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·16. Januar 2026
#SVWSGE – Symptome

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·16. Januar 2026

26 Punkte. Diese Ausbeute nach 17 Bundesligaspielen löst bei mir ein flaues Gefühl in der Magengegend aus, begleitet von leichten Schweißausbrüchen und unruhigem Schlaf.
Denn genau 26 Punkte aus 17 Spielen hatte man am Ende der Vorrunde der Saison 2010/2011. Und alle, die eine halbwegs innige Beziehung zur Eintracht haben, werden spätestens jetzt ähnliche Symptome aufweisen und sich an die dann folgende Rückrunde der Schande erinnern. Man schaffte es tatsächlich noch genau einmal zu gewinnen in der Rückrunde und sang- und klanglos abzusteigen. Klingt heute immer noch so unfassbar, wie es damals war. Möchte mich an dieser Stelle entschuldigen, will niemandem den Tag versauen.
Ich ziehe diesen Vergleich nicht, weil ich reelle Angst habe, dass wir in dieser Saison noch absteigen werden. Es liegt mir auch fern zu unken. Die heutige Mannschaft hat sicherlich eine höhere individuelle Qualität und die Ansprüche sind heute andere. Allerdings sehe ich doch zwei Parallelen zu damals. Man spielte auch schon in der Vorrunde über weite Strecken unansehnlichen Fußball, hatte mit Theofanis Gekas aber einen Spieler, der (in der Vorrunde) sehr verlässlich traf, in der Rückrunde dann allerdings bis auf einen Doppelpack, kein Scheunentor mehr. Unterschied: In diesem Jahr hängt unser Wohl und Wehe aber nicht von einem einzelnen Stürmer ab.
Aber auch in dieser Vorrunde täuschen die 26 Punkte über die seit Monaten dürftigen Leistungen hinweg. Die Mannschaft wirkt auf mich seltsam strukturlos.
Die zweite Parallele zu damals ist das häufige Schönfärben der Leistungen und, dass man eine erkennbar negative Entwicklung nicht wahrhaben will. Symptomatisch hierfür, dass der Trainer nach dem Stuttgartspiel noch davon spricht, dass der Spirit gestimmt habe. Die Zweikampfquote aber in einem derart wichtigen Spiel bei überschaubaren 37% lag.
Mein Ziel ist es, wie gesagt, nicht die Situation zu dramatisieren oder den Abstiegskampf auszurufen. Man sollte nur keine Augenwischerei Betreiben und Eingreifen, so lange man gewisse Dynamiken noch aufhalten kann. Denn eine Saison wie diese kann die in den letzten Jahren so positive Entwicklung nachhaltig beschädigen.
Die Gegentorbilanz eines Abstiegskandidaten haben wir jedenfalls bereits. Tordifferenz damals, übrigens, +3. Tordifferenz heute -1.
Tippe, dass das heutige Spiel, bei ebenfalls kriselnden und seit sechs Spielen sieglosen Bremer, in folgender Aufstellung angegangen wird:

Achja: Und, ist es denn ein Symptom für ein angespanntes Binnenklima, dass der Trainer die Pressekonferenz als Plattform, wenn auch auf Nachfrage, wählt, um Hugo Larsson für seine Anfälligkeit, zumindest in Teilen, selbst verantwortlich zu machen? Oder will er damit signalisieren, dass die Schonzeit nun endgültig vorbei ist und ab sofort Tacheles geredet wird? Mir fällt jedenfalls ein Rezept ein, um die Lage ein bisschen zu entspannen: Ein überzeugender Auswärtssieg.
Titelbild: Alex Grimm (Getty Images)









































