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Selina Eckstein·9. Juli 2026

Schon mit 18 Jahren der Held! WM-Star könnte seine zweite Heimat rauskicken

Artikelbild:Schon mit 18 Jahren der Held! WM-Star könnte seine zweite Heimat rauskicken

Während andere Fußballer Jahre benötigen, um zu Helden ihres Landes zu werden, reichte Ayyoub Bouaddi gerade mal ein Spiel. In Marokko war der 18-Jährige vor der Weltmeisterschaft in Amerika, Kanada und Mexiko noch ziemlich unbekannt, aber aktuell wird er von den Fans regelrecht euphorisch gefeiert.

Denn er dribbelte sich durch die Beine der Brasilianer direkt in die Herzen der Anhänger. Vor allem mit seiner Leistung im ersten Gruppenspiel der Marokkaner spielte er sich ins Rampenlicht und stahl Raphinha, Casemiro und Co. die Show. Als einer der besten Akteure der Partie brachte er fast 91 Prozent seiner Pässe ans Ziel. Mit 87 Ballkontakten verbuchte er zudem die meisten in seinem Team.


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Während er auf Social Media durch die Decke geht, dirigiert er das marokkanische Mittelfeld bei dieser WM, als würde er seit Jahren nichts anderes machen. Er sieht freie Räume und schafft es, im Spiel schnelle, kluge Entscheidungen zu treffen. Selbst unter extremem Druck wird er nicht nervös und verliert kaum Bälle. Wegen seiner abgeklärten Spielweise vergleichen Experten ihn bereits mit Toni Kroos.

"Er ist erst 18, aber sehr ruhig und ausgeglichen – jemand, der bereits enorm viel Erfahrung besitzt", lobte Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi sein Juwel während des Turniers. "Bei ihm muss man nichts ständig wiederholen. Er ist ein sehr intelligenter Junge."

Dieses Profil schärfte er unter anderem beim OSC Lille in der Ligue 1. Seit 2023 kommt er dort bereits auf 96 Pflichtspieleinsätze und trägt den Spitznamen "Le Chef". In Lille dürfte man sich angesichts dieser Entwicklung die Hände reiben, denn in der aktuellen Form schraubt der Youngster seinen Marktwert unaufhaltsam in die Höhe.

Der Klub soll laut Sky-Informationen ab einer Summe von 70 Millionen Euro gesprächsbereit sein. Real Madrid habe schon Interesse signalisiert, aber auch die Premier-League-Giganten dürften bald vorstellig werden. Gut möglich also, dass nach der WM ein millionenschwerer Rekordwechsel ansteht.

"Ich bin echt glücklich zu wissen, dass einige Klubs an mir interessiert sind, aber derzeit bin ich mit meinen Gedanken nur bei Marokko und der WM", wird Bouaddi von 'Sky' zitiert.

Dass er trotz seines Alters so abgezockt agiert, liegt auch an seiner Ausbildung. In der Jugend durchlief er zunächst alle französischen Junioren-Teams und war noch im März 2026 Kapitän der U21-Nationalmannschaft. Weil ihn Didier Deschamps nicht in den WM-Kader berief, entschied sich Bouaddi jedoch für einen Verbandswechsel. "Ich bin wirklich stolz, für Marokko zu spielen", sagte er. 

In Frankreich trauert man der verlorenen Zukunftshoffnung derweil hinterher. Laut Frankreichs Co-Trainer Guy Stéphan sei Bouaddi "das reine Ergebnis der französischen Ausbildung".

"Es ist ein bedeutender Verlust. Aber es war seine Entscheidung", sagte wiederum Hubert Fournier, der Technische Direktor des französischen Verbandes. Ausgerechnet im heutigen Viertelfinale treffen die beiden Teams aufeinander. Für Bouaddi geht es nun darum, mit seinen Teamkollegen Kylian Mbappé und Co. zu stoppen.

Marokko ist dabei einmal mehr auf das Genie seines Youngsters angewiesen. Denn Bouaddi bringt nicht nur fußballerisch alles mit, um zur Ikone zu werden. Bereits mit 16 Jahren machte er sein Abitur und begann parallel zur Profikarriere ein Mathematikstudium. Morgens Training, nachmittags Uni-Stoff: "Wenn du nebenbei lernst, hält das deinen Geist wach. Für mich kann Mathe helfen, das Spiel schneller zu verstehen, vor allem taktisch", erklärte er im Interview mit 'Le Parisien'.

Ob er heute alle taktischen Kniffe der Franzosen durchschaut und Marokko ins Halbfinale führt? Es wäre eine WM-Sensation, die Bouaddis Stern endgültig explodieren ließe. Für den hochbegabten "Chef" ist das Duell mit seinem Ex-Verband der ultimative Härtetest. Und wer weiß: Vielleicht lautet die Formel zum marokkanischen WM-Märchen ausgerechnet Ayyoub Bouaddi.


📸 MAURO PIMENTEL - AFP or licensors

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