„Stand nur noch in Unterhose vor dem Fernseher“ – Polzin spricht über emotionalste HSV-Momente | OneFootball

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·11. Juli 2026

„Stand nur noch in Unterhose vor dem Fernseher“ – Polzin spricht über emotionalste HSV-Momente

Artikelbild:„Stand nur noch in Unterhose vor dem Fernseher“ – Polzin spricht über emotionalste HSV-Momente

Merlin Polzin besitzt bekanntermaßen eine enge Bindung zum HSV und dementsprechend schon eine Menge durchlebt.

Von kleinauf verfolgte er den Verein als Fan, fungierte bereits in jungen Jahren als Nachwuchstrainer, ehe er über den VfL Osnabrück 2020 als Co-Trainer der Profimannschaft zurückkehrte und Ende des Jahres 2024 zum Chef befördert wurde. Während seiner Tätigkeit in Niedersachsen befand sich der HSV in einer schwierigen Phase. Auch in der Saison 2014/2015 stand er kurz vor dem Abstieg. Erst am letzten Spieltag gelang der Sprung auf den Relegationsplatz.


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Nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Karlsruhe brauchte es im Wildpark einen Sieg, um den Klassenerhalt zu sichern. In der 78. Minute geriet der HSV jedoch durch einen Treffer von Reinhold Yabo ins Hintertreffen. „Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, alleine in meiner 38 Quadratmeter-Wohnung in Osnabrück, komplett nass geschwitzt, stand nur noch in Unterhose vor dem Fernseher“, berichtete Polzin im Interview mit dem Bundesliga-Magazin.

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Foto: Getty Images

Last-Minute-Drama von Sandhausen als schwerste Stunde

Mit Beginn der Nachspielzeit trat Marcelo Díaz zum Freistoß aus rund 20 Metern an. „Dann ist das Ding reingeflogen und die Nachbarn haben es wahrscheinlich bis heute nicht vergessen, wie ich gejubelt habe“, fuhr der Cheftrainer fort. In der Verlängerung gelang Nicolai Müller schließlich das Siegtor und der HSV feierte den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt.  Drei Jahre später folgte jedoch die Konsequenz für die anhaltende Misswirtschaft sowie die unzähligen personellen Fehlentscheidungen in Form des Abstiegs.

Polzin verfolgte das Geschehen aus Osnabrück aus, bis er als Assistent von Daniel Thioune wieder in Hamburg tätig wurde und seinen Posten auch nach dessen Entlassung behielt. Die womöglich bittersten Tage erlebte er im Saison-Endspurt 2022/23. Der damals von Tim Walter trainierte HSV stand kurz vor der Bundesliga-Rückkehr. Die Fans feierten bereits ausgelassen auf dem Spielfeld in Sandhausen. Zu früh: Denn Heidenheim zog durch zwei späte Tore noch vorbei und schickte die Hanseaten abermals in die Relegation.

„Ich hatte meine gesamte Familie da, meine Freundin war da, mein Bruder war da, wir lagen uns gefühlt schon in den Armen, bevor man dann rausgerissen wurde aus dem großen Ziel“, so Polzin. Ein emotional ausgelaugter HSV unterlag dem VfB Stuttgart in der Relegation deutlich (0:3/1:3) und musste noch zwei weitere Jahre im Unterhaus verbringen. Erst im siebten Anlauf gelang der lang ersehnte Aufstieg.

Was Polzin vom Aufstiegsspiel besonders in Erinnerung blieb

„Wenn man die Emotionen sieht, was im Stadion passiert ist, dann war das ganz, ganz außergewöhnlich“, rekapitulierte Polzin mit Blick auf den in allen Belangen spektakulären 6:1-Erfolg über Ulm. Für ihn persönlich sei es „eher dieser Moment am Rand“ gewesen, „als wir uns dann im Trainerteam zurückgelehnt und gesagt haben: ‚Wir schaffen es wirklich, wir steigen auf‘. Das ist mir bis heute im Ohr.“

Mit dem souveränen Klassenerhalt erreichte Polzin ein weiteres großes Ziel. Für die neue Saison dürfte es ihm ein Anliegen sein, nicht nochmals komplett nass geschwitzt eine Relegation mit HSV-Beteiligung verfolgen zu müssen.

Foto: Getty Images

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