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·21. Januar 2026
SC Freiburgs Fans boykottieren das Maccabi-Spiel und senden das falsche Signal

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·21. Januar 2026

Die aktive Fanszene bleibt dem Europa-League-Heimspiel fern und protestiert gegen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Ein Kommentar zur umstrittenen Entscheidung.
Die aktive Fanszene des SC Freiburg bleibt dem Europa-League-Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv fern. Das ist ihr gutes Recht. Aber es ist auch eine Entscheidung, die man hinterfragen darf.
Die Begründung der Fangruppen klingt zunächst nachvollziehbar: Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen griffen zu stark in fankulturelle Freiheiten ein. Man wolle sich dem nicht beugen. Gleichzeitig betonen die Verfasser der Stellungnahme, sie seien sich der aktuellen Konflikte und ihrer Tragweite bewusst. Das ist ein bemerkenswerter Satz, denn er offenbart das Dilemma, in dem sich die Fanszene befindet.
Ja, umfassende Einlasskontrollen sind unbequem. Ja, sie kosten Zeit und verändern das gewohnte Stadionerlebnis. Aber sie haben einen Grund. Der SC Freiburg bereitet sich nach eigenen Angaben seit Monaten gemeinsam mit Polizei, Behörden und weiteren Institutionen auf diese Partie vor. Der Verein selbst spricht davon, dass dieses Heimspiel kein Heimspiel wie jedes andere sei. Das ist keine Übertreibung, sondern eine nüchterne Einschätzung der Lage.
Die Fangruppen schreiben, sie verwehrten sich gegen eine bewusste Missinterpretation ihrer Entscheidung. Das ist verständlich. Niemand möchte in eine politische Ecke gestellt werden, in die er nicht gehört; erst recht nicht, wenn es um Israel geht. Doch wer sich in einer solch aufgeladenen Situation für den Boykott entscheidet, muss damit rechnen, dass diese Entscheidung interpretiert wird. Das liegt in der Natur öffentlicher Handlungen.
Was bleibt, ist ein schaler Beigeschmack. Die Fanszene betont ihre Sensibilität für die Tragweite der Konflikte, zieht daraus aber den Schluss, dem Spiel fernzubleiben. Man hätte auch anders argumentieren können: Gerade weil die Lage so ernst ist, gerade weil Maccabi Tel Aviv unter besonderen Bedingungen anreist, wäre ein volles Stadion mit einer Fankurve, die Haltung zeigt, ein starkes Zeichen gewesen. Ein Zeichen dafür, dass Fußball verbinden kann, auch wenn die Welt draußen brennt.
Stattdessen entsteht nun eine Leerstelle. Die Fangruppen warnen selbst davor, dass Einzelne ihr Fernbleiben ausnutzen könnten, um den Bereich für ihre politische Agenda zu instrumentalisieren. Das ist eine berechtigte Sorge. Aber sie wirft die Frage auf, ob der Boykott nicht genau das Gegenteil dessen bewirkt, was die Fanszene eigentlich will.
Der SC Freiburg steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sportlich sowieso, aber vor allem organisatorisch und atmosphärisch. Die Verantwortlichen haben sich für den Weg der maximalen Vorsicht entschieden. Das mag unbequem sein, aber es ist in dieser Situation die richtige Priorität. Sicherheit geht vor Komfort.
Die Fanszene hat ihre Entscheidung getroffen. Sie wird damit leben müssen, dass diese Entscheidung nicht nur als Protest gegen Sicherheitsmaßnahmen gelesen wird. Manchmal sagt Abwesenheit mehr als Anwesenheit. Und nicht immer das, was man sagen wollte.









































