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·21. September 2026
So könnte Klopps erste DFB-Elf in Amsterdam aussehen

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·21. September 2026

24 Spieler, kaum mehr als zwei Trainingseinheiten, ein Auswärtsspiel beim Erzrivalen – und am Donnerstag muss trotzdem eine Elf auf dem Rasen stehen, die nach Jürgen Klopp aussieht. Wer sie bilden dürfte, lässt sich erstaunlich genau eingrenzen.
Bis zur Mittagszeit hatten sich am Montag alle 24 Nominierten des ersten Kaders am Home Ground in Herzogenaurach einzufinden. Klopp und sein Stab sitzen dort schon seit dem Wochenende, die ersten Spieler kamen am Sonntag. Für die Neulinge begann der Dienst an der Nation unspektakulär: Fototermin für die Autogrammkarten.
Der Rest der Woche ist eng getaktet. Dienstag zeigt sich die Mannschaft beim Medientraining, Mittwoch hebt der Tross nach Amsterdam ab, Donnerstag um 20.45 Uhr ist Anpfiff in der Johan Cruijff ArenA (RTL). Noch in der Nacht geht es zurück nach Franken, denn am Sonntag wartet in Augsburg schon Griechenland. Wer hier von Vorbereitung spricht, meint eigentlich: Kennenlernen mit Ball.
Genau deshalb ist die erste Startelf leichter zu lesen, als es der 44-Mann-Doppelkader vermuten lässt. Klopp hat keine Zeit für Experimente an fünf Stellen gleichzeitig. Er braucht ein Gerüst, das sein Pressing nach zwei Einheiten halbwegs versteht – und er hat bei der Nominierung selbst verraten, wem er Minuten geben will.
Niederlande – Deutschland Donnerstag, 24. September, 20.45 Uhr, Amsterdam
4-3-3
LA
Gnabry
ST
Havertz
oder Ebnoutalib
RA
Karl
oder Schade
8
Musiala
Bayern
8
Nmecha
oder Stach
6
Kimmich (K)
Bayern
LV
Brown
Bayern
IV
Schlotterbeck
Dortmund
IV
Tah
Bayern
RV
Vagnoman
oder Treu
TW
ter Stegen
Ajax Amsterdam
so gut wie gesetzt
Position offen
Prognose der Redaktion, keine offizielle Aufstellung. Die Startelf gibt der DFB rund eine Stunde vor Anpfiff bekannt.
Im Tor gibt es nichts zu raten. Marc-André ter Stegen ist laut Klopp für den Moment die Nummer eins – und kehrt 15 Monate nach seinem 44. und bislang letzten Länderspiel ausgerechnet in jener Arena zurück, in der er seit seiner Leihe vom FC Barcelona alle zwei Wochen für Ajax hält. Ein Auswärtsspiel mit eigener Kabine, das gibt es im DFB-Tor auch nicht alle Tage.
Davor wird es bayerisch. Tah, Brown, Kimmich, Musiala, Gnabry, dazu womöglich Lennart Karl: Sechs Münchner in einer Startelf wären keine Überraschung, sondern die logische Folge der Kaderaufteilung. Klopp hat bei der Nominierung ausdrücklich drei Namen genannt, die nach schwierigen Monaten Spielpraxis sammeln sollen – Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala und Serge Gnabry. Wer so redet, stellt diese drei nicht auf die Bank. Musiala hat am Wochenende beim 7:0 gegen Union Berlin getroffen und erstmals in dieser Saison über 90 Minuten durchgehalten. Besser kann das Timing kaum sein.
Joshua Kimmich führt der DFB wieder als Mittelfeldspieler, und genau dort gehört der Kapitän in einem Klopp-System auch hin: als Taktgeber vor der Abwehr, der das Gegenpressing organisiert. Unter Julian Nagelsmann verteidigte er meist rechts hinten. Diese Zeit ist vorbei.
Kimmichs Umzug ins Zentrum reißt allerdings jene Lücke wieder auf, die den deutschen Fußball seit Philipp Lahm begleitet. Im ersten Kader stehen mit Josha Vagnoman und dem Freiburger Neuling Philipp Treu zwei Kandidaten, keiner ist unumstritten. Vagnoman bringt Tempo und Länderspielerfahrung mit, Treu die Unbekümmertheit des Debütanten. Gegen Cody Gakpo dürfte Klopp zunächst auf Erfahrung setzen.
Rechtsverteidiger
Vagnoman gegen Treu
Tempo und Routine oder der Freiburger ohne Länderspiel? Die dünnste Position im Kader.
Rechter Achter
Nmecha gegen Stach
Der Dortmunder trägt den Ball, der Leeds-Profi gewinnt ihn. Amiri wäre die spielerische dritte Variante.
Rechter Flügel
Karl gegen Schade
Der 18-Jährige mit dem linken Fuß oder der Sprinter aus Brentford für die Räume hinter der Kette.
Sturmzentrum
Havertz gegen Ebnoutalib
Der etablierte Pressingstürmer oder der Frankfurter, der gerade die Bundesliga-Torjägerliste anführt.
Auf der rechten Achterposition spricht vieles für Felix Nmecha, der den Ball unter Druck nach vorn tragen kann – eine Fähigkeit, die gegen Xavis Niederlande Gold wert sein dürfte, denn auch der neue Bondscoach gibt in Amsterdam sein Debüt und wird hoch anlaufen lassen. Anton Stach wäre die robustere Lösung, falls Klopp dem Auftakt auswärts erst einmal Stabilität verordnet.
Vorn ist Kai Havertz der naheliegende Name. Er kennt die Rolle des ersten Anläufers aus London, er ist neben Younes Ebnoutalib der einzige nominelle Stürmer im ersten Kader. Nur: Der Frankfurter führt mit vier Treffern die Torjägerliste der Bundesliga an, und Klopp hat ein Herz für Spieler, die gerade nicht nachdenken müssen. Ein Debüt von Beginn an in Amsterdam wäre ein Statement. Wahrscheinlicher ist die Joker-Rolle ab Minute 60.
Bleibt Lennart Karl. Dass Klopp vom ersten persönlichen Treffen mit dem 18-Jährigen angetan war, hat er selbst erzählt. Ob daraus gleich ein Startelfmandat beim Erzrivalen wird, ist die spannendste Personalie der Woche – Kevin Schade wäre die pragmatische, Chris Führich die eingespielte Alternative.
Wir haben keine A- oder B-Mannschaft zusammengestellt, hat Klopp bei der Nominierung betont. Man sollte ihm das glauben: Florian Wirtz, Nick Woltemade, Aleksandar Pavlović und Saïd El Mala stoßen erst zum Serbien-Spiel dazu, und niemand käme auf die Idee, sie zur zweiten Garde zu zählen. Die Startelf von Amsterdam ist also eine Momentaufnahme, gebaut aus dem, was diese Woche in Herzogenaurach greifbar ist.
Wer am Donnerstag im grünen Retrotrikot beginnt, hat deshalb noch nichts gewonnen außer Vertrauen. Das allerdings war bei Klopp schon immer die härteste Währung.
Und jetzt Sie: Vagnoman oder Treu, Havertz oder Ebnoutalib, Karl von Beginn an – wen würden Sie in Amsterdam aufstellen?















