feverpitch.de
·31. Januar 2026
St. Paulis Hara-Transfer ist ein Risiko – aber eines mit Logik

In partnership with
Yahoo sportsfeverpitch.de
·31. Januar 2026

Der FC St. Pauli verpflichtet Taichi Hara von Kyoto Sanga. Der 26-jährige Zielspieler soll die Offensive beleben und bei Standards helfen.
Der FC St. Pauli hat kurz vor Transferschluss noch einmal gehandelt. Taichi Hara kommt vom japanischen Erstligisten Kyoto Sanga ans Millerntor. Ein Stürmer, den am Hamburger Hafen kaum jemand auf dem Zettel hatte. Genau das macht diesen Transfer interessant.
Die Kiezkicker haben ein Offensivproblem, das ist kein Geheimnis. Sportchef Andreas Bornemann spricht von einem Spielertyp, den St. Pauli bislang nicht im Kader hatte. Ein klassischer Zielspieler, der aber auch technisch versiert genug ist, um sich ins Kombinationsspiel einzuschalten. Das klingt nach einem Profil, das dem Abstiegskampf eine neue Dimension geben könnte.
Trainer Alexander Blessin betont die Torgefahr des 26-Jährigen und sein Auge für Mitspieler. Dazu kommt ein Aspekt, der in der Bundesliga oft unterschätzt wird: Hara soll bei Standards ein Faktor sein, offensiv wie defensiv. In einer Liga, in der Spiele regelmäßig durch ruhende Bälle entschieden werden, ist das mehr als eine Randnotiz. Es ist ein taktisches Argument.
Die Verpflichtung eines Stürmers aus der japanischen J1 League ist ein Risiko. Keine Frage. Die Spielweise unterscheidet sich, das Tempo ist ein anderes, die Zweikampfhärte sowieso. Aber St. Pauli hat in der Vergangenheit bewiesen, dass der Klub Spieler entwickeln kann, die anderswo nicht auf dem Radar waren. Der Mut, abseits der ausgetretenen Pfade zu suchen, gehört zur DNA dieses Vereins.
Was Hara tatsächlich leisten kann, wird sich zeigen. Die Erwartungen sollten realistisch bleiben. Ein Spieler aus Japan braucht Zeit, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen. Die physischen Anforderungen, die taktische Disziplin, das Pressing – all das muss erst verinnerlicht werden. Wer sofortige Wunderdinge erwartet, wird enttäuscht werden.
Aber genau hier liegt auch die Chance. Hara kommt ohne den Druck eines millionenschweren Transfers. Er kann sich entwickeln, ohne dass jeder Fehlpass zum Skandal wird. Für einen Abstiegskandidaten ist das eine gesunde Ausgangslage.
St. Pauli hat mit dieser Verpflichtung ein Signal gesendet. Der Klub kämpft, der Klub investiert, der Klub glaubt an den Klassenerhalt. Ob Taichi Hara der entscheidende Baustein wird, kann heute niemand sagen. Aber der Versuch, die Offensive mit einem unkonventionellen Transfer zu beleben, verdient Respekt. Im Abstiegskampf gewinnt nicht immer der mit dem größten Budget. Manchmal gewinnt der mit dem besten Gespür für den richtigen Moment.








































