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·14. September 2026
Sandro Wagner für Hannover ? Titz ist weg, Barlemann übernimmt: Hannover hat entschieden – nur noch nicht alles

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Hannover. Am Montagabend hat Hannover 96 offiziell gemacht, was seit Sonntag feststand: Christian Titz ist nicht mehr Trainer. Der Klub stellte den 55-Jährigen und seinen Co-Trainer André Kilian mit sofortiger Wirkung frei – nach 15 Monaten, vier Punkten aus fünf Spielen und dem schwächsten Saisonstart seit fünf Jahren. Es ist der erste Trainerwechsel der 2. Bundesliga in dieser Saison, einen Tag nach dem ersten der Bundesliga in Mönchengladbach.
Wer nachfolgt, ließ der Verein offen. Sandro Wagner gilt als Top-Kandidat, Verhandlungen laufen und wurden laut „Bild“ von beiden Seiten bestätigt. Eine Einigung gibt es nicht. Am Sonntag gegen Bochum sitzt deshalb ein anderer auf der Bank.
Sportgeschäftsführer Jonas Boldt formulierte in der Mitteilung, was am Freitagabend in Nürnberg schon zwischen den Zeilen stand. Man habe gehofft, den Schwung der Vorsaison mitzunehmen – „das hat sich leider nicht in der gewünschten Form eingestellt“. Der Mannschaft habe es „in entscheidenden Momenten an Stabilität und Klarheit gefehlt“. Und dann der Satz, der über die fünf Spieltage hinausweist: „Zugleich sind negative Muster sichtbar geworden, die auch zum Ende der Vorsaison erkennbar waren.“ Bei ehrlicher Betrachtung fehle die Überzeugung, „dass wir in dieser Konstellation die notwendige Beständigkeit und Dynamik entwickeln werden“.
Das ist die Sprache eines Sportchefs, der die Entscheidung nicht auf fünf Spiele stützt, sondern auf ein Jahr. Titz hatte Hannover in der Vorsaison auf Platz vier geführt, 60 Punkte, zwei hinter dem Aufstiegsplatz, laut dpa „statistisch die beste Zweitliga-Saison“ des Klubs. Der Aufstieg ging an den letzten drei Spieltagen verloren. Boldt kam im Juni und ließ Titz im Amt – „erst mal“, wie er später sagte. Nach dem 1:2 in Nürnberg war das „erst mal“ vorbei. Der ursprüngliche Plan, Titz noch das Bochum-Spiel zu geben, hielt keine 72 Stunden.
Titz selbst bedankte sich beim Klub „für die Zusammenarbeit sowie bei den Fans für die tolle Unterstützung“ und wünschte der Mannschaft „viel Erfolg“. Kein Wort zur Trennung.
Der NDR beschrieb am Montag ein seit Wochen angespanntes Verhältnis zwischen Trainer und Sportchef: Unstimmigkeiten über Transferpolitik, Kadergröße – und über Torwart Pascal Loretz, den Boldt aus der Schweiz geholt und Titz nach einem Spiel aus der Mannschaft genommen hatte. Im Sommer hatte Titz öffentlich um Zugänge gebeten; Boldt antwortete, der Transfermarkt sei „kein Playstation-Spiel“. Dass Martin Kind, 82, Hauptgesellschafter und erklärter Titz-Fürsprecher, die Trennung zunächst bremste und am Montag freigab, ist der letzte Baustein.
Für das Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) übernimmt Lars Barlemann, 36, Trainer der U23, wie schon einmal in der vorletzten Saison. Ihm zur Seite stehen Christian Schulz und Levent Sürme, Letzterer aus dem bisherigen Titz-Stab. Danach folgt die Länderspielpause – zwei Wochen, in denen der Klub laut Mitteilung „zeitnah“ den Nachfolger klären will.
Der Name, um den es geht, ist Wagner. Der 38-Jährige ist seit seinem Aus beim FC Augsburg Ende 2025 ohne Verein – sieben Punkte aus elf Spielen hatten seine erste Bundesliga-Station beendet. Davor: Aufstieg mit Unterhaching 2023, Co-Trainer unter Nagelsmann beim DFB. Am Montagvormittag führte der kicker ihn noch als Favoriten beim FC Basel; am Nachmittag berichtete die „Bild“, Hannover habe das Rennen gemacht und Wagner werde am Dienstag das Training leiten. Die Vereinsmitteilung am Abend bestätigte davon nichts – außer, dass verhandelt wird. Zwei weitere Bewerber soll es geben. Die Neue Presse formuliert vorsichtig: „wenn der Deal klappt“.
Für Boldt wäre Wagner keine Sicherheitslösung, sondern eine Wette auf Energie und offensiven Fußball – so der NP-Kommentar. Für Wagner wäre Hannover die zweite Chance im deutschen Profifußball, mit dem Auftrag, den Titz nicht erfüllt hat. Ob sie zustande kommt, entscheidet sich in dieser Woche. Bis dahin trainiert der U23-Coach eine Mannschaft, die aufsteigen soll.







































