90PLUS
·10. Juli 2026
Spanien gegen Belgien: Zwei Serien, nur eine überlebt

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·10. Juli 2026

Fünf Spiele, null Gegentore, 35 Länderspiele ohne Niederlage – und trotzdem fährt Spanien heute Abend nach Los Angeles zu dem einen Gegner, der diese Buchhaltung binnen 90 Minuten schreddern kann. Belgien hat in seinen letzten drei WM-Auftritten zwölf Tore erzielt. Anstoß im SoFi Stadium: 21 Uhr.
Spaniens Turnier liest sich wie ein Kontoauszug ohne Abbuchungen. 0:0 gegen Kap Verde, 4:0 gegen Saudi-Arabien, 1:0 gegen Uruguay, 3:0 gegen Österreich, 1:0 gegen Portugal – 9:0 Tore, und Unai Simón steht inzwischen bei 609 WM-Minuten ohne Gegentreffer. Walter Zengas Uraltrekord von 1990? Seit dem Österreich-Spiel Geschichte. Rechnet man das Marokko-Achtelfinale von 2022 dazu, hat La Roja als erste Nation überhaupt sechs WM-Spiele in Serie zu null gespielt. Und die 35 Spiele ohne Niederlage nach regulärer Spielzeit egalisieren die eigene Bestmarke aus der Ära Aragonés und Del Bosque – nur Italiens 37 stehen noch darüber.
Belgien erzählt die Gegengeschichte. 5:1 gegen Neuseeland, dann das irrwitzige 3:2 nach Verlängerung gegen den Senegal – 0:2 hinten bis zur 86. Minute, ehe Joker Lukaku und Kapitän Tielemans das Spiel drehten und Tielemans in der 125. Minute per Elfmeter vollendete. Gegen die USA folgte ein 4:1, das keine Fragen offenließ, mit einem Doppelpack von Charles De Ketelaere und dem nächsten Joker-Tor von Lukaku. Rudi Garcías Mannschaft ist seit 18 Spielen ungeschlagen und steht erstmals seit 2018 wieder in einem WM-Viertelfinale. Die goldene Generation gibt ihre Abschiedstournee – in Bestform.
Man kann Spaniens Rekord-Defensive als Beweis absoluter Klasse lesen. Man kann sie auch als noch ungetestete Behauptung lesen. Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay, Österreich, Portugal – keiner dieser Gegner schaltet so schnell und so präzise um wie dieses Belgien mit Doku, Trossard und De Ketelaere hinter Lukaku. Genau die Räume hinter Spaniens aufgerückter Kette, die die USA so teuer bezahlt haben, wird De la Fuentes Elf anbieten müssen, wenn sie ihr Ballbesitzspiel durchzieht. Die Frage ist also nicht, ob Belgien Chancen bekommt. Die Frage ist, wie viele Simón davon braucht, um erstmals seit Japan 2022 hinter sich zu greifen.
Die Vorgeschichte gibt der Partie zusätzliche Würze: Das bislang einzige WM-Viertelfinale beider Nationen gewann Belgien 1986 – im Elfmeterschießen, Spaniens ewigem Angstgegner. Und mit der Causa Balogun im Rücken hat Belgien gerade erst bewiesen, dass es sich von Nebengeräuschen nicht beirren lässt.
Ein Turnier-Bollwerk mit Rekordbuch gegen eine Tormaschine mit Torschlusspanik ihrer Generation – sauberer lässt sich ein Stilduell nicht besetzen. Dieses Spiel gehört eingeschaltet. Spätestens ab der 86. Minute sowieso.







































