„Soums“ Weg: Stilles Kämpferherz, große Träume | OneFootball

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·25. Februar 2026

„Soums“ Weg: Stilles Kämpferherz, große Träume

Artikelbild:„Soums“ Weg: Stilles Kämpferherz, große Träume

„Salzburger Halbzeit“ mit Soumaila Diabate

Wer Soumaila Diabate auf dem Spielfeld beobachtet, sieht einen unermüdlichen Arbeiter. Ein Sechser, wie er im Buche steht: voller Leidenschaft, zweikampfstark und ohne Furcht vor großen Namen oder harten Duellen – zwangsweise ziehen manche hier auch den Vergleich zu einem seiner Vorgänger: Mohamed Camara. Doch wer Soumaila bei einem Spaziergang durch die Salzburger Altstadt trifft, lernt eine ganz andere Seite des Maliers kennen. 

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Er ist ein junger Mann der leisen Töne, der das Rampenlicht abseits des Rasens lieber meidet und fast schon schüchtern wirkt. Das Posieren für Fotos gehört dazu, bis ihm unser Fotograf mit einem einfachen „Bitte lächeln, Soum!“ ein nettes Grinsen entlockt. 


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„Ich bin ein einfacher, respektvoller Mensch. Ich bleibe gerne für mich und bin nicht arrogant. Vor allem gilt bei mir: Wer mir mit Respekt begegnet, bekommt ihn von mir auch immer erwidert.“ Auf dem Platz transformiert sich diese Zurückhaltung in pure Energie. Es ist diese Dualität, die den 21-Jährigen auszeichnet.

Ich hatte alles zurückgelassen, um diesen Traum zu verwirklichen.

Von der Großfamilie in Bamako alleine in die Mozartstadt

Soumaila wuchs inmitten von Malis Hauptstadt Bamako im Kreise einer 20-köpfigen Großfamilie auf. Es war ein lebhaftes Haus, in dem er nicht nur mit seinen Eltern und vier Geschwistern, sondern auch mit Onkeln, Tanten und Cousins groß wurde. Sie seien nicht arm gewesen, doch die Verhältnisse beschreibt er rückblickend als bescheiden, was nichts daran ändert, dass er seine Jugend dort in bester Erinnerung behält: „Ich bin stolz darauf, Malier zu sein. Es ist das Land meines Vaters, das Land meiner Mutter, meiner Vorfahren. Mein ganzes Leben ist in Mali.“

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Der Fußball war dabei von Beginn an familiärer Fixpunkt, das sportliche Gen teilt er sich mit seinen Geschwistern, die ebenfalls fleißig kicken. Seine jüngere Schwester Kadidiatou steht sogar im Kader der malischen Frauen-Nationalmannschaft und bereitet sich aktuell auf den anstehenden Afrika-Cup vor.  Als das größte Fußball-Talent der Familie Diabate galt aber immer schon Soumaila. Bereits als Neunjähriger schaffte er den Sprung in die renommierte JMG Academy, wo er unter der Woche im Internat lebte. „Ich hatte immer nur Fußball im Kopf, einen Plan B gab es nicht. Ich wollte Fußballer werden und nichts anderes.“ Eine prägende Rolle zu dieser Zeit spielte für ihn vor allem sein Vater, der bei jeder einzelnen Partie am Spielfeldrand stand. „Er war immer da! Zum Training konnte er nicht zuschauen kommen, weil er arbeiten musste, aber er war bei jedem Spiel von mir, und danach fuhren wir fürs restliche Wochenende heim, bevor ich wieder ins Internat musste.“ Der Schritt weg aus der Heimat Anfang 2023 war für Soumaila selbstredend eine riesige Umstellung. „Natürlich vermisse ich meine Familie enorm. Ich kam aus Afrika, ich hatte alles zurückgelassen, um diesen Traum zu verwirklichen, der mir so wichtig war. Alle waren so stolz auf mich, weil ich der Erste in der Familie war, der einen Profivertrag bei einem großen Klub wie Salzburg unterschrieben hat.“  Die Ankunft in Europa war für den jungen Malier zunächst ein Sprung ins Ungewisse. „Ich kam aus Afrika, ich wusste nichts über Europa und die Sprache hier. Ich habe drei oder vier Monate gebraucht, bis ich mich zurechtgefunden habe, aber danach fing es an, gut für mich zu laufen.“ Besonders wichtig war dabei Moussa Yeo, den er schon aus der Heimat kannte, aber auch Landsmann Mamady Diambou und Karim Konate spielten als soziale Anknüpfungspunkte eine bedeutende Rolle.

Ronivaldo-Weisheiten in Linz

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Nach eineinhalb Jahren beim FC Liefering folgte die nächste Reifeprüfung für den zweikampfstarken Sechser, der in der Jugend auch als Flügelstürmer aufgelaufen war. Per Leihe ging es für erste Bundesliga-Matchpraxis zum FC Blau-Weiß Linz. Ein neues Umfeld, in dem es keine Kontaktpersonen aus der Heimat geben sollte. „Aber auch dort habe ich viele sympathische Leute kennengelernt, die mir sehr geholfen haben.“ 

Es gab dort eine Zeit, da wollte ich unbedingt mein erstes Bundesliga-Tor schießen und habe dann in gewissen Situationen zu sehr versucht, es zu erzwingen.

Neben dem damaligen Trainer Gerald Scheiblehner, den Soumaila als wichtige Bezugsperson aufzählt, hebt der Malier vor allem einen Teamkollegen aus der Stahlstadt als „Mentor“ hervor:

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„Ronivaldo! Er hat mir viel geholfen, viele Ratschläge mitgegeben und war viel für mich da. Es gab dort eine Zeit, da wollte ich unbedingt mein erstes Bundesliga-Tor schießen und habe dann in gewissen Situationen zu sehr versucht, es zu erzwingen.“ Der erfahrene Stürmer half ihm dabei, die nötige Ruhe zu bewahren – eine Gelassenheit, die ihm später zugutekam, als er im August 2025 schließlich für uns endlich gegen den LASK traf. Seine Entwicklung im letzten Jahr gipfelte in Momenten, die für Soumaila heute noch fast unglaublich wirken. Er kam aus Linz zurück und stand bei seinem Debüt für unsere Roten Bullen plötzlich bei der Klub-Weltmeisterschaft auf dem Platz. „Seit meiner Kindheit war ich Fan von Real Madrid, und plötzlich durfte ich selbst gegen sie spielen. Da stand ich in Amerika in diesem großen, vollen Stadion auf dem Feld und realisierte, dass mir gegenüber die ganzen Spieler stehen, zu denen ich vorher aufgeschaut hatte.“  Inspiration fand er als Kind bzw. Jugendlicher vor allem in seinen positionsgetreuen Vorbildern wie Marco Verratti oder N’Golo Kante, aber auch in der Siegermentalität von Cristiano Ronaldo. Bei aller Bescheidenheit sind die sportlichen Ambitionen von „Soum“ nämlich groß: „Ich möchte Trophäen gewinnen, vor allem mit dem Klub, aber gerne auch persönliche. Den Afrika-Cup mit meinem Land zu gewinnen, ist ein großer Traum, mal an der Weltmeisterschaft teilzunehmen und eines Tages die Champions League zu gewinnen. Wenn Allah es mir ermöglicht, sollen diese Träume von mir wahr werden.“

Es sind dieser Glaube und die tiefe Verbundenheit zu seinen Wurzeln, die Soumaila antreiben, auch wenn er privat noch ganz bescheiden in die Zukunft blickt. Zurzeit noch Single möchte er aber „irgendwann gerne heiraten und Kinder haben“, wie er schüchtern erzählt. Doch bis es so weit ist, genießt er die Ruhe abseits des Trubels.

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Nach unserem gemeinsamen Spaziergang durch die Altstadt steht für ihn deshalb nichts Spektakuläres mehr an, wie er uns verrät. Der Kämpfer, der auf dem Platz vor niemandem zurückweicht, geht es im Alltag wenig überraschend eher ruhig an. „Ich schlafe erst einmal ein bisschen, da wir gestern das Spiel und heute Vormittag Training hatten. Danach rufe ich noch meine Familie in Mali an, wir facetimen eigentlich jeden Tag, und schaue vielleicht dann noch eine Serie auf Netflix, aktuell bin ich an ‚The Night Agent‘ dran“, erzählt er uns mit jenem sympathischen Lächeln, das er zuvor für die Kamera erst finden musste. Es ist der perfekte Ausklang für einen Mann, der genau weiß, wann es Zeit ist, zu kämpfen, und wann es Zeit ist, einfach nur der nette Soumaila von nebenan zu sein.

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