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·31. August 2026
Sechs viel zu frühe Overreactions nach dem ersten Bundesliga-Wochenende

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·31. August 2026

Auf den standesgemäßen Bayern-Sieg zum Auftakt am Freitagabend folgten am Samstag und Sonntag echte Sensationen, bittere Demontagen und historische Debüts. Nach diesem wilden ersten Spieltag ist es Zeit für ein paar handfeste Kurzschlussreaktionen. Hier sind sechs viel zu frühe Overreactions nach dem Bundesliga-Start.

Vincent Kompany und der FC Bayern stürmen in dieser Saison ungeschlagen zur Meisterschaft | DeFodi Images/GettyImages
Der FC Bayern München spaziert in dieser Saison nicht nur zum nächsten Titel, sie werden ihn sich völlig ungeschlagen holen. Das 5:1 im Eröffnungsspiel gegen den VfB Stuttgart war kein normales Fußballspiel, es war eine brutale Machtdemonstration. In der vergangenen Spielzeit, dem zweiten Jahr unter Trainer Vincent Kompany, pulverisierten die Münchner den historischen Tor-Rekord mit 122 Treffern und kassierten nur eine einzige Niederlage. Doch in Kompanys dritter Saison wird das System noch tödlicher. Mit Verstärkungen wie Ismael Saibari, der bei seinem 30-Minuten-Debüt direkt zwei Tore auflegte, ist die Offensive nicht mehr zu verteidigen. Der magische 91-Punkte-Rekord von Jupp Heynckes wird in dieser Spielzeit nicht nur gebrochen, er wird pulverisiert. Selbst die ungeschlagenen Leverkusener "Invincibles" aus der Saison 2023/24 werden in den Schatten gestellt, wenn der Bayern-Tornado fehlerfrei durch die Liga wütet.

Hatten Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp am Wochenende viel zu bieten: Younes Ebnoutalib. | picture alliance/GettyImages
Jürgen Klopp wird bei seiner allerersten Kader-Nominierung am 17. September direkt für ein echtes Beben sorgen. Die Offensiv-Juwelen Anton Kade und Younes Ebnoutalib werden nach ihren Gala-Auftritten direkt in die deutsche A-Nationalmannschaft berufen. Der DFB steht massiv unter Zugzwang. Marokkos Nationaltrainer saß beim irren Dreierpack von Eintracht-Stürmer Ebnoutalib bereits auf der Tribüne, um den Angreifer von einem Verbandswechsel zu überzeugen. Gerade weil im Hintergrund parallel ein heißes Tauziehen um den in Belgien spielenden Stürmer Nicolò Tresoldi tobt, an dem Italien intensiv baggert, darf der DFB bei Ebnoutalib nicht zögern. Sollte Tresoldi tatsächlich abspringen, wäre der Frankfurter ohnehin die perfekte Alternative im Angriffszentrum. Kade lieferte beim 3:0-Sieg des FC Augsburg zudem vor Klopps eigenen Augen die perfekte Bewerbung ab. Seine unglaubliche Tiefendynamik und sein intensives Pressing sind exakt das, was dem DFB in den Halbräumen fehlt. Eine direkte Nominierung der beiden Bundesliga-Senkrechtstarter wäre der logische, mutige Klopp-Befreiungsschlag.

Erlebte zum Auftakt ein echtes defensives Fiasko: Daniel Thioune | THOMAS KIENZLE/GettyImages
Von den drei kriselnden Traditionsvereinen Borussia Mönchengladbach, FC Schalke 04 und Werder Bremen werden am Ende der Saison mindestens zwei direkt in die 2. Bundesliga absteigen. Die Auftakt-Debakel lieferten die perfekten Alarmsignale. Gladbach wurde von Leipzigs Tempo beim 0:3 phasenweise wie eine Schülermannschaft überrannt. Bei Werders 1:4-Klatsche in Freiburg verpuffte nicht nur die Euphorie um Rückkehrer Niclas Füllkrug komplett, die Bremer kassierten zudem im Vorfeld der Partie mit der schweren Oberschenkelverletzung von Top-Spieler Jens Stage auch noch einen brutalen personellen Dämpfer, der das Mittelfeld auf Monate lahmlegt. Schalke zerschellte bei der Bundesliga-Rückkehr in Augsburg (0:3) an der eigenen Disziplinlosigkeit rund um den Schallenberg-Platzverweis und des mangelnden Tempos in der Abwehr.Fehlende Abstimmung, defensiver Kollaps und verheerendes Umschaltverhalten. Wenn diese drei Klubs ihre eklatanten Blackouts nicht sofort abstellen, wandert der Blick unweigerlich schnurgerade in Richtung Abgrund.

Das "Dorf-Barça" feiert den historischen 3:2-Sieg: Die SV Elversberg | Alex Grimm/GettyImages
Vergesst Platz 17 und 18 – die SV Elversberg und der SC Paderborn 07 spielen in dieser Saison maximal um die Relegation, wenn nicht sogar im gesicherten Mittelfeld. Wer Bayer 04 Leverkusen in nur 60 Sekunden mit einem Doppelschlag komplett rasiert und nach 46 Minuten mit 3:0 führt, spielt keinen Abstiegskampf. Elversbergs Trainer Vincent Wagner hat seinem "Dorf-Barça" eine taktische Furchtlosigkeit eingeimpft, gegen die das Ballgeschiebe der Traditionsvereine altbacken wirkt. Paderborn hingegen stellte beim 0:0 in Mainz eindrucksvoll unter Beweis, dass sie die unbezwingbare Beton-Festung der Liga sind. Keeper Nahuel Noll entschärfte alles, was auf seinen Kasten flog. Die Ostwestfalen holen auswärts unaufgeregt die hässlichen, aber goldenen Punkte. Beide Aufsteiger sind taktisch viel zu reif für den direkten Abstieg.

Ist nach dem Millionen-Abgang von Johan Manzambi der neue Freiburger Fixpunkt im Zentrum: Yuito Suzuki | THOMAS KIENZLE/GettyImages
Yuito Suzuki wird die beste Saison eines Japaners in der Bundesliga-Geschichte spielen und den ewigen Scorer-Rekord von Shinji Kagawa (25 Torbeteiligungen) pulverisieren. Der Grund dafür liegt paradoxerweise in England. Weil Freiburgs kreatives Herzstück Johan Manzambi für die vereinsinterne Rekordsumme von über 60 Millionen Euro zu Aston Villa wechselte, ist Suzuki nun die unumstrittene Nummer 10. Das gesamte Offensivsystem von Julian Schuster ist auf ihn zugeschnitten – und der 24-Jährige zahlt das Vertrauen sofort zurück. Beim 4:1-Sieg gegen Bremen lieferte er einen fehlerfreien Auftritt: Drei Torschüsse, drei Treffer. Nach gerade einmal 80 gespielten Minuten hat er bereits 20 Prozent des ewigen japanischen Tor-Rekords von Shinji Okazaki (15 Tore) im Sack. Zieht er diese Quote auch nur ansatzweise durch, wird er die historischen Bestmarken spielerisch einreißen.

Erlebte mit Bayer 04 Leverkusen einen katastrophalen Saisonstart im Saarland: Der neue Cheftrainer Carles Martínez | picture alliance/GettyImages
Bayer 04 Leverkusen wird im dritten Jahr nach der Meisterschaft komplett einbrechen und am Ende der Saison die europäischen Plätze krachend verfehlen. Die 2:3-Blamage beim kleinsten Erstligisten der Geschichte offenbarte einen defensiven Offenbarungseid. Die Abwehrkette um Loïc Badé wirkte vogelwild, das Mittelfeld nach dem Abgang von Exequiel Palacios physisch völlig entkernt. Zudem sorgt Trainer Carles Martínez mit der öffentlichen Demontage von Führungsspieler Robert Andrich für toxische Unruhe im Verein. Es ist ein gruseliges Déjà-vu: Bereits im Vorjahr legte man unter Erik ten Hag einen katastrophalen Fehlstart hin. Die "Meister-DNA" ist endgültig wegerodiert. Wenn Leverkusen nach einer harten Vorbereitung derart mutlos und konzeptlos auftritt, droht im Angesicht der erstarkten Konkurrenz aus München, Leipzig und Dortmund der totale Absturz ins Niemandsland der Tabelle.
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