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Helge Wohltmann·2. Mai 2026

Sein Trainer glaubt dran! Wird dieser Buli-Spieler zum "Wunder"-Stürmer?

Artikelbild:Sein Trainer glaubt dran! Wird dieser Buli-Spieler zum "Wunder"-Stürmer?

"Ein Wunder reicht nicht, um noch die Klasse zu halten, es müssten zwei sein", sagte Heidenheims Frank Schmidt Anfang März, als sein Team gerade gegen Werder verloren und nun acht Zähler Rückstand auf den Relegationsrang hatte. Ein Stürmer hält die Hoffnung auf das Doppelwunder in den letzten Wochen allerdings am Leben.

Budu Zivzivadze hat in dieser Saison lange Zeit so gut wie nichts getroffen, schlug sich zudem mit einer Rotsperre und Knieproblemen herum, die ihn mehrere Monate ausfallen ließen. In der einst von Sir Alex Ferguson so betitelten "squeaky bum time" (lose übersetzt: Zeit, wo einem der Arsch auf Grundeis geht; d. Red.) ist er für Heidenheim jedoch voll da und netzte in den drei vergangenen Duellen des Saisonendspurts gleich drei Mal für den FCH ein.


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Unter anderem im "Alles oder Nichts"-Spiel gegen St. Pauli war er zur Stelle und markierte bereits nach drei Minuten das 1:0, als er den Ball nach einer Ecke über die Linie drückte. Am Ende gewannen die Heidenheimer die Partie, in der eine Niederlage bereits den sicheren Abstieg bedeutet hätte, mit 2:0. Dank des Erfolgs verschiebt sich nicht nur das Unvermeidliche, der Tabellenletzte hat sich sogar auf vier Punkte an St. Pauli heran gerobbt, die inzwischen den Relegationsplatz belegen, und kann nochmal hoffen.

Damit dürfte zumindest schon mal das erste der beiden Wunder eingetreten sein, die laut Frank Schmidt nötig sein würden. Dass sein Team drei Spieltage vor dem Ende überhaupt noch ans Überleben glauben darf, verdankt die Mannschaft einem unglaublichen Kraftakt und Zivzivadze.

Zwischen dem 13. Dezember 2025 und dem 11. April 2026 war es ihnen nicht gelungen, ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Dabei scheiterten sie oft knapp, zeigten sogar gegen manches Topteam eine gute Leistung. Eigentlich komplett entmutigend, denn für drei Punkte reichte es nie. Bis, ja bis Zivzivadze mit dem Toreschießen anfing.

Beim 3:1 gegen Union Berlin vor drei Wochen hatte zunächst Mathias Honsak zwei Mal getroffen, doch dann hatte Leopold Querfeld in der 75. Minute nochmal den Anschluss geschafft, was bei einem Team, das so lange nicht gewonnen hat, durchaus zu Panik hätte führen können. Doch der Minuten zuvor eingewechselte Zivzivadze stellte fast im Gegenzug den alten Abstand wieder her und Heidenheim feierte den erste Sieg seit einer gefühlten Ewigkeit.

Im folgenden Spiel verloren sie erst kurz vor Schluss gegen Freiburg (2:1), ehe der Befreiungsschlag gegen St. Pauli folgte. Nun ist sie plötzlich wieder da, die Hoffnung auf der Schwäbischen Alb.

Doch Frank Schmidt hatte nicht ohne Grund von zwei Wundern gesprochen. Am heutigen Samstag wartet nämlich der FC Bayern, der in dieser Saison schon gegen zahlreiche Gegner gezeigt hat, dass Wunder gegen sie nicht wahr werden. Nicht mal, wenn sie drei Tore Vorsprung kriegen, wie Mainz 05 am letzten Wochenende.

Schmidt glaubt trotzdem dran: "Wir haben sie schon mal geschlagen, jetzt spielen wir in München. Da haben wir oft eine passable Leistung gebracht", sagte er nach dem letzten Spieltag bei 'Sky'. "Wenn wir das ganz Verrückte schaffen wollen, dann sollten wir schon auch nächste Woche was mitnehmen. Ich weiß, viele Leute sagen, der ist verrückt, was der gerade sagt, aber ich fahre nicht hin, um nur mitzuspielen."

Sollte Heidenheim aber erwartungsgemäß verlieren, sind sie extrem von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängig. Sowohl St. Pauli und Wolfsburg dürfen in den kommenden Wochen kein Spiel mehr gewinnen und sollten aus FCH-Sicht am besten gar keine Zähler mehr holen, denn am letzten Spieltag spielen die beiden Klubs gegeneinander, was bedeutet, dass mindestens einer von ihnen auf jeden Fall noch Punkte kriegt.

Dann müssen aber natürlich auch die eigenen Hausaufgaben erledigt werden. Will Zivzivadze zum echten "Wunder"-Stürmer werden, muss er seinen Klub in den letzten zwei Begegnungen gegen Köln und Mainz zum Klassenerhalt schießen. Gelingt das nicht, wird er lediglich als derjenige in Erinnerung bleiben, der Heidenheim einen Bundesliga-Abschied mit Würde ermöglichte. Wobei, wahrscheinlich ist das auch schon mehr, als Frank Schmidt Anfang März zu träumen gewagt hätte.


📸 Adam Pretty - 2026 Getty Images

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