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·8. Juni 2026

Steht Deutschlands WM-Elf? Die Gewinner & Verlierer der Härtetests

Artikelbild:Steht Deutschlands WM-Elf? Die Gewinner & Verlierer der Härtetests

Mit Testspielen gegen Finnland und Co-Gastgeber USA hat sich die deutsche Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet. Wer bei den Generalproben überzeugen konnte - und wer nicht.

Es geht ans Eingemachte: Das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft ist der WM-Auftakt gegen Fußball-Zwerg Curaçao am Sonntag. Die Generalproben gegen Finnland (4:0) und die USA (2:1) dürften noch einmal wertvolle Erkenntnisse gebracht haben, bevor die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann den fünften Stern anstrebt. Mit dem 600. Sieg der Verbandsgeschichte und dem neunten Erfolg in Folge kann das DFB-Team mit Rückenwind in das Turnier gehen.


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Zwar offenbarte der teils mühsame Test gegen die USA, dass Deutschland nicht zu den absoluten Topfavoriten zählt, doch die Mannschaft verfügt über ein solides Gerüst. Dieses konnte sich nun festigen, auch weil einige Spieler die letzten Tests für sich nutzen konnten. Andere hingegen müssen um ihren bisherigen Stand bangen. Ein Blick auf jeweils drei Gewinner und Verlierer der WM-Testspiele.

Gewinner: Nathaniel Brown

Nicht wenige haben gestaunt, als Nathaniel Brown beim vorletzten WM-Test gegen Finnland in der Startelf stand. Spätestens nach dem Spiel in den USA, wo der Frankfurter erneut hinten links beginnen durfte, ist klar: Er wird voraussichtlich als Stammspieler in das Turnier gehen. Eine überraschende Entwicklung, nachdem David Raum lange die Nase vorn hatte. Doch bereits im März gab es Anzeichen dafür, dass eine Wachablösung bevorstehen könnte.

Obwohl Julian Nagelsmann vor der Partie gegen die USA betonte, dass man bei der WM „beide brauchen“ werde, hat Brown die Testspiele für sich genutzt. Der 22-Jährige konnte sowohl offensiv als auch defensiv überzeugen und brachte Frische in das deutsche Spiel. Zudem passt seine Schnelligkeit zur grundsätzlichen hohen Abwherkette der deutschen Mannschaft.

Verlierer: David Raum

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Foto: Getty ImagesWo Gewinner sind, finden sich auch Verlierer wieder. Sein Herausforderer David Raum war bei den WM-Vorbereitungsspielen einer von ihnen. Der Linksverteidiger von RB Leipzig genoss lange Zeit Nagelsmanns Vertrauen, vor allem wegen seiner Flanken und Standards. Doch seitdem haben sich zwei Erkenntnisse herauskristallisiert: Ohne einen klassischen Stoßstürmer rückte das Kopfballspiel etwas in den Hintergrund. Und wenn Kopfballtore fallen? Dann können auch andere die nötigen Hereingaben schlagen. Zwei der sechs Treffer gegen Finnland und die USA fielen per Kopf. Joshua Kimmich gab beide Male die Vorlage.David Raum hatte zwar Wehwehchen zu beklagen, dürfte seinen einstigen Stammplatz durch Browns starke Auftritte aber ohnehin vorerst verloren haben. Es wäre ein bitterer Rückschlag für den 28-Jährigen, der in fünf von sechs Qualifikationsspielen in der Startelf stand.

Gewinner: Kai Havertz

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Havertz brachte Deutschland gegen die USA in Führung: Getty ImagesBeim 4:0-Sieg gegen Finnland konnte Kai Havertz nicht mitwirken. Aufgrund einer Terminkollision mit dem Champions-League-Finale, das er mit dem FC Arsenal verlor, stieß der Offensivspieler erst in Nordamerika zum DFB-Team. Dennoch ließ es sich Julian Nagelsmann nicht nehmen, den 26-Jährigen noch vor dessen Ankunft in höchsten Tönen zu loben. „Wir brauchen Kai, sein Tor im Champions-League-Finale war außergewöhnlich“, sagte der Bundestrainer bereits nach dem Finnland-Spiel.Dass sich Deniz Undav bei jener Partie mustergültig empfohlen hatte, spielte für die Rangfolge im Sturm keine große Rolle. Havertz hatte aber in jedem Fall die Nase vorn. Der nachgereiste Wahl-Londoner brauchte zudem nicht viel Eingewöhnungszeit: Nach zwei Minuten erzielte er das 1:0, den 2:1-Siegtreffer bereitete er vor. Mit guten Ideen und cleveren Tiefenläufen brauchte Havertz nur etwa eine Stunde, um zu beweisen, warum er bei der WM Stammspieler sein wird.

Verlierer: Nick Woltemade

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Nick Woltemade konnte auch beim zweiten Finnland-Test nicht punkten. Foto: Getty ImagesDer starke Auftritt von Deniz Undav gegen Finnland blieb für die Stürmer-Hierarchie nicht ganz ohne Bedeutung. Nick Woltemade, nach der WM-Qualifikation einer der großen Gewinner, ist nur noch dritte Wahl. Hatte der Angreifer von Newcastle United im März gegen Undav noch die Oberhand, muss er sich nun hinter seinen ehemaligen VfB-Mannschaftskollegen einreihen. Während Woltemade gegen Finnland noch 17 Einsatzminuten sammeln durfte, blieb er gegen die USA 90 Minuten auf der Bank. Er hat keine realistische Chance auf einen Stammplatz bei der WM.

Gewinner: Leroy Sané

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Foto: Getty Images

Nach dem Spiel gegen Finnland hätte Leroy Sané sich auch unter den drei Verlierern wiederfinden können. Trotz seiner Erfahrung war es nahezu ausgeschlossen, dass er bei der WM in der Startelf steht. Bundestrainer Nagelsmann hatte durchklingen lassen, dass Sané „vielleicht erst mal“ als Herausforderer in das Turnier gehen würde. Der Grund: Der erst 18-jährige Lennart Karl. Der Bayern-Youngster durfte gegen die Finnen erstmals von Beginn an auf dem Flügel wirbeln und konnte erneut befreit aufspielen und überzeugen.

Sané, zweifellos einer von Nagelsmanns Lieblingen, machte nach seiner Einwechslung kein grundlegend schlechtes Spiel. Aber auch kein gutes. Am Freitag jedoch die Hiobsbotschaft: Lennart Karl verletzte sich im Abschlusstraining vor dem USA-Spiel und fällt für die WM aus. Damit rückte Sané gegen den Co-Gastgeber in die Anfangsformation und stand im Fokus. Der 30-Jährige fiel mit viel Engagement und Laufbereitschaft auf, blieb aber ohne zwingende Aktionen.

Bis er mit einem präzisen Abschluss zum 2:1-Sieg einmal mehr das unterstrich, was Julian Nagelsmann seine Nominierung gerechtfertigt hatte: der Ex-Münchner ist auf dem Platz eine Wundertüte, kann aber eine „sehr, sehr gute“ Scorerquote vorweisen. Obwohl Sané mit Jamie Leweling einen ernstzunehmenden Konkurrenten hat, ist ihm die Wende geglückt: Er hat augenscheinlich einen Stammplatz bei der Weltmeisterschaft manifestiert.

Verlierer: Leon Goretzka

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Bis März meist noch gesetzt, nun außen vor: Leon Goretzka. Foto: Getty Images

Im März ließ Julian Nagelsmann noch durchklingen, dass Leon Goretzka als Schlüsselspieler in die WM gehen könnte. Der Bundestrainer hatte den Münchner verbal gestärkt und ihm eine große Rolle zugedacht. Knapp zwei Monate später sind diese Aussichten dahin. Zweimal gab es an Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic im zentralen Mittelfeld kein Vorbeikommen. Während Goretzka bei den WM-Qualifikationsspielen meist noch der gesetzte Mann neben Pavlovic war, kam er gegen Finnland und die USA gerade einmal auf rund zehn Minuten Spielzeit. Auch bei der Weltmeisterschaft dürfte ihm nur die Zuschauerrolle bleiben.

Honourable mentions

Eine Liste weiterer „kleiner“ Gewinner und Verlierer, die es nicht in die Hauptauswahl geschafft haben.

Gewinner: Felix Nmecha (konnte gegen Finnland glänzen; gegen die USA weniger stark, aber bei der WM gesetzt), Assan Ouédraogo (wurde für Lennart Karl nachnominiert, darf sich über erste WM-Teilnahme freuen), Jonathan Tah (neben Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung gesetzt, starker Auftritt gegen die USA), Oliver Baumann (trotz starker Leistung gegen die USA weiterhin nur als Nummer 2 eingeplant. Unterstrich aber, dass auf ihn Verlass ist)

Verlierer: Antonio Rüdiger (bei beiden Testspielen 90 Minuten auf der Bank – begleitete Karl nach dessen Verletzung in die Kabine und tröstete ihn, wichtig für das Teamgefüge), Said El Mala, Chris Führich und WM-Ticket-Anwärter (Nagelsmann zwar mit nachvollziehbarer Begründung für Ouédraogos Nachnominierung, dennoch keine Teilnahme für sie), Manuel Neuer (es läuft wohl alles nach Plan, damit er gegen Curaçao fit ist. Es wird jedoch ein Kaltstart)

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