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·13. September 2026
Sechs Minuten, drei Tore: Leipzig verschafft Demichelis Luft – und dem HSV das zweite 0:5 in Folge

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Martín Demichelis hatte den Sieg am Freitag zur Pflicht erklärt – „eine Verpflichtung, zu gewinnen“ –, und am Sonntag um 17.20 Uhr war sie erfüllt. RB Leipzig schlug den Hamburger SV 5:0 (2:0), vor 47.800 Zuschauern, mit drei Toren zwischen der 72. und 77. Minute. Es war die Reaktion, die der Trainer nach dem 1:3 in Bremen und dem 1:4 in Como gefordert hatte. Und es war das Ergebnis, das ihm die Länderspielpause ohne Job-Diskussion sichert – jedenfalls ohne öffentliche.
Wer nach zwei Niederlagen eine hektische Anfangsoffensive erwartet hatte, sah das Gegenteil. Leipzig spielte Ballbesitz – 62 Prozent am Ende – und legte sich den Tabellenletzten laut dpa „zurecht“. Jordan Torunarigha klärte nach acht Minuten gerade noch vor Tidiam Gomis, ein Schuss von Benjamin Henrichs wurde abgefälscht. Dann schickte Brajan Gruda Ezechiel Banzuzi mit einem Steckpass über rechts, dessen Querpass verwertete Gomis per Direktabnahme ins kurze Eck – sein erstes Tor im Leipziger Stadion. In der 28. Minute folgte das 2:0: Antonio Nusa, Norwegens WM-Teilnehmer, nutzte einen eklatanten Hamburger Abwehrfehler.
Danach passierte lange wenig. Die Sportschau beschrieb eine erste Halbzeit mit „vielen Zweikämpfen, viel Intensität“ und wenig Torgefahr, in der Leipzig „mit zunehmender Spieldauer“ die Kontrolle übernahm. Der HSV kam nach der Pause zu Abschlüssen – zehn insgesamt gegenüber 18 der Leipziger –, scheiterte aber laut Sportschau „teilweise kläglich“ an der eigenen Kaltschnäuzigkeit.
Was dann kam, entschied nicht nur das Spiel, sondern das Wochenende in Hamburg. Willi Orbán köpfte in der 72. Minute das 3:0, zwei Minuten später traf Christopher Nkunku – die Leihgabe aus Mailand, zurück in Leipzig – zum 4:0, drei Minuten später Rômulo zum 5:0. Drei Tore in sechs Minuten gegen eine Mannschaft, die bis dahin die zweite Halbzeit ausgeglichen gestaltet hatte. HSV-Sportdirektor Claus Costa bei DAZN: „Drei Gegentore in sechs Minuten, das darf natürlich nicht passieren.“
Marcel Schäfer hatte seinem Trainer am Freitag mit einem Statement den Rücken gestärkt, nachdem die „Bild“ von „kaum Kredit“ und einem „Job-Endspiel“ geschrieben hatte. Nach dem Spiel legte der Sportchef bei DAZN nach: „Wir waren überrascht, wie viel Negativität hereingebracht wurde.“ Natürlich seien es zwei Spiele gewesen, die nicht den Ansprüchen entsprachen. Das 5:0 ändert daran nichts, außer dass die nächste Diskussion vertagt ist.
Getrübt wurde der Abend durch Assan Ouédraogo. Der Nationalspieler musste nach einem Zweikampf mit Schulterproblemen ausgewechselt werden – vier Tage vor Jürgen Klopps erster Kadernominierung, für die der 20-Jährige als Kandidat galt. Mit Rocco Reitz fehlt bereits ein Mittelfeldspieler mehrere Wochen. Die Personallage, die Schäfer am Freitag als Grund für Geduld genannt hatte, ist nach dem Sieg nicht besser geworden.
Auf der anderen Seite steht ein Klub, für den die Zwischenbilanz laut Sportschau „geradezu gruselig“ ist. 0:5 gegen Mainz, jetzt 0:5 in Leipzig, dazwischen eine Niederlage – drei Spiele, kein Punkt, kein Tor, zwölf Gegentreffer. Costa nannte das Ergebnis „ernüchternd“, betonte aber, die „Art und Weise“ sei nicht mit dem Mainz-Spiel zu vergleichen, und benannte „individuelle Fehler und gruppentaktische Probleme“. Von „Aktionismus“ halte er nichts. Trainer Merlin Polzin steht nach Angaben von fussballnationalmannschaft.net unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung.
Das ist die bemerkenswerte Konstellation dieses Sonntags: In Leipzig wurde ein Trainer nach zwei Niederlagen öffentlich infrage gestellt und hat sich mit einem Sieg Ruhe verschafft. In Hamburg hat ein Trainer nach drei Niederlagen ohne eigenes Tor die Rückendeckung seines Sportdirektors und einen neuen Vertrag in Aussicht. Beide Klubs haben ihre Gründe. Nur einer hat Tore.
Für Leipzig geht es nach der Länderspielpause weiter, der HSV empfängt den 1. FC Köln – ein Spiel, für das Costa „ein anderes Gesicht“ fordert. Es wäre das erste, das der HSV in dieser Saison zeigt.
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