FC Bayern München
·8. Februar 2026
Sieg mit Signalwirkung: Wie Bayern Hoffenheim bezwang

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·8. Februar 2026

Als der Schlusspfiff durch die Allianz Arena hallt und den 5:1-Erfolg des FC Bayern über die TSG Hoffenheim besiegelt, entlädt sich etwas, das sich über 90 Minuten aufgestaut hat. Ein kurzer Moment der Stille – dieses typische Innehalten, in dem alle den Pfiff wirklich registrieren – und dann bricht ein kollektiver Jubel los, der von der Südkurve ausgehend durch das gesamte Rund schwappt. Die Spieler klatschen sich ab, umarmen sich, ein paar Fäuste gehen in Richtung Tribünen, Vincent Kompany sammelt seine Mannschaft im Mittelkreis ein – es ist ein Jubel, der vor allem Aufatmen und stille Genugtuung transportiert.
Kein Wunder, lieferten sich der Tabellenerste und -dritte an diesem Sonntagabend doch ein mitreißendes Duell: ein Spiel, das den Trainern an der Seitenlinie den Puls nach oben trieb und auf den Rängen die Fußballherzen höherschlagen ließ – ein intensiver, passender Schlusspunkt unter diesen 21. Spieltag. Kompanys Ankündigung hatte nicht zu viel versprochen – dieses Spiel bestätigte vom ersten Moment an genau das, was der FCB-Coach zuvor skizziert hatte. Hoffenheim presste mutig, schob mit mehreren Spielern nach und suchte konsequent den Weg nach vorne, Bayern antwortete mit jener Wachheit und Gier, die Kompany angekündigt hatte. Es entwickelte sich eine Begegnung mit hoher Schlagzahl, in der sich Angriffe und Gegenangriffe beinahe nahtlos abwechselten.
Dieser Sieg fühlt sich an wie das, was er sportlich ist: fünf Tore, drei wichtige Punkte und das Signal, dass die jüngsten Punktverluste eine Phase waren, kein Trend. Er zeigt, wie diese Bayern reagieren, wenn es ein wenig ruckelt – die „Unruhe“, die laut Harry Kane nach zwei sieglosen Begegnungen entstanden sei, scheint eher zu bündeln als zu lähmen. „Wir haben aktuell zwar einen guten Vorsprung an der Spitze, aber wie wir letzte Woche gesehen haben, kann der auch sehr schnell schrumpfen. Das sind extrem wichtige Momente“, sagte der Doppeltorschütze. Mit diesem Erfolg finden die Münchner rechtzeitig die passende Tonlage für die kommenden Wochen im Frühjahr – eine Korrektur zur rechten Zeit, bevor es in den nächsten Partien um deutlich mehr als nur Stimmungen geht.
Über der Allianz Arena liegt an diesem Februartag ein klarer Himmel, die Luft ist frisch, die Sonne steht tief – vor allem aber ist es die Atmosphäre, die sich vom gewohnten Bundesliga-Nachmittag abhebt. Man spürt, dass dieses Spiel zwischen den wichtigen Aufgaben im Frühjahr ein Statement werden soll – kein dramatischer Wendepunkt, aber ein deutliches Zeichen, dass der deutsche Rekordmeister im Wettbewerbsmodus ist. Bereits in den ersten Minuten wird klar, dass Kompany genau richtig lag: Beide Mannschaften steigen direkt und intensiv ein, verzichten weitgehend auf Abtasten und treiben das Spiel mit hohem Tempo nach vorn. Der FC Bayern interpretiert sein 4-2-3-1 gewohnt fluide – gerade die Offensivreihe rotiert permanent zwischen den Linien, mal im Zentrum, mal auf den Flügeln, immer mit Zug in die Tiefe. Schon die Anfangsphase zeigt, wohin dieses Spiel steuert: direkt, intensiv, ohne großes Abtasten.
Bayern nähert sich über Michael Olises Schlenzer (9. Minute) und Aleksandar Pavlović Kopfball (10.) früh dem Führungstor, auf der anderen Seite verhindert Josip Stanišić mit einer perfekt getimten Grätsche die erste große TSG-Chance. Es sind Sequenzen, die früh zeigen, wie hoch die Schlagzahl ist. Nach 17 Minuten steht eine Zwischenstatistik von 4:0 Torschüssen und 7:0 Strafraumaktionen für den FC Bayern. Dann zahlt sich die Entschlossenheit aus: Kane wird an der Strafraumkante noch fair vom Ball getrennt, doch Luis Díaz setzt nach, geht mit Wucht in den zweiten Ball und wird von Kevin Akpoguma im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter Tobias Stieler zeigt auf den Punkt – und Rot für den Hoffenheimer Verteidiger (18).
Der Elfmeter ist Kane-Sache – der Engländer bleibt eiskalt und schiebt er den Ball platziert unten links ein (20.). Das 1:0 verändert an der Dramaturgie des Spiels nur wenig – es bleibt ein Hin und Her, in dem beide Mannschaften den Weg zum Tor suchen. Bayern belagert phasenweise den Strafraum der TSG, kommt über Alphonso Davies, Luis Díaz und Kane zu weiteren guten Abschlüssen, verpasst aber das schnelle 2:0. Hoffenheim stellt nach der Roten Karte auf ein 5-3-1 um, lauert auf Umschaltmomente und meldet sich mit einem Lattentreffer von Asllani zurück in der Partie. „Als sie zu zehnt waren, hat das unseren Rhythmus ein bisschen gestört“, sagte Kane nach Abpfiff. „Wir haben etwa 15, 20 Minuten gebraucht, um wieder in unser Spiel und unseren Stil zu finden.“
In der 33. Minute braucht Bayern einen Weltklasse-Reflex von Manuel Neuer, um in Führung zu bleiben. Asllani steckt den Ball in die Tiefe, Andrej Kramarić taucht frei im Strafraum auf, doch Neuer taucht blitzschnell nach rechts unten ab und verhindert mit einer starken Parade den Ausgleich. Spätestens jetzt ist klar: Ein 1:1 wäre zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, Bayern verteidigt mit der nötigen Portion Spielglück. Kurz darauf wird ein Chipball Neuers im Spielaufbau zu kurz, Asllani fängt das Zuspiel ab und leitet sofort weiter auf Kramarić, der den Ball am FCB-Keeper vorbei zum 1:1 einschiebt (35.). Die Partie ist wieder offen, trotz Unterzahl der Gäste.
Doch die Bayern bleiben im Vorwärtsgang – und sie finden noch vor der Pause die passende Antwort. Zunächst verpasst Kane nach einem Lupfer von Serge Gnabry noch die erneute Führung (38.), doch kurz darauf wird Luis Díaz links im Strafraum von Vladimir Coufal nur mit einem Foul zu stoppen sein – erneut zeigt Stieler auf den Punkt. Wieder übernimmt Kane die Verantwortung, wieder bleibt er nervenstark und trifft platziert ins linke Eck (45.). Mit diesem zweiten Treffer steht der Engländer nach 21 Bundesliga-Spieltagen bei 24 Toren – genauso wie in der Vorsaison. Zugleich baut Kane einen weiteren Bestwert aus: Er hat alle seine 22 Elfmeter in der Bundesliga verwandelt und hält damit den Wettbewerbsrekord.
Noch vor der Pause setzt der FC Bayern den nächsten Nadelstich – und wohl den emotionalen Wendepunkt des Abends. Direkt nach dem Hoffenheimer Anstoß erobert Kane im Mittelfeld den Ball, startet in der eigenen Hälfte und treibt das Leder über gut 50 Meter nach vorn. Am Strafraum legt er nach links zu Luis Díaz, der halblinks im Strafraum noch einmal kurz anzieht und den Ball überlegt ins lange Eck schiebt (45.+2). „Ich weiß, wie es als Verteidiger ist, wenn solch ein Spieler auf dich zukommt“, sagte Kompany über seinen Schützling. „Lucho ist natürlich auch clever, aber er liebt das Chaos und das macht ihn so gefährlich.“
Dass es in keinem anderen Bundesliga-Spiel dieser Saison einen so hohen Wert nach erwarteten Toren in einer Halbzeit gab wie an diesem Abend (5,2 Expected Goals in Durchgang eins), passt ins Bild dieser ersten 45 Minuten: ein Tempo-Duell, ein Auf und Ab, bei dem beide Mannschaften konsequent den Weg zum Tor suchen – Bayern allerdings effizienter in den entscheidenden Momenten. Nach dem Seitenwechsel knüpfen die Münchner nahtlos an: Kane zwingt Baumann per Kopf früh zu einer weiteren Parade (50.), Hoffenheim befreit sich zwar immer wieder mit langen Bällen oder Kombinationen auf engem Raum, doch die klareren Szenen haben nun konstant die Bayern.
In der 62. Minute fällt die Vorentscheidung: Olise setzt sich rechts durch, zieht bis zur Grundlinie und legt den Ball flach ins Zentrum zurück. Luis Díaz läuft perfekt ein und drückt die Kugel aus kurzer Distanz zum 4:1 über die Linie (62.). Für den Franzosen ist es der 16. Assist in dieser Bundesliga-Saison – damit hat er seine Ausbeute aus der Vorsaison (15) bereits übertroffen. Zugleich schreibt er eine besondere Bayern-Serie fort: Der Offensivspieler liefert im sechsten Bundesliga-Spiel in Folge eine Torvorlage, was seit Beginn der detaillierten Datenerfassung (2004/05) zuvor nur Thomas Müller 2021 gelungen war.
Nur eine Minute später bringt Kompany frische Beine: Lennart Karl, Hiroki Ito und Jamal Musiala kommen für Jonathan Tah, Serge Gnabry und Michael Olise (63.) – ein Dreifachwechsel, der das Tempo hoch und den Druck auf der TSG-Defensive konstant hält. Und der FCB bleibt gierig. In der 67. Minute setzen die Münchner Hoffenheim früh in deren Hälfte unter Druck, Díaz erobert den Ball und legt direkt auf Kane ab. Der Engländer zieht aus kurzer Distanz ab, doch Baumann lenkt den Ball mit einem starken Reflex noch an die Latte. Es sind Szenen, die zeigen, wie sehr Bayern auf das fünfte Tor drängt – und wie vehement der TSG-Keeper ein noch deutlicheres Ergebnis verhindert. „Die Mannschaft hört einfach nie auf“, war Kompany voll des Lobes. „Wenn es mal ein, zwei oder drei Minuten etwas lockerer wird, sind sie sofort wieder da – egal ob Konter, Ecke, Standardsituation, Ballbesitz oder eine Flanke in den Strafraum. Sie bleiben gefährlich, haben immer Hunger nach vorne.“
Zugleich wirken die Münchner in dieser Phase extrem abgeklärt: Sie ersticken die Hoffenheimer Angriffsversuche früh, gewinnen viele zweite Bälle, lassen hinten praktisch nichts mehr zu. Auffällig dabei: Trotz Überzahl ab der 17. Minute fährt der FC Bayern dieses Offensivfeuerwerk nicht über dominanten Ballbesitz. Mit 55 Prozent verzeichnen Joshua Kimmich und Co. sogar ihren geringsten Ballbesitz-Anteil in einem Bundesliga-Saisonspiel – und liefern gerade dadurch ein Statement. Statt lange zu verwalten, spielen sie vertikal, setzen auf Tempo, Direktheit und klare Zielstrebigkeit in die Spitze. Das Resultat: fünf Tore in einem Spiel, in dem Kontrolle weniger über Passquoten, sondern vor allem über Intensität, Pressingmomente und Effizienz im letzten Drittel definiert wird.
Das Spiel verliert mit zunehmender Dauer etwas von der Rasanz der ersten Hälfte. In der 80. Minute feiert Konrad Laimer sein Comeback nach Muskelfaserriss, als er Alphonso Davies ersetzt. Kurz vor Schluss schlagen die Münchner nochmal zu: Hoffenheim patzt im Spielaufbau, Musiala behauptet den Ball im Zentrum und legt quer auf Luis Díaz. Der Kolumbianer zieht von links nach innen und schlenzt den Ball ins lange Eck (89.) – 5:1, sein erster Dreierpack in der Bundesliga. Mit nun 13 Saisontoren hat Díaz seine Ausbeute aus der vergangenen Premier League-Spielzeit bereits eingestellt – ein weiterer Beleg dafür, wie gut er sich in München eingefunden hat.
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Auf den Rängen hallt nach Abpfiff der Gesang: „Oh, der deutsche Meister, oh, Bayern München heißt er!“ – eine Hymne, die andeutet, dass dieser Abend für viele als Signal verstanden wird. Für den FC Bayern bedeutet dieses 5:1 auch auf der Zahlenebene einen markanten Punkt: Die Mini-Durststrecke von zwei sieglosen Bundesliga-Spielen ist beendet, der Vorsprung auf die TSG Hoffenheim wächst auf zwölf Zähler, der Abstand auf den zweitplatzierten BVB bleibt bei sechs Punkten bestehen. „Jetzt beginnt die eigentliche Saison“, sagte Kane, „wir müssen von hier aus weitermachen und sehen, wer mithalten kann.“
Für die Fans in der Allianz Arena war es ein Spiel, das man kaum einen Moment aus den Augen lassen konnte. Zu viel passierte, zu oft lag der nächste gefährliche Abschluss schon im nächsten Ballgewinn verborgen. Genau jene „aktive“ TSG und jener „hungrige“ FC Bayern, die Kompany beschrieben hatte, trafen aufeinander – und lieferten eine Begegnung, die den hohen Erwartungen an dieses Spitzenspiel in Tempo, Energie und Offensivlust vollauf gerecht wurde. Und für den FC Bayern ist es ein Abend, an dem sich sportliches Ergebnis und emotionale Botschaft decken: Die Mannschaft ist auf Kurs – und bereit für die entscheidenden Wochen im Frühjahr.
Die Stimmen zum Spiel gegen Hoffenheim:









































