liga3-online.de
·26. April 2026
Steigt der VfL heute auf dem Sofa auf? Schultz rechnet nicht damit

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·26. April 2026

Durch den Last-Minute-Sieg gegen den SC Verl hat der VfL Osnabrück die Tür zur 2. Bundesliga ganz weit geöffnet und kann bereits am heutigen Sonntag hindurchgehen, wenn Energie Cottbus bei Viktoria Köln verliert. Trainer Timo Schultz rechnet aber nicht damit, dass es passieren wird.
Es war wieder einer dieser Momente, die wohl nur an der Bremer Brücke passieren. Als sich alle schon mit einem Remis angefreundet hatten, schlug Kai Pröger einen Ball nach vorne, der an der Mittellinie zum kurz zuvor eingewechselten Bernd Riesselmann kam. Dieser lief anschließend über das halbe Feld, umkurvte dann Verls Keeper Schulze und brachte das Spielgerät in der fünften Minute der Nachspielzeit zum Siegtreffer im Tor unter. Der Jubel auf den Rängen kannte keine Grenzen und hielt auch nach Schlusspfiff weiter an.
"Wir steigen auf. Und wer hat das lila-weiße Licht angemacht", sangen die VfL-Fans auf die Melodie des Steigerliedes und baten Riesselmann anschließend auf den Zaun. Der 20-Jährige stimmte die Humba an und versetzte die Osttribüne in einen kollektiven Freudentaumel. Als der Stürmer danach zum Interview mit "MagentaSport" kam, musste er erstmal durchatmen. "Ich komme immer noch nicht darauf klar und kann es immer noch nicht in Worte fassen."
Bei der Beschreibung seines Treffers fand er dann aber die Worte: "Ich habe erst mal den Torwart gesehen, dass er erst ziemlich weit vor dem Tor stand. Dann habe ich überlegt, den irgendwie drüber zu legen, aber dann habe ich auch noch andere Szenen Revue passieren lassen, wo ich dann einfach geschossen habe und der Ball nicht reinging. Und da habe ich mir gedacht, ich lasse mir jetzt einfach Zeit und warte, bis der Torwart was macht. Dann war ich so nah und wollte den Ball einfach nur vorbeilegen." Mit Erfolg. Dass er sich mit dem Treffer womöglich in die Geschichtsbücher des VfL eingetragen hat, sei erstmal zweitrangig. "Ich finde es viel geiler, dass wir es jetzt geschafft haben, dieses Spiel noch zu drehen, zu gewinnen. Und das steht für mich im Vordergrund."
Zumal der VfL nach 27 Minuten in Rückstand geraten war, nachdem Fridolin Wagner einen Ball genau in die Füße von Berkan Taz gespielt hatte. Der 28-Jährige sprach von einem "kapitalen Fehler" und räumte ein, dass er den Ball einfach nach vorne hätte wegspielen müssen. "Hätte uns diese Szene Punkte gekostet, hätte mich das schon sehr geärgert." Über Bjarke Jacobsen (47.) und eben Riesselmann drehte der VfL das Spiel aber noch.
"Wir haben alle drei Tore selber geschossen, das sagt schon einiges aus", meinte Trainer Timo Schultz, dem klar gewesen sei, dass Verl mit einem Unentschieden nicht viel anfangen konnte und daher zum Ende hin mehr riskieren würde. Und so kam es in der Tat dann auch. "Das speist man als Trainer schon vor dem Spiel mit ein." Dass mit Riesselmann dann ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs das entscheidende Tor schießt, "freut mich ganz besonders. Da bekomme ich schon wieder Gänsehaut". Schultz, der mit "Timo"-Sprechchören gefeiert wurde, sprach von einem "brutal wichtigen Sieg", trat mit Blick auf den bevorstehenden Aufstieg aber auf die Bremse: "Es ist rein rechnerisch noch nicht geschafft. Natürlich ist es schön, wenn man solche Spiele hinten raus noch gewinnt, aber trotzdem sind noch drei Partien zu gehen."
Doch sollte Energie Cottbus am heutigen Nachmittag bei Viktoria Köln verlieren, steht der Aufstieg des VfL auch rechnerisch fest. Schultz geht aber nicht davon aus, dass die Lila-Weißen auf der Couch aufsteigen werden: "Cottbus ist wirklich gut drauf. Die haben eine starke Mannschaft und einen guten Trainer. Die werden das Ding ziehen." In diesem Fall könnte der VfL den Aufstieg mit einem Sieg in Wiesbaden am nächsten Sonntag dann aus eigener Kraft perfekt machen. Die Relegation haben die Lila-Weißen nach dem siebten Heimsieg in Folge aber bereits sicher. Gemeinsam schauen wird die Mannschaft das Spiel von Cottbus aber nicht: "Am Vormittag ist Training und dann fahren alle nach Hause." Aber vielleicht kehren sie am Nachmittag dann nochmal zurück.









































