Said El Mala: Zwischen erhoffter Entwicklung und einer überbordeten Erwartungshaltung | OneFootball

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·3. März 2026

Said El Mala: Zwischen erhoffter Entwicklung und einer überbordeten Erwartungshaltung

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Said El Mala: Zwischen erhoffter Entwicklung und einer überbordeten Erwartungshaltung

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Simon Bartsch

3 März, 2026

Der Aufstieg des Kölner Shootingstars zu Beginn der aktuellen Saison war beeindruckend. Das mediale Interesse und die Erwartungshaltung gegenüber dem 19-Jährigen wuchs rasant und wurde durch die erbrachten Leistungen weiter geschürt. Doch die Kurve stagniert beim 1. FC Köln: Kann Said El Mala die in ihn gesetzten Erwartungen überhaupt erfüllen?

Dass die Formkurve des jungen Talents nicht weiter ungebremst in die Höhe schießen würde, war abzusehen. Die von vielen erwartete und erhoffte Entwicklung kann der Youngster aktuell nicht immer konstant nachweisen – jedenfalls noch nicht.

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Said El Mala beim Spiel des 1. FC Köln

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Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte Lukas Kwasniok auf einer Pressekonferenz im Vorfeld eines Ligaspiels belustigt fest, dass zum ersten Mal keine Frage zu Said El Mala gestellt worden sei. Der Hype um den Kölner Shootingstar hat die erste Delle erhalten. Das kam nicht sonderlich überraschend, immerhin war der sportliche Aufstieg besonders rasant. Newcomer 3. Liga, Startdebüt Bundesliga, erstes Tor Bundesliga, erster Startelf-Einsatz, Nominierung Nationalmannschaft, Topscorer der Geißböcke, Millionenangebote aus England, das alles in wenigen Monaten – schon naturgemäß war es nur eine Frage der Zeit, bis die Kurve das erste Mal nicht mehr nur steil bergauf gehen würde. Womöglich hatten sich viele Fans des Shootingstars diesen Moment erst nach einer glorreichen WM erhofft, bei der der Youngster vielleicht eine entscheidende Rolle eingenommen hätte.

„Das ist zu wenig“

Ob der Kölner Offensivspieler am Endturnier in den USA, in Mexiko und Kanada teilnehmen wird, ist aktuell mindestens fraglich, wenn nicht sogar unwahrscheinlich. Julian Nagelsmann hat im „Kicker“ ziemlich klare Worte gefunden. Schon im November vergangenen Jahres hatte der Bundestrainer dem Kölner Talent die Hausaufgabe mitgegeben, Stammspieler zu werden. Vier Monate später hat der 19-Jährige das noch nicht geschafft. „50 Prozent seien zu wenig“, so der Tenor von Nagelsmann. Zu der Stammplatzfrage gehören bekanntlich immer zwei Parteien. Zum einen der Trainer, der Woche für Woche die beste Aufstellung finden soll, auf der anderen Seite der Spieler, der sich diese mit Leistung erarbeiten und rechtfertigen muss. In den Sozialen Medien wird schon seit Wochen oder Monaten über die richtige Rolle von Said El Mala diskutiert. Die meisten Kommentatoren wünschen sich mehr Spielzeit, mehr Einsätze von Beginn an.

So auch am vergangenen Freitag, als der Youngster wieder nicht in der Startelf stand. Wenn auch aus gutem Grund, wie Lukas Kwasniok nach dem Spiel erklärte. Immerhin hatte der 19-Jährige unter der Woche aufgrund muskulärer Probleme nicht voll trainieren können. Kwasniok erklärte, dass mehr als 30 Minuten einfach nicht drin gewesen wären. Eine verständliche und logische Entscheidung. Eine Entscheidung, die angesichts der aktuellen Verletzungsmisere notwendig erschien. Und doch kochten auch nach dem trostlosen Auftritt gegen den FCA die Kritiken für die Maßnahme hoch. Fakt ist, El Mala ist der Topscorer der Kölner, war an vielen Punkten maßgeblich beteiligt, vielleicht sogar so etwas wie ein Punktelieferant, eine Art Lebensversicherung der Hinrunde. Die Qualität des Youngsters ist jedenfalls unumstritten. Der Wunsch der Fans ist also durchaus verständlich.

Eine Erziehungsmaßnahme?

Ob er deswegen berechtigt ist, ist von außen nicht zu beantworten. Genauso wenig, die Frage nach der effektiveren Rolle. Beim FC ist man bemüht, die richtigen Schritte für die beste Entwicklung zu finden. Vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass Trainer und Spieler dabei möglicherweise anderer Ansicht seien. Im Doppelpass brachte Moderatorin Valentina Maceri noch eine weitere Sichtweise ins Spiel: „Man hat das Gefühl, er versucht, El Mala zu erziehen – was ja auch okay ist. Aber wenn ich in so einer Situation stecke wie Köln, dann muss ich einfach die besten Spieler auflaufen lassen, die mir die Punkte holen können“, sagte die ehemalige Fußballerin. „Da muss man vielleicht manchmal auch auf diese Erziehungsmaßnahmen verzichten, weil der Spieler einfach die Leistung bringt.“

Diese Einschätzung teilt der Bundestrainer jedenfalls nicht. „Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht“, erklärte Nagelsmann. Man sollte durchaus davon ausgehen, dass Lukas Kwasniok die prekäre Lage bei den Geißböcken richtig einordnet und er demnach die aus seiner Sicht beste Elf aufstellt – wohlgemerkt aus seiner Sicht. Eher unwahrscheinlich ist es, dass Geschäftsführer Thomas Kessler eine „Erziehungsmaßnahme“ durchwinken würde.

El Mala in der Leistungsdelle?

Tatsächlich scheinen sich Bundestrainer und FC-Coach auch in der Bewertung des Spielers einig. Denn beide monierten bereits, dass El Mala gerade in der Defensive, beim Spiel gegen den Ball seine Defizite habe. Der Kölner Shootingstar arbeite nicht ausreichend mit zurück, so sind die Äußerungen zu verstehen. Tatsächlich fällt der Youngster zudem immer mal wieder durch einen gewissen Eigensinn auf. Vielleicht ein entscheidender Faktor eines Highlight-Spielers, vielleicht ein Grund für seine Stärke, seinen Erfolg. Insgesamt waren die Leistungen gerade in der Offensivbewegung im Jahr 2026 aber eher durchwachsen. Mal abgesehen von dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim glänzte der Youngster zuletzt eher selten, kommt in diesem Jahr auf zwei Tore, einen Assist. Sicher auch, weil sich die Gegner auf die Spielweise des gebürtigen Krefelders eingestellt haben. Aber vielleicht nicht nur.

Noch in der Hinrunde war El Mala einer der Dribbelkönige der Liga (46 Dribblings). Nur Yan Diomande (54) und Michael Olise (48) gingen knapp öfter in ähnliche Situationen. Der Kölner setzte sich in 26 Fällen durch – ebenfalls ein Topwert. In der Rückrunde kommt El Mala auf neun Dribblings (vier erfolgreiche), Diomande auf 36. Der Kölner belegt ab dem 18. Spieltag in dieser Statistik „nur“ noch den 22. Rang. In der Hinrunde hatte der 19-Jährige 33 Mal den Abschluss gesucht, hatte dabei sieben Treffer erzielt, obwohl der xGoals-Wert nur vier bis fünf Tore erwarten ließ. In der Rückrunde waren laut xGoals-Wert zwei Treffer möglich, bislang steht einer zu Buche – bei etwa prozentual gleicher Spielzeit. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es der Youngster zurzeit schwerer hat oder sich schwerer tut. „Es wird der nächste Step sein, das unter erschwerten Bedingungen abzurufen“, erklärte Kwasniok vor einigen Wochen.

Said El Mala ist 19 Jahre alt

Insgesamt wirkt es so, als ginge ein nicht ganz unwichtiger Punkt bei der ganzen Diskussion im Netz des Öfteren unter. Said El Mala ist 19 Jahre alt. 19! Ein Youngster, der sportlichen Schwankungen ausgesetzt ist, der ganz sicher noch nicht sein volles Potenzial ausschöpfen kann, der sich noch mitten in seiner fußballerischen Entwicklung befindet. Und ein Youngster, der diese enorme Erwartungshaltung auch erst einmal wegstecken muss. Und dennoch wird Kwasniok – anders als Julian Nagelsmann – nur schwer auf den Punktelieferant verzichten können. Der Bundestrainer brachte das Kriterium für mehr Spielzeit und damit die Chance auf die WM haargenau auf den Punkt. „Es liegt an ihm selbst“, sagte der Bundestrainer. Bringt El Mala (auch defensiv) die Leistung, wird er beim FC spielen. Spielt er ausreichend, steigt die Chance auf eine WM. Und dann werden die Fragen um den Youngster wieder ganz von alleine kommen.


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