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·5. Juli 2026

Sensation verpasst, Herzen gewonnen: Kap Verde verabschiedet sich voller Stolz

Artikelbild:Sensation verpasst, Herzen gewonnen: Kap Verde verabschiedet sich voller Stolz

Kap Verde hat Lionel Messi und Weltmeister Argentinien bis an die Schmerzgrenze gebracht und nur hauchdünn die ganz große Sensation verpasst. Nach dem 2:3 nach Verlängerung in Miami blieb dennoch ein Auftritt für die Geschichtsbücher und ein WM-Debüt, das im Inselstaat noch lange nachhallen dürfte.

Sidny Lopes Cabral feiert seinen Treffer zum 2:2 im WM-2026-Sechzehntelfinale gegen Argentinien in einer Jubeltraube mit den Teamkollegen von Kap Verde. Die Partie fand am 3. Juli 2026 im Miami Stadium in Miami Gardens, Florida, statt. (Michael Reaves / Getty Images North America via Getty Images)


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Spät in der Nacht stiegen die Nationalspieler mit gelöster Miene die Treppe ins Flugzeug hinauf. Viele formten mit den Händen Herzen, andere zeigten den Daumen nach oben. Trotz des bitteren Aus gegen Argentinien war die Vorfreude auf die Heimreise spürbar, der Verband hatte die Fans zuvor bereits aufgerufen: „Lasst uns unsere Helden empfangen“, dazu die Bitte: „Bring dein blaues Trikot und deine Flagge von Kap Verde mit.“

Stolz überwiegt den Schmerz

Der Frust über das WM-Aus war da bei Kap Verde fast schon verblasst, weil der emotionale Nachklang des Spiels überwog. Torhüter und WM-Held Vozinha brachte dieses Gefühl unmittelbar nach dem Abpfiff auf den Punkt. Nach einer Umarmung und warmen Worten von Lionel Messi sagte der 40-Jährige: „Momente wie diese bleiben für immer in unseren Herzen eingraviert“. Der Weltstar habe ihm versichert, er sei großartig gewesen, „das war unglaublich“.

Auch der Ablauf der Partie selbst war kaum zu fassen. Über mehr als 120 Minuten stemmte sich der Debütant gegen den vermeintlich übermächtigen Titelverteidiger und lieferte in Miami Gardens einen Kampf, der sofort in die WM-Historie gehört. Erst ein Eigentor in der 111. Minute entschied das Sechzehntelfinale und besiegelte das 2:3 nach Verlängerung.

Kap Verdes Sidny Lopes Cabral bejubelt mit seinen Teamkollegen seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich im WM-2026-Sechzehntelfinale gegen Argentinien. Die Partie fand am 3. Juli 2026 im Miami Stadium in Miami Gardens, Florida, statt. (Robert Cianflone / Getty Images North America via Getty Images)

Ein Außenseiter schreibt WM-Geschichte

Was Kap Verde bei dieser Endrunde gezeigt hat, machte den afrikanischen Inselstaat mit rund 600.000 Einwohnern zur aufregendsten Underdog-Erzählung des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada. Schon die Gruppenphase hatte das Team ohne Niederlage gegen Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien überstanden. Der britische „Independent“ wertete den Erfolg als „die denkbar beste Rechtfertigung für eine Weltmeisterschaft mit 48 Mannschaften“.

Besonders eindrucksvoll war der Weg auch wegen der individuellen Geschichten im Team. Linksverteidiger Sidny, der mit seinem Traumtor gegen Argentinien in der 103. Minute den Favoriten an den Rand des Abgrunds gebracht hatte, spielte im vergangenen Jahr noch für Viktoria Köln in Deutschland. Jetzt stand für ihn WM statt 3. Liga auf dem Programm, Messi statt Waldhof Mannheim.

Eine Mannschaft, die wiederkommen will

Für Innenverteidiger Pico Lopes ist vor allem eines hängen geblieben: „dass nun niemand mehr fragen muss wo Kap Verde ist. Sie wissen, dass wir auf der Karte sind. Sie wissen, was für eine Mannschaft wir sind.“ Genau so wird das Team nach diesem Sommer wahrgenommen werden, als Auswahl, die den Fußball nicht nur überrascht, sondern sich mit Mut, Leidenschaft und Widerstandskraft einen Platz in der Erinnerung gesichert hat.

Der Eindruck nach dem Turnier ist klar. Kap Verde hat die Sensation verpasst, aber Herzen gewonnen, und vieles deutet darauf hin, dass diese Mannschaft wiederkommen wird.

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