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·13. September 2026
Sieben Wechsel, ein Traumtor gegen den Ex-Klub, ein Vierfachwechsel: Bayern gewinnt in Elversberg das Spiel, das es fast verschenkt hätte

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Spiesen-Elversberg. In der 61. Minute lag der Ball links vor dem Bayern-Strafraum, und niemand griff an. Maurice Krattenmacher, zur Pause eingewechselt, aus der Münchner Jugend nach Elversberg gewechselt, nahm Maß und schlenzte ihn ins rechte obere Eck. Jonas Urbig, bei seinem ersten Saisoneinsatz im Bayern-Tor, hatte keine Chance. 1:1. Die Arena an der Kaiserlinde, 9.307 Plätze, machte Lärm wie ein Stadion mit dem Fünffachen. Für elf Minuten sah es so aus, als würde der Aufsteiger mit sechs Punkten den Meister mit vier auf Distanz halten.
Dann traf Harry Kane, und die Ordnung war wiederhergestellt. 2:1, drei Punkte, Platz vier. Aber der Abend hat Bayern etwas gezeigt, was schon Schalke gezeigt hatte – und was Vincent Kompany vor der Länderspielpause beschäftigen wird.
Kompany hatte drei Tage nach dem 5:0 gegen Bodø/Glimt rotiert, wie angekündigt: sieben neue Spieler, nur vier aus der Champions-League-Elf. Urbig statt Neuer, Brown, Bischof, Saibari, Karl von Beginn an. Es war die Mannschaft, die auf Schalke 0:0 gespielt hatte, in leicht veränderter Besetzung – und sie spielte ähnlich. Bayern drückte Elversberg früh tief, fand aber laut dpa „kaum Lücken“ und wirkte „fahrig“. Elversberg, mit derselben Startelf zum dritten Mal in Folge, nutzte Münchner Fehler zu Vorstößen.
Dass es zur Pause 1:0 stand, lag an der ersten guten Chance: Ismael Saibari legte auf, Lennart Karl traf in der 26. Minute. Der 18-Jährige, dessen Marktwert n-tv am Vortag mit dem gesamten Elversberger Kader verglichen hatte, lieferte den Unterschied, den seine Mitspieler nicht lieferten.
Vincent Wagner brachte Krattenmacher, Kompany brachte niemanden. Elversberg kam mit Druck aus der Kabine, presste früh, und die Bayern wurden laut ZDF „zu passiv“. Dann das Tor: langer Ball rechts, Verlagerung nach links, Darvich zu Krattenmacher, Krattenmacher unbedrängt aus 16 Metern. Sportschau: „wunderbar in den Winkel“. Der Torschütze hatte in der Vorwoche bereits Gladbach mit dem Siegtor in der Nachspielzeit geschlagen. Jetzt traf er gegen den Klub, der ihn ausgebildet und weggegeben hatte.
Kompanys Reaktion kam sofort und in einem Block: Davies, Kimmich, Díaz, Musiala für Brown, Bischof, Saibari, Karl. Vier Wechsel, darunter Kimmichs 500. Spiel für Bayern. Es war das Eingeständnis, dass die zweite Elf das Spiel nicht allein gewinnen würde. Und es funktionierte: Díaz scheitert per Hacke an Nicolas Kristof (67.), Olise trifft die Latte, Bayern „dominierte nach Belieben“ (ZDF). In der 72. Minute schickte Aleksandar Pavlović Kane in den Strafraum, der Engländer zog an seinem Gegenspieler vorbei und traf aus spitzem Winkel im Fallen. Sein erstes Bundesliga-Tor der Saison, nach zwei im Pokal und einem in der Champions League.
Elversberg gab nicht auf. Noel Futkeu setzte den Ball aus dem Gewühl knapp vorbei, Kristof hielt gegen Kane per Kopf und lenkte einen Kimmich-Schuss über die Latte. Aber der Ausgleich fiel nicht mehr. „Nadelstiche“, nannte es die Sportschau. Sie reichten nicht.
Erstens: Elversberg ist kein Zufall. Drei Spiele, zwei Siege, eine Niederlage gegen Bayern mit einem Tor Differenz – und das mit derselben Elf, ohne Rotation, mit einem Trainer, der das Coaching am Sonntag erst per Einspruch erstritten hatte. Die Sportschau schrieb, der Aufsteiger habe „eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie in der Bundesliga absolut mithalten können“. Am nächsten Sonntag geht es zum anderen Aufsteiger nach Schalke.
Zweitens: Bayerns zweiter Anzug sitzt noch immer nicht. Auf Schalke ein 0:0 mit Rotation, gegen Bodø ein 5:0 mit der besten Elf, in Elversberg ein 1:1 mit Rotation, das erst die beste Elf drehte. Das Muster ist eindeutig. Kompany hat in diesem Sommer für 100 Millionen Euro Brown und Saibari gekauft, und beide standen in beiden Spielen, in denen es nicht lief. Das ist keine Anklage – Spieler brauchen Zeit –, aber es ist die Frage, die Bayern in den englischen Wochen beantworten muss: Wie viele Spiele kann man mit der zweiten Elf beginnen, wenn die zweite Elf keine Spiele entscheidet?
Drittens: Kane. Der Mann, der sich als „einer von zwei Zehnern“ beschreibt, hat am Sonntag getan, was Neuner tun: den Ball im Fallen aus spitzem Winkel ins Tor gebracht, als niemand sonst traf. Am Freitag kommt Union Berlin in die Allianz Arena, mit einem Punkt aus drei Spielen. Es wird die beste Elf spielen. Die Frage ist, ob das reicht, um die andere zu verstecken.
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