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·10. Juli 2026

Sadio Manés Abschied: Der Nationalheld darf nur noch zuschauen

Artikelbild:Sadio Manés Abschied: Der Nationalheld darf nur noch zuschauen

Nach dem WM-Aus gegen Belgien beendet Sadio Mané seine Länderspielkarriere und bietet dem Verband eine Rolle als Trainer oder Funktionär an.

Es gibt Abschiede, die man sich anders wünscht, und dann gibt es diesen. Sadio Mané tritt aus der senegalesischen Nationalmannschaft zurück, nachdem sein Land im Sechzehntelfinale gegen Belgien eine 2:0-Führung bis kurz vor Schluss verspielt hat. Der Ausgleich fiel in der regulären Spielzeit, das entscheidende Tor per Elfmeter in der Nachspielzeit der Verlängerung. 130 Länderspiele, 54 Tore, ein Afrika-Cup, zweimal Afrikas Fußballer des Jahres – und am Ende ein Spiel, das für alles steht, was Fußball an einem einzigen Nachmittag geben und wieder nehmen kann.


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Bemerkenswert ist die Randnotiz, die keine ist: Mané stand beim Untergang nicht mehr auf dem Platz. In der 93. Minute wurde er ausgewechselt, bei einer Führung, die sicher schien. Was danach passierte, geschah ohne ihn. Für einen Spieler, der seine Nation über Jahre getragen hat, ist das eine grausame Pointe. Der Nationalheld darf am Ende nur zuschauen, wie das Werk zerfällt.

Man sollte diesen Rücktritt trotzdem nicht als Kapitulation lesen. Mit 34 Jahren, drei Weltmeisterschaften auf dem Konto – 2018 in Russland, 2022 in Katar, zuletzt in den USA, Mexiko und Kanada – ist der Zeitpunkt nicht überstürzt, sondern konsequent. Dass Mané die Entscheidung in einem Abschiedsbrief formuliert, aus dem Le Quotidien zitiert, gibt dem Ganzen eine Würde, die das Spiel selbst verweigert hat. Wer so lange oben stand, hat das Recht, den Schlusspunkt selbst zu setzen, statt ihn setzen zu lassen.

Interessanter als das Ende ist, was Mané für den Anfang danach ankündigt. Er wolle dem Verband zur Verfügung stehen, "sei es im Trainerstab, auf der Trainerbank oder in Führungsgremien". Das ist mehr als eine Höflichkeitsfloskel zum Abschied. Es ist ein Angebot, und es ist ungewöhnlich konkret. Spieler dieser Statur verabschieden sich oft mit vagem Dank und verschwinden dann in die Sphären, die ein Vertrag bis 2027 bei Al Nassr FC eröffnet. Mané benennt stattdessen Funktionen.

Ob daraus etwas wird, entscheidet sich nicht heute. Mané spielt weiter, in Saudi-Arabien, an der Seite von Cristiano Ronaldo, und die Bank oder das Führungsgremium sind Fragen für das übernächste Kapitel. Aber die Richtung, die er andeutet, ist die eines Mannes, der seinem Fußball etwas zurückgeben will, statt ihn nur zu verlassen. Der Weg vom Champions-League-Sieger und Meister in England und Deutschland hin zum Funktionär oder Trainer ist kein selbstverständlicher, und viele, die ihn ankündigen, gehen ihn nie.

Für den senegalesischen Fußball wäre es ein Gewinn, wenn dieser Satz kein Abschiedssatz bliebe, sondern eine Zusage. Ein Land, das einen Spieler wie Mané hervorgebracht hat, kann seine Erfahrung auf der Bank oder im Verband besser gebrauchen als in der Erinnerung. Das WM-Aus gegen Belgien wird man in Senegal lange nicht vergessen. Es wäre ein kleiner Trost, wenn ausgerechnet dieser Abend den Anstoß gäbe für einen, der nach der Karriere bleibt: nicht als Denkmal, sondern als Mitarbeiter.

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