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·20. Januar 2026
Spätfolgen aus der Corona-Zeit: Cristiano Ronaldo besiegt Juventus Turin vor Gericht

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·20. Januar 2026

Das Turiner Arbeitsgericht weist Juventus' Forderung nach 9,7 Millionen Euro zurück. Der Klub muss zudem die Verfahrenskosten tragen.
Cristiano Ronaldo hat vor Gericht gewonnen, und das ist mehr als nur eine juristische Fußnote. Der Portugiese muss die von Juventus Turin geforderten 9,7 Millionen Euro nicht zurückzahlen. Das Turiner Arbeitsgericht wies den Einspruch des Klubs zurück und erklärte sämtliche Einwände für unbegründet. Juventus muss nun zusätzlich die Verfahrenskosten von rund 50.000 Euro tragen.
Was auf den ersten Blick wie ein Streit zwischen einem Multimillionär und einem Großklub wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen ein grundsätzliches Problem im modernen Profifußball: Wer trägt die Lasten in Krisenzeiten? Und vor allem: Wer definiert, was freiwillig ist?
Juventus hatte argumentiert, Ronaldo habe während der Corona-Pandemie freiwillig auf fast zehn Millionen Euro verzichtet. Das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. Und genau hier liegt der entscheidende Punkt. Viele Profifußballer verzichteten in jener Zeit auf Gehalt oder Teile davon. Das war richtig und solidarisch. Aber zwischen einem echten Verzicht und einer Stundung liegt ein gewaltiger Unterschied.
Die Turiner versuchten offenbar, aus einer Vereinbarung zur Aufschiebung von Gehaltszahlungen einen dauerhaften Verzicht zu konstruieren. Das Gericht hat dem einen Riegel vorgeschoben. Verträge sind Verträge, auch in Pandemiezeiten. Wer Zahlungen stundet, muss sie später leisten. Wer einen Verzicht will, muss ihn eindeutig vereinbaren.
Für Juventus ist das Urteil mehr als nur ein finanzieller Rückschlag. Es ist ein Imageproblem. Der Klub, der in den vergangenen Jahren ohnehin mit juristischen Auseinandersetzungen und Punktabzügen zu kämpfen hatte, steht erneut als Verlierer da. Laut Berichten prüft Juventus weitere rechtliche Schritte. Das ist ihr gutes Recht. Aber die Erfolgsaussichten dürften überschaubar sein, wenn bereits zwei Instanzen gegen den Klub entschieden haben.
Ronaldo hingegen hat einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur auf dem Platz kämpft. Mit 39 Jahren lässt er sich nicht abspeisen. Das mag man arrogant finden bei jemandem, der Hunderte Millionen verdient hat. Aber es geht ums Prinzip. Und das Prinzip lautet: Vereinbarungen gelten.
Der Fall zeigt auch, wie fragil das Verhältnis zwischen Klubs und Spielern sein kann. In guten Zeiten wird gemeinsam gefeiert, in schlechten Zeiten wird gestritten. Die Corona-Pandemie hat viele solcher Konflikte ans Licht gebracht. Dieser hier ist nun entschieden.
Juventus sollte das Urteil akzeptieren und nach vorne schauen. Weitere Prozesse kosten Geld, Zeit und Reputation. Ronaldo hat gewonnen. Der Fußball sollte daraus lernen: Klarheit in Verträgen schützt beide Seiten.
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