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·16. April 2026

Stimmen der Spieler & Trainer zu Bayern-Real: „Ein Schweineball von mir“

Artikelbild:Stimmen der Spieler & Trainer zu Bayern-Real: „Ein Schweineball von mir“

Der FC Bayern hat sich in einem wilden Champions-League-Abend gegen Real Madrid mit 4:3 durchgesetzt und steht im Halbfinale. dort wartet nun PSG Paris. Die Stimmen nach dem Rückspiel waren geprägt von Emotionen, Erleichterung und viel Anerkennung für die Münchner Widerstandsfähigkeit. Besonders Manuel Neuers Patzer, der späte Sieg und das kommende Duell mit Paris Saint-Germain bestimmten die Wortmeldungen.

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Manuel Neuer reißt die Arme hoch und bejubelt das 4:3 durch Michael Olise im UEFA Champions League Viertelfinale-Rückspiel zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid CF am 15. April 2026 in München. Lars Baron / Getty Images


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Kompany lobt Mentalität und hadert mit seiner Sperre

Vincent Kompany sprach von „viel Emotion in diesem Spiel“. Seine Mannschaft habe viel Ballbesitz gehabt und stets das Gefühl vermittelt, noch ein Tor erzielen zu können. Zugleich warnte der Bayern-Coach vor der Geschwindigkeit und Gefährlichkeit der Madrilenen: „Diese absolute Ruhe bekommst du gegen Real Madrid nicht. Ich fand die Jungs mental sehr stark heute.“

Besonders stolz war Kompany darauf, dass sein Team zweimal in Rückstand geriet und dennoch immer wieder zurückkam. Die Fans hätten dabei geholfen, und man habe ständig gespürt, dass die Mannschaft zurückkämpft: „Das sind schöne Momente. Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, aber man bekommt solche Momente, weil man es immer wieder macht.“

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Vincent Kompany, Cheftrainer des FC Bayern München, gibt nach dem Sieg im Champions-League-Gruppenspiel gegen den Club Brugge KV ein TV-Interview. Die Partie in der Football Arena München endete am 22. Oktober 2025 mit einem Erfolg der Münchner. Alexander Hassenstein / Getty Images

Mit Blick auf seine Sperre zeigte sich der Belgier erstaunlich gelassen: „Nein, ich bin glücklich. Die Jungs haben das verdient, und dann müssen wir das erste Spiel eben ohne mich an der Linie spielen.“ Gleichzeitig kritisierte er die Strafe im neuen Wettbewerbsformat: Zu viele Extra-Spiele, aber trotzdem so streng – das halte er nicht für richtig. Er habe nur respektvoll reagiert, sei aber überrascht gewesen, weil sein Spieler am Boden lag und es aus seiner Sicht „viel zu schnell“ gegangen sei.

Auch zur Entwicklung von Jamal Musiala äußerte sich Kompany optimistisch. Der Nationalspieler komme „wirklich“, sagte er und erklärte, dass die Belastung in einer Woche entscheidend sei. Im Training erkenne er aber bereits wieder mehr Spielfreude und Lachen im Team: „Die Leistungen sind wieder da und er hat diese Spielfreude. Das ist wichtig für uns.“

Mit Blick auf die mögliche Meisterschaft am Sonntag ordnete Kompany die Lage ein: Er würde gerne gegen die starken Stuttgarter gewinnen, müsse danach aber sofort umschalten, falls die Bayern die Schale holen. Schließlich warte im Halbfinale gegen Leverkusen die nächste große Aufgabe mit derselben Energie. Schon vor dem Spiel hatte er das Mindset beschrieben: Bayern wolle seit dem Sommer ohne Angst auftreten, dem Gegner Respekt zollen, aber ebenso der eigenen Leistung und den eigenen Spielern. Man müsse einiges lösen, und das gelte auch für Real.

Kimmich, Neuer und Eberl: Zwischen Drama, Fehlern und Vorfreude

Joshua Kimmich sprach nach dem 4:3 von „sehr viel Drama“. Der Start sei nicht so gelungen gewesen, wie man es sich vorgenommen hatte, doch in der Halbzeit habe das Team gewusst, dass der Vorteil mit zunehmender Spieldauer auf Bayerns Seite kippen könne. Es habe sich gelohnt, bis zum Schluss dranzubleiben. Mit einem Augenzwinkern hoffte er, dass „alle Kinder in Deutschland etwas länger wachbleiben durften“ und dass auch sein Sohn in der Schule erst zur dritten Stunde antreten müsse.

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Joshua Kimmich klatscht beim Aufwärmen in die Hände und applaudiert den Fans in der Football Arena München – kurz vor dem UEFA Champions League Viertelfinale-Rückspiel zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid CF am 15. April 2026. Der Bayern-Kapitän stimmte sich mit seinen Teamkollegen auf das Spiel ein. Adam Pretty / Getty Images

Zur Partie sagte Kimmich, beide Teams könnten sich weh tun: Bayern mit Pressing und Ballbesitz, Real mit Kontern. Der frühe Rückstand und ein „brutales Freistoßtor“ hätten eine intensive erste Hälfte geprägt. Danach sei es ruhiger geworden, ehe die letzten fünf Minuten alles geboten hätten. Leistungsmäßig sah er die Münchner nicht in Topform: „Das war sicherlich nicht unser bestes Spiel.“ Dennoch zähle der Sieg, zumal Bayern am Ende zwei Siege aus dem Duell mitnehme. Im Halbfinale treffen nun „die beiden momentan besten Teams Europas“ aufeinander. Auf PSG angesprochen ergänzte er, dass der Henkelpott nur über Bayern gehe, wenn man im Halbfinale stehe. Paris sei in guter Verfassung, die Duelle der vergangenen zwei Jahre seien auf sehr hohem Niveau gewesen, und er freue sich auf beide Spiele.

Manuel Neuer erlebte einen Abend mit Licht und Schatten. Zunächst sagte er, man müsse erst einmal verarbeiten, was da passiert sei: eine echte Champions-League-Nacht, wie man sie so noch nicht erlebt habe, mit reichlich Spektakel für Zuschauer und Beteiligte. Dann sprach der Kapitän offen über seinen frühen Fehlpass. Er habe eigentlich zu Stani nach außen spielen wollen, habe ihn aber komplett verfehlt: „Das war einfach ein Schweineball von mir, den ich gespielt habe.“ Danach habe der Real-Angreifer mit seinem starken linken Fuß sofort abgeschlossen; auch beim Freistoß habe man dessen Wucht gesehen. Gleichzeitig betonte Neuer die Reaktion seiner Mannschaft: Bayern sei am eigenen Plan festgehalten, habe um den Strafraum herum Ballsicherheit gesucht und auf die Chance gewartet. Spät, aber verdient sei der Erfolg gekommen.

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Manuel Neuer pariert im Champions-League-Viertelfinale-Hinspiel am 7. April 2026 im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid einen Schuss von Kylian Mbappé. Der FC-Bayern-Torwart streckte sich im Eins-gegen-eins gegen den Real-Madrid-Star und verhinderte einen weiteren Gegentreffer. Aitor Alcalde / Getty Images

Zu seiner Parade gegen Kylian Mbappé sagte Neuer, das sei wohl die entscheidende Szene gewesen. Die Flanke von Trent sei stark gewesen, Mbappé nehme den Ball als Aufsetzer mit viel Dynamik – und das sei vielleicht „ein Klassiker“ des Bayern-Torhüters gewesen. Auch er blickte schon auf Paris: Die jüngsten Duelle seien auf Augenhöhe verlaufen, die Münchner freuten sich auf das Auswärtsspiel und das Rückspiel daheim. Die Atmosphäre in der Arena sei heute fantastisch gewesen, hoffentlich werde sie gegen PSG erneut so sein.

Max Eberl hob die Schwierigkeit der Aufgabe hervor: Schon im Bernabéu habe man eine hohe Hürde gehabt, heute habe sich Bayern teils selbst das Leben schwer gemacht. Trotzdem zeige das Spiel, wie die Mannschaft ticke: Sie komme zurück, könne Fußball spielen und vor allem Widerstand leisten und stabil bleiben. Der Sportvorstand lobte zudem Kompanys analytische Arbeit zur Pause. Der Coach habe ein paar Dinge angepasst, die in der ersten Hälfte nicht gepasst hätten, vor allem die tiefen Läufe von Mbappé. Eberl nannte den Franzosen einen der schnellsten und schlauesten Spieler, die er je gesehen habe.

Zur Gelb-Roten Karte sagte Eberl, wenn der Schiedsrichter das nicht auf dem Schirm gehabt habe, sei es dennoch eine klare Gelbe gewesen, weil er sie ohnehin habe geben wollen. Davor habe er den Ball schon zweimal in die Hand genommen; er solle ihn einfach liegen lassen und weggehen. Kompanys Sperre trübe seine Freude über das Weiterkommen nicht, auch wenn sie ärgerlich sei. Für Paris in 14 Tagen werde Vinnie eine Lösung finden. Zu Manuel Neuer erklärte Eberl, es sei natürlich nicht das gewesen, was sich beide Seiten vorgestellt hätten. Aber im Fußball könne ein Spieler in einem Spiel der Held und im nächsten der „Depp“ sein, wenn ihm ein Fehler unterläuft. Eine Vertragsverlängerung mache man jedoch nicht an einem Fehlpass fest. Der Torwart habe in der ersten Hälfte zudem mit einer Parade im Spiel gehalten. Für eine Verlängerung habe er noch kein Angebot vorliegen; Neuer habe signalisiert, dass er jetzt die April-Spiele haben wolle. Danach werde man sehen, was Fitness, geistige Frische und Lust auf ein weiteres Jahr hergeben. Wenn er das signalisiere, werde es wohl eine Lösung geben. Und falls Bayern am Sonntag die Meisterschaft klarmache, würde das die Woche abrunden: ein großartiger Abschluss, wie Eberl sagte. Kompany habe in diesem Zusammenhang bereits erwähnt, dass das nächste Bernabéu in Leverkusen wartet – das nächste K.o.-Spiel, das Bayern mit der Meisterschale angehen könne.

Stimmen aus Kabine und Umfeld: Pavlović, Tah, Dreesen, Arbeloa und die Experten

Aleksandar Pavlović beschrieb den Sieg als „Auf und Ab“. Wenn jedes Spiel so ende wie dieses, sei ihm das recht. Entscheidend sei aus seiner Sicht gewesen, dass die Restverteidigung in der zweiten Halbzeit gestimmt habe. Mehr Absprache und Kontrolle hätten geholfen, offensiv mache Bayern ohnehin „wie immer top“ seine Sache. Sein erstes Champions-League-Tor – noch dazu gegen Real Madrid – sei „unglaublich“ gewesen. Den Ausgleich zu erzielen, könne kaum besser sein. Mit Blick auf PSG sagte er, Paris sei ein superaktives Team, momentan gemeinsam mit Bayern womöglich das aktivste der Welt. Man freue sich auf das Spiel, werde sich gut vorbereiten und dann alles hineinwerfen.

Jonathan Tah hatte sich schon vor dem Rückspiel positiv auf die Partie eingestimmt. Es sei ein sehr gutes Gefühl, zu Hause spielen zu können, mit der eigenen Atmosphäre und den Fans im Rücken. Das Hinspiel habe bereits eine gute Ausgangslage geschaffen, die gleiche Energie sollte auch im Rückspiel auf den Platz kommen. Zu Vinicius Junior und Kylian Mbappé betonte er vorab deren Gefahr im Umschaltspiel, doch Bayern dürfe sich nicht zu sehr auf den Gegner fokussieren, sondern müsse auf die eigenen Stärken setzen. Die Gelbvorbelastungen im Münchner Kader seien für ihn kein Thema: Entscheidend sei, das Spiel zu gewinnen und weiterzukommen. Jan-Christian Dreesen hatte vor Anpfiff die Bedeutung der Nacht unterstrichen: So eine Champions-League-Nacht sei das, wofür alle bei Bayern arbeiten – Team, Management und Mitarbeiter. Das sei Hochgenuss.

Vor dem Spiel äußerte sich Dreesen auch zu Manuel Neuer. Der Kapitän wisse, was er an den Bayern habe, und der Klub wisse, was er an ihm habe. In Madrid habe er nicht nur Weltklasse gehalten, sondern der Mannschaft über viele Jahre Rückhalt gegeben und diene den Jüngeren als Orientierung. Vereinbart sei, dass Neuer sich die Zeit nehme, die er brauche. In den kommenden Wochen werde er seine Entscheidung treffen. Fühle er sich fit und könne weiter auf Top-Niveau performen, dann sei das die Basis.

Auf der Gegenseite war Álvaro Arbeloa nach dem Spiel frustriert. Er fand, es sei ein großartiges Spiel für alle gewesen: Bayern habe sehr gut gespielt, Real ebenfalls viel investiert, viele Tore erzielt und Chancen kreiert. Am Ende sei es für beide Teams ein hartes Spiel gewesen, doch die Rote Karte habe alles beendet. Diese Aktion könne man aus seiner Sicht nicht mit einem Platzverweis ahnden; in einem solchen Spiel sei das nicht fair. Real sei sehr enttäuscht und sehr wütend, gratuliere Bayern aber trotzdem zu einem sehr guten Team und einem sehr guten Trainer. Für die Zukunft wünschte er den Münchnern alles Gute. Zugleich erinnerte er daran: Real Madrid sei Real Madrid – mit 15 Titeln in diesem Wettbewerb, aber auch vielen Niederlagen. Jetzt müsse man wieder kämpfen.

Joachim Löw hatte das Duell schon vorab als außergewöhnlich eingeordnet. Bayern gegen Real sei immer etwas Besonderes, das Rückspiel absolut spannend, weil noch nichts entschieden gewesen sei. Gerade im Kampf um das Halbfinale sei alles möglich. Über Manuel Neuer sagte der frühere Bundestrainer, er habe den Torhüter über viele Jahre begleitet und zahlreiche große Spiele von ihm gesehen. Neuer habe das Torwartspiel auf eine neue Ebene gehoben und die Position neu interpretiert. Über so lange Zeit in solcher Form zu spielen, sei großartig. Eine mögliche WM-Rückkehr wollte Löw vor dem Spiel nicht anfeuern, weil er als Ex-Bundestrainer nicht reinreden wolle. Neuer habe sich klar geäußert, dass das für ihn derzeit kein Thema sei; auch von Julian Nagelsmann habe es keine entsprechenden Signale gegeben.

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