SC Freiburgs erstes Europapokalfinale: Schuster weint, Emery wartet | OneFootball

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·9. Mai 2026

SC Freiburgs erstes Europapokalfinale: Schuster weint, Emery wartet

Artikelbild:SC Freiburgs erstes Europapokalfinale: Schuster weint, Emery wartet

Freiburg bezwingt Braga mit 3:1 und trifft am 20. Mai in Istanbul auf Unai Emerys Aston Villa. Bei einem Sieg winkt die Champions League.

Manchmal fängt man eine Kolumne am besten bei den Tränen an. Julian Schuster hatte nach dem Schlusspfiff Tränen in den Augen, und wer den 41-Jährigen bei RTL reden hörte, merkte schnell, dass ihn die eigenen Gefühle mehr beschäftigten als die Taktiktafel. "Ich spüre eine unglaublich große Freude, wenn ich in die Gesichter der Menschen schaue", sagte er, "das ist das, was überwiegt, und was für alle Ewigkeiten bleiben wird." Ein Trainer, der vor knapp zwei Jahren das Erbe von Christian Streich angetreten hat, steht auf einmal dort, wo in Freiburg noch niemand gestanden hat. Das ist mehr als ein Arbeitserfolg, das ist eine biografische Markierung.


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Das 3:1 gegen Sporting Braga war der Moment, in dem der Sport-Club zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte ein europäisches Endspiel erreichte. Das 1:2 aus dem Hinspiel in der Vorwoche drehte Freiburg mit den eigenen Fans im Rücken, und nach 2:0 zur Pause war die Richtung gesetzt. Das Schöne an diesem Abend: Er war nicht gestohlen, nicht erschlichen, nicht ergattert. Er war erspielt.

Am 20. Mai geht es in Istanbul gegen Aston Villa, und damit beginnt die zweite Erzählung dieses Finales. Auf der Bank der Engländer sitzt Unai Emery, ein Trainer, der diesen Wettbewerb bereits viermal gewonnen hat. Man muss das kurz sacken lassen: Freiburg erreicht zum ersten Mal überhaupt ein europäisches Endspiel, und auf der Gegenseite steht der Mann, für den die Europa League über Jahre so etwas wie ein berufliches Wohnzimmer war. Die BBC sieht Villa deshalb und mit Blick auf Freiburgs Platz sieben in der Bundesliga klar als Favorit. Das ist keine Unverschämtheit, sondern eine Lesart der Formkurven.

Interessant ist, wie Freiburg mit dieser Rolle umgeht. Stürmer Igor Matanovic hat Villa "unfassbare Qualität" bescheinigt, zugleich aber angekündigt, mit "vollem Selbstbewusstsein" ins Spiel zu gehen. Das ist der Ton, den dieser Verein beherrscht: Respekt vor dem Gegner, aber keine vorauseilende Unterwerfung. Schuster hat es als Trainer auf seine Weise formuliert: "Das allerwichtigste ist in solchen Momenten, genau zu wissen, wer man ist." Ein Satz, der für Freiburg mehr ist als eine Trainerfloskel, weil die Identität hier tatsächlich Teil des Spielplans ist.

Dazu kommt die sportliche Rechnung, die man nicht unterschlagen sollte. Gewinnt Freiburg das Finale, winkt in der kommenden Saison ein Startplatz in der Champions League. Parallel kämpft das Team in der Bundesliga noch um Platz sieben, der die Teilnahme am Europacup in der kommenden Spielzeit garantieren würde. Am Sonntag geht es um 15.30 Uhr beim Hamburger SV weiter, die Liga zwingt also schnell wieder zur Sachlichkeit.

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