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·9. April 2026
Statistik zum Einschätzen von Torhütern im Falle von Manuel Neuer: Wie aussagekräftig ist xGOT?

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Die Diskussion um Manuel Neuer lässt sich derzeit an einer Kennzahl gut festmachen: xGOT, also „expected goals on target“. Die Statistik bewertet jeden Schuss auf das Tor danach, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Treffers ist – und soll damit zeigen, wie viele Gegentore ein Keeper tatsächlich verhindert. Beim FC Bayern spricht der Wert aktuell in der Bundesliga eher gegen Neuer als für ihn. Auf Reddit gibt es eine lebhafte Diskussion darüber, wie gut nun Neuer tatsächlich (noch) ist.

Manuel Neuer vom FC Bayern München _ Wie lange spielt er noch? Foto Depositphotos.com
In der Bundesliga hat der 38-Jährige in dieser Saison laut Sofascore gerade einmal 0,16 Gegentore in 20 Spielen verhindert. In der Champions League kommt er mit 2,34 auf einen deutlich besseren Wert, allerdings nur über acht Einsätze. [Urbig hat in beiden Wettbewerben dennoch deutlich bessere Werte]
Ein Blick auf die Bundesliga-Rangliste unterstreicht den Abstand: Alexander Nübel führt das Feld mit 6,84 verhinderten Gegentoren in 28 Spielen an, dazu stehen für ihn in der Europa League bei elf Partien ein Wert von -2,21. Dahinter folgt Batz mit 8,37 in 16 Spielen; in der Conference League kommt er in vier Partien auf 3,79. Auf Platz drei liegt Vasilj mit 9,66 in 28 Spielen.
Von diesen Werten ist Neuer weit entfernt. Sein starker Auftritt gegen Real Madrid ändere daran nichts, heißt es in der Debatte – er mache ihn „noch lange nicht wieder zum besten Torwart in Deutschland“, zumal der letzte Bundesliga-Spieltag ebenfalls ein anderes Bild ergeben habe.
Als Quelle der Zahlen wird Sofascore genannt. Bei Fbref sei die entsprechende Statistik inzwischen entfernt worden; dort habe man sie früher in einer übersichtlichen Tabelle einsehen können. Bei Sofascore müsse man dafür das Profil jedes einzelnen Torhüters aufrufen – oder, so der Hinweis, man habe die Funktion schlicht noch nicht gefunden.
Gleichzeitig wird an der Aussagekraft der Kennzahl gezweifelt. Wenn xGOT auf Schüssen aufs Tor basiert, beeinflusse auch die Anzahl der Abschlüsse das Ergebnis. Gerade bei einer Mannschaft mit wackliger Abwehr bekomme ein Keeper mehr Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Deshalb sei es problematisch, ausgerechnet Vasilj (FC St.Pauli) als besten Torwart der Bundesliga zu bewerten, wenn man die Spielpraxis und die Qualität der zugelassenen Abschlüsse nicht mitdenke.
Noch deutlicher fällt der Hinweis auf eine andere Messgröße aus: Aussagekräftiger sei XG-XGOT, also die Differenz zwischen erwartetem Torwert und xGOT, weil sich damit erkennen lasse, wie viel ein Torwart tatsächlich verhindert habe. Auch dort liege Neuer jedoch nicht gut.
Wieder wird damit deutlich gemacht, dass ein einzelner Zahlenwert nur einen sehr kleinen Ausschnitt abbildet. Wer sich ausschließlich auf eine Statistik stützt, verfälscht das Gesamtbild massiv. „Man stelle sich auf Basis dieser Statistik mal Vasilj gegen Real Madrid im Tor vor. Glaubst du ernsthaft, dass der besser gehalten hätte?“
Die Regel: Ein Wert unter 1,00 bedeutet, dass der Torwart weniger Tore kassiert hat, als statistisch zu erwarten war – er hat also seine Mannschaft vor Gegentoren bewahrt. Ein Wert über 1,00 bedeutet, dass er mehr Bälle durchgelassen hat, als der Durchschnittstorwart gehalten hätte.
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