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·25. Januar 2026
SGE-Krise sitzt nicht auf der Trainerbank

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·25. Januar 2026

Das 1:3 gegen Hoffenheim ist die zweite Niederlage unter Interimstrainer Schmitt. Sportvorstand Krösche spricht von der schwierigsten Phase seit Jahren.
Die Stille war lauter als jeder Pfiff. Als Eintracht Frankfurt am Samstagabend gegen die TSG Hoffenheim auseinanderfiel, verstummten die Fans im Waldstadion kollektiv. Erst nach dem Abpfiff entlud sich der Frust in einem gellenden Pfeifkonzert. Diese Choreografie des Unmuts sagt mehr über den Zustand des Vereins als jede Statistik.
Das 1:3 gegen Hoffenheim ist nicht irgendeine Niederlage. Es ist die zweite Pleite unter Interimstrainer Dennis Schmitt, es ist das fünfte Pflichtspiel in Folge mit mindestens drei Gegentoren, und es ist der Beweis, dass die Entlassung von Dino Toppmöller vor einer Woche nichts verändert hat. Die Probleme sitzen tiefer als auf der Trainerbank.
Sportvorstand Markus Krösche sprach von der "vielleicht schwierigsten Phase in den letzten viereinhalb Jahren". Das ist bemerkenswert ehrlich für einen Mann, der sonst gerne die Kontrolle über die Narrative behält. Doch was nützt Ehrlichkeit, wenn die Lösungen ausbleiben? Die Eintracht führte durch Arnaud Kalimuendo, spielte einen ordentlichen Start – und brach dann innerhalb von 13 Minuten komplett zusammen. Drei Gegentore zwischen der 52. und 65. Minute, darunter ein Eigentor von Aurele Amenda. Kapitän Robin Koch fand es "schwierig zu erklären". Das ist das Problem: Niemand kann erklären, warum eine Mannschaft mit diesem Kader derart fragil auftritt.
Koch selbst räumte ein, dass der Anhang in den vergangenen Wochen immer Support gegeben habe. Irgendwann muss man liefern. Diese Eintracht liefert nicht. Sie kassiert. Gegentore, Niederlagen, Kritik.
Dennis Schmitt wird am Mittwoch gegen Tottenham Hotspur erneut auf der Bank sitzen. Ein Spiel ohne sportliche Bedeutung, denn die Chance auf die Champions-League-Playoffs ist längst dahin. Krösche kündigte an, man werde "den Richtigen auswählen" für die Toppmöller-Nachfolge. Wann das sein wird, ließ er offen. Diese Hängepartie hilft niemandem.
Die Wahrheit ist: Frankfurt hat kein Trainerproblem, sondern ein Kaderproblem. Die Defensive wackelt seit Monaten, die Mentalität stimmt nicht, und die Führungsspieler können oder wollen die Mannschaft nicht stabilisieren. Ein neuer Trainer wird das nicht über Nacht reparieren.
Die Fans haben das verstanden. Ihr Schweigen während der Schlussphase war keine Resignation, sondern eine Botschaft: Wir erwarten mehr. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Die Eintracht muss liefern. Sonst wird es noch stiller im Waldstadion.









































