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·18. Februar 2026

Schalkes Younes-Aus zeigt: Der Aufstieg ist wichtiger als Namen

Artikelbild:Schalkes Younes-Aus zeigt: Der Aufstieg ist wichtiger als Namen

Der Tabellenführer der 2. Bundesliga trennt sich von Amin Younes. Sportvorstand Baumann sieht nach dem Wintertransferfenster keine Einsatzchancen mehr für den 32-Jährigen.

Amin Younes geht, und Schalke 04 verkauft das als Akt der Fürsorge. Der Klub gibt dem 32-Jährigen die Chance, "die letzten offenen Wintertransferfenster zu nutzen", sagt Sportvorstand Frank Baumann. Ich finde diese Formulierung bemerkenswert. Sie klingt nach Großzügigkeit, aber sie verschleiert, was hier tatsächlich passiert: Ein Tabellenführer sortiert konsequent aus, was nicht mehr ins Bild passt.


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Die Fakten sind eindeutig. Younes absolvierte 31 Spiele für die Königsblauen, erzielte zwei Tore, bereitete drei weitere vor. Keine desaströse Bilanz, aber auch keine, die einen Stammplatz rechtfertigt. Nach dem Wintertransferfenster, das Baumann als "sehr erfolgreich" bezeichnet, sieht der Sportvorstand keine Einsatzchancen mehr für den ehemaligen Nationalspieler. Die Botschaft ist klar: Wer nicht spielt, muss gehen.

Ich halte diese Kaderpolitik für richtig, auch wenn sie unbequem wirkt. Schalke führt die Tabelle der 2. Bundesliga an und hat einen klaren Aufstiegsanspruch formuliert. Wer diesen Anspruch ernst nimmt, muss bereit sein, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Ein Spieler, der keine Perspektive mehr hat, blockiert einen Kaderplatz, kostet Geld und sendet im schlimmsten Fall falsche Signale an jene, die um ihre Position kämpfen.

Das "beidseitige Einvernehmen" ist dabei die elegante Formel, die beiden Seiten das Gesicht wahrt. Younes kann sich als Profi präsentieren, der selbst entschieden hat. Schalke vermeidet den Eindruck, einen verdienten Spieler vor die Tür zu setzen. In Wahrheit ist es eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung, wie sie im Profifußball täglich getroffen wird.

Was mich an dieser Geschichte interessiert, ist nicht die Trennung selbst. Es ist die Frage, ob Schalke diese Konsequenz durchhält. Der Klub hat in den vergangenen Jahren oft genug bewiesen, dass er zu sentimentalen Entscheidungen neigt, dass Namen schwerer wiegen als Leistung, dass Tradition manchmal wichtiger erscheint als Professionalität.

Die Younes-Entscheidung deutet auf einen Kurswechsel hin. Baumann und die sportliche Führung signalisieren, dass der Aufstieg Priorität hat, nicht die Pflege von Biografien. Das ist die richtige Haltung für einen Klub, der nach Jahren des Chaos wieder in die Bundesliga will.

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