­spre­chen­den Ange­bo­ten kei­ne Stei­ne in den Weg legt. Es geht immer auch um Markt­wert­stei­ge­run­gen, weil Hof­fen­heim im Liga­ver­gleich umsatz­schwach und auf Trans­fer­er­lö­se ange­wie­sen ist. Bazo­u­ma­na Tou­ré, andert­halb Jah­re zuvor für rund 10 Mil­lio­nen Euro geholt, ging im Som­mer für 50 nach New­cast­le. Sei­ne Ent­wick­lung dient Schi­cker und Co. als Blau­pau­se.

In der ver­gan­ge­nen Sai­son sicher­te sich der VfB im End­spurt noch den vier­ten und letz­ten Cham­pi­ons-League-Platz vor Lever­ku­sen und eben Hof­fen­heim. Wie ent­täuscht war man nach dem Ver­pas­sen der Königs­klas­se und was traust Du der Mann­schaft, auch mit den Ver­än­de­run­gen im Som­mer, in die­ser Spiel­zeit zu?

Wer so dicht an den Fleisch­töp­fen der Königs­klas­se ist, darf ent­täuscht sein, wenn es „nur“ Rang fünf wird. Den­noch darf nie­mand ver­ges­sen, wo der Klub her­kam: aus dem Abstiegs­kampf. Das konn­ten und kön­nen auch die Ver­ant­wort­li­chen nach wie vor rich­tig ein­ord­nen. Zuletzt war es lei­der immer so, dass die Spiel­zei­ten mit Euro­pa­po­kal-Ver­pflich­tun­gen in der Liga holp­rig lie­fen. Sowohl 2020/2021 als auch 2024/2025 war don­ners­tags Euro­pa League ange­sagt – und an den Wochen­en­den dann eben Kri­sen­kick im Bun­des­li­ga-Kel­ler. Daher muss der Anspruch die­ses Mal sein, sta­bil zu blei­ben und im Ide­al­fall erneut um die ers­ten sechs Plät­ze mit­zu­spie­len. Umso ärger­li­cher sind daher die bei­den Auf­takt-Nie­der­la­gen.

Wo siehst Du in die­ser Sai­son die Stär­ken und Schwä­chen der TSG?

Das Team von Chris­ti­an Ilzer ist jung, spielt dyna­misch, aggres­siv gegen den Ball und schnör­kel­los nach vor­ne. In Sachen Lauf­leis­tung, egal ob Kilo­me­ter oder inten­si­ve Läu­fe, macht Ilzers Jungs nach wie vor nie­mand was vor. Zudem sind die Abläu­fe ein­ge­spielt, die Auto­ma­tis­men pas­sen nach der zwei­ten voll­stän­di­gen Vor­be­rei­tung unter dem Öster­rei­cher und sei­nem Trai­nier­team. Wenn du aller­dings mehr­fach Füh­run­gen ver­spielst und nach zwei Spie­len bei sechs Gegen­tref­fern stehst, spricht das dafür, dass du zu leicht Tore kas­sierst. Und in Abwe­sen­heit von Fis­nik Aslla­ni, der ja über­ra­schend im Kraich­gau geblie­ben ist, aber wegen Knie­pro­ble­men und Trai­nings­rück­stand bis­lang noch kei­ne Opti­on war, fehlt es vor­ne auch noch an der Effi­zi­enz vorm Tor.

Neben dem Platz scheint es nach tur­bu­len­ten Jah­ren wie­der etwas ruhi­ger zuzu­ge­hen — täuscht der Ein­druck?

Nein, der Ein­druck täuscht nicht. In der Tat ist nach den ver­rück­ten Herbst- und Win­ter­mo­na­ten Ruhe ein­ge­kehrt. Im Trai­nings­la­ger baten Geschäfts­füh­rung und Gesell­schaf­ter die Jour­na­lis­ten zur „Ele­fan­ten­run­de“. Dass bei der TSG Hof­fen­heim die bei­den Gesell­schaf­ter (also die Kapi­tal­sei­te mit Gerd Oswald als Ver­tre­ter von Diet­mar Hopp sowie Prä­si­dent André Kreuz­wie­ser für den e.V.) zusam­men mit den Geschäfts­füh­rern Schi­cker und Dani­el För­de­rer, der für alles Kauf­män­ni­sche zustän­dig ist, an einem Tisch saßen und öffent­lich über den gemein­sa­men Weg und die Zie­le plau­der­ten, gab es zumin­dest in mei­ner Zeit als Repor­ter über die­sen Klub noch nie.

Wer fällt denn am Sams­tag bei den Haus­her­ren aus und wel­che Start­elf erwar­test Du?

Ob die zuletzt ver­letz­ten Alex Prass und Aslla­ni wie­der im Kader ste­hen kön­nen, lässt sich – Stand Frei­tag­vor­mit­tag – noch nicht sagen. Ich gehe davon aus, dass Andrej Kra­ma­ric nach sei­ner Leis­ten­ope­ra­ti­on erst­mals wie­der von Beginn an spie­len wird. Ansons­ten erwar­te ich nicht all­zu vie­le Ände­run­gen. Bau­mann im Tor, Cou­fal und Rots auf den Außen­bah­nen, Kabak und Haj­da­ri in der Innen­ver­tei­di­gung. Avdul­la­hu ist auf der Sechs gesetzt. Bur­ger im Zen­trum eigent­lich eben­falls. Dazu Kra­ma­ric, ver­mut­lich Lem­per­le, Dag­him und Wim­mer oder Hlo­zek.

Zum Abschluss: Dein Tipp für das Spiel?

Ich erwar­te vie­le Tore, könn­te mit einem 3:3 gut leben, mir aber auch ein drit­tes 2:3 hin­ter­ein­an­der durch­aus vor­stel­len.

Titel­bild: © Chris­ti­an Kas­par-Bart­ke/­Get­ty Images

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