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Jule Stolpe·17. Juli 2026
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Jule Stolpe·17. Juli 2026
Es war und ist natürlich eine Weltmeisterschaft der glänzenden Superhelden, die einen großen Teil der Aufmerksamkeit der ganzen Fußballwelt auf sich zogen. Aber eben nicht nur.
In den letzten Wochen haben wir einige beeindruckende Geschichten miterlebt, die Spieler in den Mittelpunkt rückten, die wir vorher vielleicht nicht mal auf dem Schirm hatten - für einige sicherlich sogar die noch schöneren Stories als all die Rekorde und Tore der absoluten Extragarde.
Wir haben zehn Spieler herausgesucht, die sich während des Turniers zu absoluten Kultfiguren entwickelten - und von denen wir hoffen, auch nach dem Finale hier und da noch einiges zu hören.
Einfach eine unglaubliche Geschichte. Pico Lopes ist in Dublin geboren, spielt seit 2017 für die Shamrock Rovers und taucht plötzlich mit Kap Verde bei der Weltmeisterschaft auf.
Lopes ist aufgrund seines Vaters spielberechtigt und läuft seit 2019 für Kap Verde auf – nachdem er die ersten Nachrichten des Verbandes zunächst ignoriert hatte, weil er sie für Spam hielt. Er wird froh sein, dass er gemerkt hat, dass es kein Fake war. Der Innenverteidiger stand bei Kap Verdes sensationellem Lauf bis ins Sechzehntelfinale jede Minute auf dem Platz.
Mit drei Treffern hat Elijah Just bei der WM 2026 mehr Tore für Neuseeland erzielt, als seinem gesamten Heimatland bei allen vorherigen Weltmeisterschaften zusammen gelungen waren.
Torhüter geben hervorragende Kulthelden ab. So auch Elyo Room. Das hätte man wohl kaum vorhergesagt, als er beim Auftaktspiel Curaçaos gegen Deutschland sieben Gegentore kassierte. Doch im nächsten Spiel gegen Ecuador verbuchte er mit 15 Paraden die meisten Rettungstaten innerhalb von 90 Minuten, die je in einem WM-Spiel gemessen wurden.
Haissem Hassan saß während der gesamten Gruppenphase für Ägypten nur auf der Bank, drehte in der K.-o.-Runde dann aber richtig auf.
Nach seinem Debüt im Sechzehntelfinale gegen Australien machte er sich im Achtelfinale gegen Argentinien so richtig einen Namen. Hassans faszinierendes Solo zur Vorarbeit des vermeintlich zweiten ägyptischen Tors – das dann allerdings aberkannt wurde – zeigte seine brillanten Fähigkeiten.
Später gelang es dem Flügelspieler dann doch noch, ein reguläres Tor für Mostafa Ziko aufzulegen, bevor Ägypten der argentinischen Aufholjagd erlag.
Orlando Gill feierte erst im September sein Debüt für Paraguay, doch spulen wir vor zur Weltmeisterschaft: Da war er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken.
Seine zwei gehaltenen Elfmeter im Elfmeterschießen gegen Deutschland machten ihn zum Helden.
Saß in der Gruppenphase auf der Bank. Saß im Sechzehntelfinale auf der Bank. Kam gegen Mexiko ins Spiel und köpfte einfach alles weg. Im Vorfeld des Turniers wurde sogar darüber debattiert, ob man ihn mitnehmen sollte - die Antwort lieferte er dann gegen Mexiko. Als er gegen Argentinien als Notstürmer im Halbfinale zum Einsatz kam, brachte das leider nix - auch das gehört zur Wahrheit dazu.
Argentinien wusste gar nicht, wie ihnen geschieht: Kap Verdes unwahrscheinlicher WM-Traum wurde durch Sidny Lopes Cabrals Traumtor in der Verlängerung des Sechzehntelfinals am Leben erhalten und drohte, für die Sensation aller Sensationen zu sorgen. Am Ende reichte es knapp nicht, aber Cabrals Tor sorgte dafür, dass sie sich mit erhobenem Haupt verabschiedeten.
Es war eine Weltmeisterschaft, bei der die meisten großen Namen vor dem Tor abgeliefert haben. Die Torschützenliste wird von Spielern wie Kylian Mbappé, Lionel Messi und Erling Haaland angeführt. Keine großen Überraschungen also.
Aber Julián Quiñones war einer der Außenseiter, die sich in die Torschützenliste drängten. Seine vier Tore vor dem Ausscheiden Mexikos waren beispielsweise eines mehr, als Cristiano Ronaldo erzielte.
Das Paradebeispiel eines Durchstarters, der sich durch seine WM-Leistungen einen großen Transfer einbringen wird.
Johan Manzambi glänzte für die Schweiz in der Gruppenphase mit einem Doppelpack gegen Bosnien und Herzegowina, legte dann ein Tor und eine Vorlage gegen Kanada nach und verbuchte im Sechzehntelfinale einen weiteren Assist.
Ist es ein Zufall, dass der Schweiz die Puste ausging, als Manzambi danach nicht mehr zur Verfügung stand? Vielleicht nicht.
Es konnte nur einen Mann auf Platz 1 geben, das ist ja wohl klar.
Größere Überraschungsstars als Vozinha gibt es kaum. Der kapverdische Torhüter, der im Alter von 40 Jahren seine (und seines Landes) erste Weltmeisterschaft bestritt, wurde im Handumdrehen zum Publikumsliebling.
Dass er bei seinem Debüt gegen Spanien die weiße Weste wahrte, war monumental. Als Zeichen dafür, wie sehr er das weltweite WM-Publikum für sich gewonnen hat, wuchs seine Instagram-Followerzahl seither von rund 50.000 auf fast 30 Millionen an.
📸 Robert Cianflone - 2026 Getty Images







































