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·21. September 2026
Spanien bindet de la Fuente bis 2032: Wird das jetzt eine echte Dynastie?

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·21. September 2026

Manche Trainer bekommen einen neuen Vertrag, weil ein Verband nervös wird. Luis de la Fuente bekommt einen neuen Vertrag, weil der spanische Verband offenbar ziemlich genau weiß, was er an seinem Nationaltrainer hat. Die RFEF hat den Vertrag des 65-Jährigen bis 2032 verlängert – und damit gleich den Rahmen für die nächsten drei großen Turniere gesetzt. 🏆
Die Entscheidung fiel am Montag einstimmig. De la Fuente bleibt damit mindestens bis zur Europameisterschaft 2032 im Amt und soll Spanien zuvor auch bei der EM 2028 und der Heim-WM 2030 betreuen.
Bei der bisherigen Bilanz ist das durchaus nachvollziehbar. Nations League, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft – seit De la Fuentes Amtsantritt hat Spanien drei große Titel gewonnen.
Schauen wir uns kurz an, wofür der Verband den Trainer langfristig bindet. 2023 gewann Spanien unter De la Fuente die Nations League, 2024 folgte der Europameistertitel und im vergangenen Juli schließlich der ganz große Coup: Spanien wurde zum zweiten Mal Weltmeister.
Im Finale in New Jersey setzte sich La Roja mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien durch. Das entscheidende Tor erzielte Ferran Torres in der 106. Minute.
Auch die Zahlen des gesamten Turniers waren bemerkenswert. Spanien blieb in allen acht WM-Spielen ungeschlagen und kassierte dabei lediglich ein Gegentor.
Und dann ist da noch diese Serie: Spanien hat inzwischen 38 Länderspiele in Folge nicht verloren. Laut RFEF ist das die längste Ungeschlagenenserie einer Männer-Nationalmannschaft überhaupt.
Drei große Titel und gleichzeitig eine historische Serie – viel bessere Argumente für eine Vertragsverlängerung kann ein Nationaltrainer kaum liefern.
Dabei war De la Fuente lange nicht der große Name, den man mit einer solchen Erfolgsgeschichte verbunden hätte. Der ehemalige Profi von Athletic Bilbao arbeitete seit 2013 beim spanischen Verband und durchlief dort verschiedene Nachwuchsstufen.
Seinen ersten Titel gewann er 2015 mit der spanischen U19, 2018 folgte Gold bei den Mittelmeerspielen mit der U18. Anschließend übernahm er die U21 und führte sie 2019 zum Europameistertitel. Zwei Jahre später holte seine spanische Olympiaauswahl in Tokio die Silbermedaille.
Bemerkenswert: Schon damals arbeitete De la Fuente mit zahlreichen Spielern, die später zu Säulen der A-Nationalmannschaft wurden. Rodri, Mikel Merino und Unai Simón gehörten beispielsweise zur U19-Auswahl von 2015.
Nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der WM 2022 in Katar und dem Rücktritt von Luis Enrique folgte schließlich der Schritt zur A-Nationalmannschaft. Im Dezember 2022 wurde De la Fuente offiziell zum neuen Nationaltrainer ernannt.
Was damals wie eine eher unspektakuläre Lösung wirkte, ist inzwischen eine der erfolgreichsten Trainerentscheidungen der spanischen Verbandsgeschichte.
RFEF-Präsident Rafael Louzán sprach bei der Verkündung von einem Projekt der „Stabilität und des Vertrauens“. De la Fuente sei nach 14 Jahren beim Verband ein Trainer, dem eine langfristige Zukunft zustehe. Die RFEF bezeichnet ihn zudem als erfolgreichsten Nationaltrainer der spanischen Geschichte.
Der neue Vertrag ist deshalb mehr als nur eine Belohnung für die WM. Er soll eine komplette sportliche Ära absichern.
De la Fuente bleibt damit für die EM 2028, die WM 2030 und die EM 2032 verantwortlich. Besonders interessant wird dabei natürlich die Weltmeisterschaft 2030: Spanien ist gemeinsam mit Portugal und Marokko Hauptgastgeber, während Uruguay, Argentinien und Paraguay ebenfalls Spiele im Rahmen des 100-jährigen WM-Jubiläums austragen werden.
Für die spanische Auswahl bedeutet das: Der Mann, der die aktuelle Generation an die Weltspitze geführt hat, soll sie auch durch den nächsten großen Zyklus begleiten.
Viel Zeit zum Zurücklehnen gibt es ohnehin nicht. Bereits in den kommenden Tagen startet Spanien in die neue Nations-League-Saison.
Zum Auftakt wartet am 26. September England in Wembley. Danach folgen am 29. September das Heimspiel gegen Kroatien in Sevilla, am 3. Oktober die Partie gegen Tschechien in Oviedo und zum Abschluss der ersten Länderspielphase am 6. Oktober das Rückspiel gegen Kroatien in Split.
Es ist also direkt wieder eine ziemlich ordentliche Standortbestimmung. England, Kroatien und Tschechien bilden Spaniens Gruppe – und De la Fuente muss gleichzeitig zeigen, dass die Mannschaft trotz des WM-Titels hungrig geblieben ist.
Die ursprünglich für März 2026 geplante Finalissima gegen Argentinien eignet sich dagegen nicht als nächster Titel-Härtetest: Das Spiel wurde von der UEFA abgesagt und nicht nachgeholt.
De la Fuente ist inzwischen 65 Jahre alt. Ein Vertrag bis 2032 klingt deshalb zunächst nach einer ungewöhnlich langen Perspektive. Gleichzeitig ist genau das offenbar die Idee der RFEF: nicht nach jedem Titel neu anfangen, sondern einen erfolgreichen Weg bewusst weiterführen.
Und dafür spricht zumindest die bisherige Entwicklung. Der Trainer hat nicht nur drei große Titel gewonnen, sondern viele Spieler aus dem Nachwuchsbereich selbst begleitet und anschließend in die A-Nationalmannschaft integriert. Die aktuelle Generation um Lamine Yamal, Rodri und Co. steht damit nicht völlig losgelöst von dem System, das De la Fuente beim Verband seit Jahren aufgebaut hat.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger, ob Spanien gerade eine außergewöhnlich erfolgreiche Mannschaft besitzt. Das ist angesichts von drei Titeln und 38 Spielen ohne Niederlage kaum zu bestreiten. Spannender ist, wie lange diese Entwicklung noch anhält.
Sechs Jahre Vertragsverlängerung für einen 65-Jährigen sind im internationalen Fußball durchaus eine Ansage. Bei Luis de la Fuente wirkt sie nach den vergangenen vier Jahren allerdings weniger wie ein Wagnis als wie der Versuch, einen erfolgreichen Zyklus möglichst lange zusammenzuhalten.
Nations League, EM, WM und nun ein Vertrag bis 2032: Spanien hat sich für Kontinuität entschieden.
Ob daraus tatsächlich eine Dynastie wird, muss die Zukunft zeigen. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls ziemlich außergewöhnlich.















