So schlagen sich die Drittliga-Absteiger in der Regionalliga | OneFootball

So schlagen sich die Drittliga-Absteiger in der Regionalliga | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: liga3-online.de

liga3-online.de

·15. September 2026

So schlagen sich die Drittliga-Absteiger in der Regionalliga

Artikelbild:So schlagen sich die Drittliga-Absteiger in der Regionalliga

Den 1. FC Schweinfurt, SSV Ulm und Erzgebirge Aue erwischte es auf sportlichem Wege, dazu 1860 München am grünen Tisch: Vier durchaus illustre Namen erwischte es im Frühsommer – doch wie schnell ist die Konsolidierung gelungen? Nach den ersten sieben bis acht Spieltagen lässt sich ein Zwischenfazit ziehen. Und das fällt von Wiederaufstiegshoffnungen bis zum drohenden Fünftliga-Absturz höchst unterschiedlich aus.

Die Souveränen: Erzgebirge Aue

Für die Veilchen war der Abstieg aus der 3. Liga eine Zäsur: Seit dem Jahrtausendwechsel hatte die Kleinstadt im Erzgebirge stolze 16 Jahre lang Zweitliga-Fußball anbieten können – nun kicken die Sachsen erstmals viertklassig. Nach einer Saison zum Vergessen fehlte zum Klassenerhalt durch die Hintertür infolge des 1860-Rückzugs letztlich nur ein Punkt auf Havelse. Doch obgleich mit Kapitän Marcel Bär und Maxim Burghardt nur zwei Feldspieler die Treue hielten und die Regionalliga Nordost von ambitionierten Traditionsvereinen gespickt ist, harmoniert der Kader bereits prächtig: Mit 17 Punkten aus acht Spielen hat der FCE die Verfolgung von Rot-Weiß Erfurt und dem Chemnitzer FC aufgenommen, die mit jeweils 20 Zählern derzeit ganz oben rangieren.


OneFootball Videos


Anteil hatte daran jüngst auch Torhüter-Legende Martin Männel: Der 38-Jährige war zu Saisonbeginn die sportliche Nummer zwei, rutschte aber aufgrund einer Verletzung wieder ins Tor und hielt bei seinem 600. (!) Einsatz für seinen FC Erzgebirge jüngst das 2:1 gegen Schlusslicht Luckenwalde fest. Das Ergebnis steht sinnbildlich für einen Saisonstart voller harter Arbeit und vieler knapper Erfolge. So ist Erfurt in der Bilanz nur vier Tore im Plus, Ligaprimus Erfurt bereits 23. Auch ohne den Status als Topfavorit halten die Fans übrigens die Treue: Fast 8.000 Fans besuchten im Schnitt die ersten fünf Heimspiele – und dabei war noch gar kein "Großkaliber" der Marke Erfurt, Jena oder Rivale Chemnitz zu Gast.

Die Befreiten: TSV 1860 München

Was für ein Chaos-Sommer war das (mal wieder) an der Grünwalder Straße: Lizenzverweigerung aufgrund von unerfüllten Finanzierungszusagen des Ex-Investors Hasan Ismaik, die von vielen Fans gefeierte Befreiung aus den Fängen des Jordaniers in Form eines gekündigten Kooperationsvertrages, das Gründen einer neuen Spielbetriebs-GmbH durch den eingetragenen Verein. Letztlich muss der TSV einmal mehr über die bayrischen Dörfer tingeln – in der Hoffnung, perspektivisch zu gesunden. Nachdem zum Start der Vorbereitung fast nur Akteure der zweiten Mannschaft vorzufinden waren, stellten die Sechziger doch noch einen schlagkräftigen Kader zusammen.

Anführer der neuen Löwen sind Florian Niederlechner und Tunay Deniz, die ihre Verträge verlängerten. Mit Michael Eberwein, Dennis Dressel und Eric Uhlmann gelang es, weitere Ankerspieler mit viel Zweit- bzw. Drittliga-Erfahrung zu holen, die Basis aber bleibt die hervorragende Nachwuchsarbeit – so marschiert unter anderem Youngster Lance Fiedler (19) als Linksverteidiger mit bereits drei erzielten Treffern voran. Derzeit belegt der TSV 1860 den 6. Tabellenplatz, ist allerdings noch ungeschlagen. Sieben Punkte gilt es auf Spitzenreiter Buchbach aufzuholen, der bereits ein Spiel mehr absolviert hat. Zudem ist – wie so oft in der Bayern-Staffel – fraglich, wer abseits der Löwen überhaupt Interesse an einem Aufstieg in die 3. Liga hat, handelt es sich doch zumeist um Klubs mit Amateur-(Infra-)struktur.

Die Unauffälligen: Schweinfurt 05

Der FC Schweinfurt 05 befand sich schon in der vergangenen Saison sportlich meist auf Viertliga-Niveau. So war es kein Wunder, dass er im letzten Saisondrittel nur noch versuchte, einen Drittliga-Negativrekord bei den erzielten Punkten zu vermeiden, was im Übrigen knapp gelang. Einen großen Umbruch gab es trotzdem, rund 20 Spieler verließen die Schnüdel im Sommer. Nur zwei von ihnen, Lucas Zeller (Münster) und Toni Stahl (Duisburg) kamen übrigens in der 3. Liga unter, namhafte Kicker wie Johannes Geis, Erik Shuranov und Manuel Wintzheimer sind bis zum heutigen Tag vereinslos.

Ausgestattet mit vielen eher unbekannten Neuzugängen aus der Regionalliga oder tieferen Gefilden geht es zunächst um die Stabilisierung, was bis dato ordentlich gelingt: Mit elf Punkten aus acht Spielen belegt Schweinfurt 05 den 8. Platz mit vier Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone. Bereits 17 kassierte Gegentore zeigen aber, dass die große Schwachstelle des Vorjahres auch eine Liga tiefer noch nicht restlos ausgemerzt ist. Enttäuschend sind abseits des Duells mit 1860 München (7.500 Zuschauer) die Besucherzahlen – so verirrten sich zuletzt zum Pflichtspiel gegen die Fürther Reserve nur noch 1.447 Menschen ins Willy-Sachs-Stadion. Nichts ist übrig von der Euphorie, die in der 55.000-Einwohner-Stadt nach dem Drittliga-Aufstieg Einzug gehalten hatte.

Die Katastrophalen: SSV Ulm

Nach Oberhausen, Aachen, dem FSV Frankfurt und Würzburg war der SSV Ulm der fünfte Klub, der mit einem Doppel-Abstieg von der 2. Bundesliga in die Regionalliga durchgereicht wurde. Schon die Kombination mit dem vorherigen Aufstiegs-Double, der Irrsinn nahm in der Saison 2022/23 seinen positiven Beginn, ist einmalig. Nun aber droht ein neuer, unrühmlicher Tiefpunkt: Ulms Absturz ist ganz offensichtlich noch nicht abgeschlossen, und die Regionalliga Südwest erweist sich als unbarmherzig. Nach sieben Spieltagen haben die Donaustädter mit nur drei Unentschieden und bereits vier Niederlagen die Rote Laterne inne, der erste Nichtabstiegsplatz ist bereits drei Punkte entfernt.

Auch wenn sich die Verantwortlichen um Ruhe bemühen, so ist die Angst davor, bald Oberliga-Fußball anbieten zu müssen, greifbar. Chancenlos ist der SSV dabei selten, verspielte allerdings bereits vier Führungen – auch beim jüngsten 1:2 gegen den FSV Frankfurt waren die Ulmer zwischenzeitlich auf Siegkurs. Trainer Daniel Jungwirth, der zum ersten Mal eine Herrenmannschaft unter professionellen Bedingungen trainiert, erhält weiterhin das Vertrauen, muss aber dringend Ergebnisse liefern. Der Kader, so verunsichert er auch sein mag, gibt dies her: Spieler wie Dennis Chessa, Lucas Röser und der (noch) verletzte Kapitän Jo Reichert waren schon in der 2. Bundesliga dabei. Steffen Meuer, Benjamin Goller, Moritz Heinrich und Marcel Seegert bringen viel Erfahrung aus höherklassigen Stationen mit, der geschätzte Gesamtmarktwert von 3,5 Mio. Euro liegt auf dem Niveau der aktuellen Drittligisten Großaspach und Meppen. Umso weniger ist zu erklären, warum sich die Abwärtsspirale in der Domstadt immer weiterdreht.

Impressum des Publishers ansehen