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·17. September 2026
Tagsüber aussortiert, abends zweimal geschlagen: Hoffenheims Auftakt auf Kreta ist ein Tiefpunkt in zwei Akten

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·17. September 2026

Um 10 Uhr erfuhr Oliver Baumann offiziell, was er seit dem Wochenende wusste: Jürgen Klopp hat ihn nicht nominiert – in keinem der beiden Kader, weder für Amsterdam noch für Thessaloniki. Um 20.40 Uhr stand er im Pankritio-Stadion von Heraklion und hatte zwei Gegentore kassiert, gegen die er nichts tun konnte. OFI Kreta 2, TSG Hoffenheim 0. Der Europa-League-Auftakt eines Bundesligisten beim griechischen Außenseiter, der noch nie gegen einen deutschen Klub gespielt hatte, endete mit einer Niederlage, die niemand in Sinsheim so eingeplant hatte.
Christian Ilzers Mannschaft kam mit Rückenwind: Nach zwei 2:3-Niederlagen gegen Köln und Dortmund hatte das 2:1 gegen Stuttgart am Samstag die ersten Punkte gebracht, Adam Hložek doppelt getroffen, das Konterkonzept funktioniert. Auf Kreta war Hoffenheim die Mannschaft, die kontern lassen musste – und das kann sie offenbar weniger gut als kontern.
Die erste Halbzeit gehörte den Gästen, ohne dass es gefährlich wurde. In der 15. Minute behinderten sich Tim Lemperle und Ozan Kabak bei einer Hereingabe von Patrick Wimmer gegenseitig, dazu Abseits. Danach: Ballbesitz, Seitenwechsel, keine Chancen. Fussballnationalmannschaft.net beschrieb ein „tief stehendes Defensivbollwerk“, gegen das Hoffenheim „kaum Lösungen“ fand. LAOLA1: „spielbestimmend, offensiv aber ungefährlich“. Es ist die Beschreibung eines Teams, das den Ball hat und nicht weiß, wohin damit.
Das erste Gegentor fiel aus einer Umschaltsituation. Kenan Kodro behauptete sich robust gegen Albian Hajdari – der Videoassistent sah kein Foul –, legte quer, und Aitor Cantalapiedra stand allein vor Baumann. 1:0 für OFI, das erste Tor des Abends aus dem ersten echten Angriff der Gastgeber. Hoffenheim hatte in dieser Phase 70 Prozent Ballbesitz. Es zählte nicht.
Nach der Pause erhöhte Ilzer den Druck, brachte Wimmer nach 60 Minuten raus, und OFI antwortete, wie VAVEL es beschrieb: „closing down the central spaces“. Der Ausgleich kam nicht. Stattdessen die 84. Minute: Ecke, Kopfball Giorgos Kanellopoulos, 2:0. Ein Standard, gegen eine Abwehr, die in der Bundesliga bereits sieben Gegentore in drei Spielen kassiert hat. Der Sportschau-Befund vom Wochenende – dass Hoffenheim sich seine Gegentore selbst einlädt – gilt offenbar auch auf Kreta.
Es ist die dritte Niederlage im vierten Pflichtspiel der Saison, und sie hat ein anderes Muster als die ersten beiden. Gegen Köln und Dortmund verlor Hoffenheim Spiele mit fünf Toren, gegen OFI ein Spiel ohne eigene Chance. Das eine ist eine Abwehr, die nicht steht. Das andere ist ein Angriff, der gegen tiefe Gegner nicht existiert. Ilzer hat mit Hložek, Lemperle und Conté – der am Vormittag von Klopp nominiert worden war – Tempo für Konter. Er hat noch keinen Plan für Gegner, die ihm den Ball überlassen.
Für die Ligaphase mit acht Spielen ist ein 0:2 beim vermeintlich leichtesten Gegner kein Beinbruch, aber ein Signal: OFI Kreta, Tabellenmittelfeld der griechischen Liga, hat gezeigt, wie man Hoffenheim schlägt. Andere werden es gesehen haben.
Der 36-Jährige machte kein schlechtes Spiel – bei beiden Gegentoren war er ohne Chance. Aber es war ein Abend, der seine Woche zusammenfasste. Am Dienstag berichteten Bild und Welt, Klopp verzichte auf ihn. Am Donnerstagmorgen stand es fest: Ter Stegen, Nübel, Dahmen in Kader eins, Atubolu, Dahmen, Urbig in Kader zwei. Baumann hatte am Wochenende gesagt, alles Weitere werde Klopp am Donnerstag sagen. Klopp sagte es, indem er ihn nicht nannte. Am Abend flog Baumann nach Kreta und hielt, was zu halten war. Es reichte nicht. An diesem Tag reichte für ihn nichts.
Am Sonntag um 19.30 Uhr spielt Hoffenheim in der Bundesliga weiter. Es ist die Gelegenheit, den Abend auf Kreta als Ausrutscher einzuordnen – oder als das, was er auch sein könnte: der Beweis, dass ein Team, das in drei Ligaspielen zwölf Tore erlebt hat, im Europapokal die ruhigere Variante noch nicht beherrscht.







































