LIGABlatt
·21. September 2026
Tabellenführer der Süper Lig: Was Amed SK so stark macht

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·21. September 2026

Zur ersten Länderspielpause heißt der Tabellenführer der Süper Lig Amed SK. Der Liga-Neuling aus dem kurdisch geprägten Diyarbakir im Süden des Landes mischt die Liga bislang mächtig auf, setzt sich erfolgreich gegen alle Widerstände durch und bleibt trotz polarisierender Rolle fokussiert. Kleiner als man ist, lässt man sich aber nicht machen.
Nach dem 3:2-Sieg gegen Beşiktaş am Sonntagabend und dem damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze hatten die Verantwortlichen von Amed SK eigentlich allen Grund zur Freude. Doch statt grenzenloser Euphorie war Wut das vorherrschende Gefühl. Denn gegen die "Schwarzen Adler" sah sich der Liga-Neuling einmal mehr benachteiligt. "Soll das Spiel etwa so lange weitergehen, bis die Istanbuler Mannschaften ein Tor erzielen? Das akzeptieren wir nicht", wütete Klub-Boss Nahit Eren, der zum ersten Mal überhaupt nach dem Aufstieg ein öffentliches Statement abgab. 14 Minuten wurden am Sonntagabend nachgespielt, Amed SK hielt dem Dauerdruck von Beşiktaş aber stand und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Amed SK, die Mannschaft der Anderen
Der Sieg gegen den Europa-League-Starter ist das nächste Ausrufezeichen des pro-kurdischen Vereins, der allein durch sein Dasein polarisiert wie sonst kaum ein Klub im türkischen Profifußball. Der Verein gilt nicht nur als Stolz von Diyarbakir und Vertreter der kurdischen Minderheit, sondern versteht sich auch als Mannschaft der Anderen und bezieht sich dabei auf Gruppen in der Türkei, die historisch Diskriminierung erfahren haben wie LGBTQ-Personen, Schwarze Menschen oder Armenier. Dass man damit aneckt, ist den Verantwortlichen bewusst.
"Wir werden die bisherigen Regeln der Süper Lig ändern"
"Man kann die Bedeutung, die Amedspor dieser Liga verliehen hat, nicht überschatten. Man kann auch den Kampfgeist, den Amedspor dieser Liga verliehen hat, nicht überschatten", erklärt Eren selbstbewusst und schießt gleich noch eine Spitze Richtung Istanbul hinterher: "Wir werden die bisherigen Regeln der Süper Lig ändern. Mannschaften aus Anatolien werden mit der starken Unterstützung ihrer Fans in dieser Liga ein Wörtchen mitreden. Wir sind gekommen, um diese Liga herauszufordern." Bislang gelingt das Famos, der Sprung an die Tabellenspitze ist der vorläufige Höhepunkt eines bis dato fast durchweg positiven Saisonstarts.
Internationale um Top-Torjäger Gift Orban sorgen für Qualitätsschub
Der Aufsteiger verfügt neben vielen türkischen Spielern mit kurdischen Wurzeln auch über eine Achse ausländischer Profis im besten Alter, die dem Team den nötigen Qualitätsschub in der Süper Lig geben. Neben dem französischen Torwart Alban Lafont (aus Nantes gekommen) gilt das vor allem für Gift Orban. Der 24-jährige Nigerianer kam im Sommer leihweise von der TSG Hoffenheim und ist aktuell bester Torjäger der Liga, hat allein in den letzten vier Spielen sechs Mal getroffen. "Wir sind gut in die Saison gestartet und haben seitdem gut weitergemacht. Ich denke, wir haben gute Arbeit geleistet, aber wie gesagt, das waren erst sechs Spiele", lautet das eher untertriebene Zwischenfazit von Co-Trainer Stef Wils. Verlassen kann sich Amed SK auch auf eine stimmgewaltige Anhängerschaft, die sich bislang vor allem in den Heimspielen als entscheidender Faktor erwiesen hat. Alle vier Heimspiele haben die Überraschungskurden bislang gewonnen.
Foto: Ahmad Mora / Getty Images















