Taktik-Vorschau zur Bundesliga 2026/27 | 1. FC Union Berlin | OneFootball

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·11. August 2026

Taktik-Vorschau zur Bundesliga 2026/27 | 1. FC Union Berlin

Artikelbild:Taktik-Vorschau zur Bundesliga 2026/27 | 1. FC Union Berlin

Wir eröffnen unsere Get German Football News-Bundesliga-Taktikvorschauen 2026/27 in dieser Saison mit genau demselben Klub, der in der vergangenen Saison das Feld angeführt hat. Was gibt es Neues im Köpenicker Viertel der Deutschen Hauptstadt? Äh. Nicht viel, eigentlich. „Eisern“ 1. FC Union Berlin hat mit Mauro Lustrinelli einen neuen Trainer, der womöglich etwas überfordert ist. Auf dem Transfermarkt war es den ganzen Sommer über außergewöhnlich ruhig. Kicker brachte Unions aktuelle Philosophie vielleicht am besten auf den Punkt: „eher in Steine als Beine.“ Eine lockere Übersetzung, die den Reim erhalten soll, wäre etwa „Steine vor Beine“. Union will weiter sein Stadion und seine Infrastruktur ausbauen. Das scheint in diesem Jahr die Vorgabe zu sein. Wie wir noch genauer beleuchten werden, ist das ein legitimes Risiko.

Angesichts dessen, dass im Transferfenster noch reichlich Zeit bleibt, ist es viel zu früh, dieses Team als Abstiegskandidaten abzustempeln. Die Schwäche der beiden Aufsteiger dürfte Union ohnehin über dem Abstiegskampf halten. Der Autor schlägt hier dennoch vorsichtig Alarm. Beim „Kultklub“ von Nina Hagen scheint tatsächlich jemand Hagen die Planung der Vorbereitung überlassen zu haben. Unions angesetzte Testspiele waren in keiner Weise förderlich für einen neuen Trainer, der ein temporeicheres Offensivsystem einarbeiten will. Man kann über den entlassenen Steffen Baumgart sagen, was man will, aber immerhin versuchte der müde „Method Actor“ aktiv, die „Urs-Fischer“-Echos aus diesem Kader zu tilgen.


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1. FC Union Berlin


Kann der neu verpflichtete Mauro Lustrinelli die anhaltende FCU-Lethargie abschütteln? Nicht mit dem aktuellen Kader. Der Kader braucht viel gezielte Verstärkung. Gerade im Mittelfeld gibt es enorme Unsicherheit, insbesondere weil Berichte über einen Abgang von Führungsspieler Rani Khedira kursieren. Taktisch versuchte Lustrinelli anfangs, die Notwendigkeit einer starken Sechserachse mit einer breiten Raute zu umgehen, dann mit einem engeren „Schlosssturm“, dann mit einer starren Achse und schließlich mit einer Doppelsechs. Das riecht nach Verzweiflung, und bisher greift nichts wirklich.

Immerhin haben die Testspiele grundsätzlich deutlicher gemacht, welche Löcher dringend gestopft werden müssen. Lustrinelli braucht dringend Flügelspieler und Stürmer, um zumindest die personelle Lage in den Griff zu bekommen. Solange es im Mittelfeld keine personelle Klarheit gibt, reicht es, sich für ein Mittelfeldsystem zu entscheiden. Der arme Robert Andrich muss sich wohl fragen, warum sich aus dem FCU-Büro niemand bei ihm meldet. Der Klub hat Marvin Friedrich zurückgeholt, besitzt aber offenbar nicht ganz die Strahlkraft, um auch den unzufriedenen Leverkusener Kapitän zurückzuholen. Schade, denn Andrich könnte zwei Personalprobleme auf einmal lösen.

„Steine anstatt Beine“? Lustrinelli – bei allen historischen Erfolgen mit dem Schweizer Klub FC Thun – hat den Job womöglich einfach im falschen Jahr angenommen. Ein großer Infrastrukturumbau und der Wechsel zu attraktiverem, modernerem Fußball sind schlicht keine Projekte, die man gleichzeitig angehen sollte. Stand jetzt wirkt Union im Grunde exakt wie in derselben Phase der Vorsaison. Nicht gut genug aus dem Spiel heraus. Überdurchschnittlich bei Standards. Ein Kader, der speziell dafür gebaut ist, sich die Punkte zu erarbeiten.

Größere personelle Veränderungen, Union Berlin

Geschätzte Sommer-Transferbilanz = -400.000 Euro

In diesem Jahr beginnt alles mit dem doppelten Abgang der Innenverteidiger Danilho Doekhi und Diogo Leite. Das Ende dieser Ära bedeutete, dass beide Stützen ablösefrei gingen. Die spätere Verpflichtung von Zeno van den Bosch brachte immerhin einen grundsoliden Ersatz in der Innenverteidigung. Die Wahl seines Partners hat sich jedoch als schwieriger erwiesen als zunächst gedacht. Im Mittelfeld dünnen die Optionen durch den festen Abgang von Alex Kral weiter aus. Der tschechische Nationalspieler kam im vergangenen Jahr tatsächlich auf 20 Einsätze – meist als Joker – und ermöglichte seinen Trainern Variabilität von der Bank.

Weitere eher irrelevante Abgänge sind Stürmer Chris Bedia und Mittelfeldspieler Laszlo Benes, die in der vergangenen Saison ohnehin ausgeliehen waren. Bei den Neuzugängen entschied sich der Klub dazu, die Kaufoption über 1,5 Mio. Euro für den ehemaligen Hoffenheimer Innenverteidiger Stanley Nsoki zu ziehen. Dass Benes der einzige Spieler war, der überhaupt Geld eingebracht hat – soweit bestätigt –, bedeutet, dass die Köpenicker mit einem leichten Transferminus arbeiten. Friedrich, der sich in Gladbach weitgehend als Flop erwiesen hatte, kam ablösefrei. In einem Transfer, der an das „Champions-Lease“-Jahr erinnert, versucht Union mit einer Leihe des MLS-Stürmers Emmanuel Latte Lath, einen Glücksgriff zu landen.

Notizen aus der Vorbereitung, Union Berlin

Die FCU-Akteure meldeten sich in diesem Jahr früh im Camp und durften in den frühen Freundschaftsspielen gegen zwei Amateurteams aus Brandenburg zunächst etwas Dampf ablassen. Nach den wenig aussagekräftigen Partien gegen Optik Rathenow und Grün-Weiß Lübben ging es gegen bekanntere „Ossie-Klubs“. Lustrinellis Mannschaft traf auf den Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena. Keiner dieser Tests verlief besonders gut. Lustrinelli setzte in den ersten 45 Minuten des ersten Testspiels auf sein bevorzugtes 4-2-2-2. Die Stürmer Andrej Ilic und Marin Ljubicic kombinierten ein Tor heraus. Die Reservisten kassierten in der zweiten Halbzeit dann den Ausgleich.

Nur drei Tage später kassierte Lustrinellis Team eine 0:2-Auswärtsniederlage in Jena. Die Thüringer gingen mit Union ins „Eiserne Zeitalter“ und nutzten eine löchrige, völlig unkoordinierte Defensive über die gesamten 90 Minuten gnadenlos aus. Spieler mit peinlichen Fehlern in den ersten beiden Testspielen waren unter anderem Stürmer Oliver Burke, möglicher Führungsspieler Aljoscha Kemlein, Ersatztorwart Matheo Raab und – besonders alarmierend – Neuzugang Zeno van den Bosch im Abwehrzentrum. So viel also zum schmalen 4-2-2-2, egal ob breite Raute oder enger „Schlosssturm“.

Ein kurzer Trip nach Süden in Lustrinellis Heimat Schweiz brachte dann zwei weitere absolute Grottenkicks. Nur ein Kemlein-Elfmeter rettete ein Unentschieden gegen Winterthur. Einen Tag später reichte ein Ljubicic-Elfmeter nicht aus, als ein müder Haufen Köpenicker bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Aarau auseinanderfiel. Ein 4-2-3-1 funktionierte diesmal etwas besser, aber Mittelstürmer Ljubicic vergab ein paar große Chancen, und abgesehen vom koreanischen Offensivspieler Woo-Yeong Jeong bekam auf den Offensivachsen niemand wirklich etwas ins Rollen. Auch die „starre Achse“ funktionierte nicht.

Man fragt sich wirklich, wer zum Teufel in dieser Sommerpause Unions Spielplan zusammengestellt hat. Lustrinelli selbst fragte sich laut, warum der Plan mehr Testspiele als Trainingseinheiten vorsah. Geschäftsführer Horst Heldt hielt sich bei der Ordnung der Personalsituation stark zurück. „Steine anstatt Beine“ galt noch nicht, als Oliver Ruhnert 2022-WM-Stars an Land ziehen durfte, doch das könnte sich nun ändern. Ein schamlos unvollständiger Kader bedeutete, dass eine Mannschaft mit riesigen Lücken auf dem Trockenen gelassen wurde.

Der mangelnde Glaube an die eigene Stärke zeigte sich auch, als Union zwei Wochen später auf den Vorbereitungsplatz zurückkehrte. Dynamo Dresden sorgte am 1. August dafür, dass Union im fünften Testspiel in Folge ohne Sieg blieb. Zurück im 4-2-2-2 legten „die Eisernen“ zunächst ordentlich los, ehe sie zu einer insgesamt schwachen Leistung einbrachen. Zwei Tore von Dynamo drehten die frühe Führung durch Tom Rothe, und Union unterlag erneut mit 1:2. Wieder einmal zeigte nur Jeong etwas Kreativität in der Offensive.

Jeong und die meisten Stammspieler begannen die nächste Partie gegen Cagliari im Stadion An der Alten Försterei einen Tag später auf der Bank. Ilyas Ansah musste in den letzten vier Minuten doppelt als Joker treffen, um noch ein 2:2 zu retten. Das Testspiel am Wochenende brachte dann zumindest leicht bessere Nachrichten.

Um der Mannschaft noch mehr der nötigen Spielpraxis zu verschaffen, wurde ein weiteres 135-Minuten-Testspiel gegen einen zyprischen Erstligisten angesetzt. Neuzugang Latte Lath begann und erzielte einen Abstauber. Kemlein und van den Bosch trafen ebenfalls nach ruhenden Bällen beim 3:2-Sieg. Lustrinelli probierte diesmal ein 4-4-2 mit Doppelsechs aus. Aus dem Spiel heraus hatte es aber nur wenig zu bieten.

Gewinner des Trainingslagers, Union Berlin

Woo-Yeong Jeong, ATTM

Zugegeben, es ist nicht leicht zu erkennen, ob der 22-fache südkoreanische Nationalspieler wirklich in dieses Puzzle passt. Der Autor kann nur höflich darum bitten, dass Lustrinelli irgendeinen Weg findet, es möglich zu machen. Kein anderer FCU-Profi arbeitete in dieser trostlosen Vorbereitung so konstant hart wie Jeong. Der 26-Jährige sollte sowohl auf dem linken als auch auf dem rechten Flügel ganz oben in der Hierarchie stehen, wenn Lustrinelli im 4-4-2 oder 4-2-2-2 spielt. Im 4-2-3-1 sollte Jeong die erste Wahl auf der Zehn sein. Verdammt, vielleicht funktioniert er sogar im Mittelfeld auf der Doppelsechs.

Der frühere Freiburg- und Stuttgart-Offensivspieler drehte gegen Ende der vergangenen Saison auf und spielte am Ende seine beste Bundesliga-Saison seit 2021/22. Jeongs Vielseitigkeit passt perfekt zu Lustrinellis aktueller Experimentierphase. Man sieht, dass er die Halbräume gut liest, besonders wenn er rechts eingesetzt wird. Dass er sich für eine zentralere Rolle besser eignet, könnte sogar ein Vorteil sein. Die Aussicht, dass Jeong Spieler wie Livan Burcu und Ilyas Ansah füttert, ist reizvoll. Zumindest eine Lösung für Lustrinellis Probleme zeichnet sich ab.

Livan Burcu, ATTM

Der Autor lässt kaum eine Gelegenheit aus, diesem Spieler ein Lob zu widmen. Der 21-Jährige war in der Vorbereitung stark genug, um sich dauerhaft einen Platz in der Startelf zu sichern. Schon seine sensationell starke Schlussphase der vergangenen Bundesliga-Saison hatte ihm den Weg in die XI geebnet. Zu Beginn des Camps war dieser Platz seiner, bis jemand ihn ihm abnahm. Burcu besitzt explosives Potenzial im letzten Drittel. Seine Stärke am Ball und seine allgemeine Kreativität machen ihn vielleicht zum besten Baustein dieser Offensive. Man darf gespannt sein, wie er sich in diesem Jahr weiterentwickelt.

Aljoscha Kemlein, ATTM

Der deutsche U21-Stammspieler, wie oben erwähnt, erwischte keinen besonders starken Start in die Sommervorbereitung. Letztlich holte seine Technik jedoch mit seinem bemerkenswerten natürlichen Tempo wieder auf. Der defensiv orientierte Mittelfeldspieler hat zudem körperlich zugelegt. Man sieht, dass er in dieser Sommerpause Gewichte gestemmt hat. Das erinnert an Leon Goretzkas „Aufpumpen“ während der Corona-Pause 2020. Der 22-Jährige – der wahrscheinlich die Kapitänsbinde übernehmen wird, sobald Christopher Trimmel endlich aufhört – könnte im späteren Verlauf seiner Karriere auch als Achter arbeiten.

Oluwaseun Ogbemudia, IV

Merkt euch den Namen. Der Autor kennt den 20-Jährigen bereits. Ogbemudia zeigte im Camp auf beiden Seiten des Balls echtes Können und spielte sich in den Testspielen ins Rampenlicht. Rein körperlich sieht der Junge jetzt schon wie ein „Mini-Dayot Upamecano“ aus. Ob Union ihn im Kader behält oder ihn per Entwicklungsleihe woanders parkt – diesem Talent gehört eine glänzende Zukunft. Darauf kann man wetten. Der Autor erwartet noch viele harte Tacklings und Rettungsaktionen auf der Linie von diesem Jungen.

Carl Klaus, TW

Da die Nummer 1 Frederik Rønnow mit einer Verletzung kämpft und Matheo Raab wohl seinen Ehrgeiz anderswo ausleben möchte, erhält der 32-jährige „Rookie“ erneut eine großartige Chance, Minuten zwischen den Pfosten zu sammeln. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass Rønnow den Start in die Pflichtspiele verpassen könnte. Der erfahrene Wandervogel als Ersatzmann könnte in Rønnows Abwesenheit durchaus regelmäßiger spielen. Sehr wichtig ist dabei, dass Klaus’ abgezockte Auftritte in seinen drei Starts in Folge zum Ende der vergangenen Saison allesamt beachtlich waren. Klaus hat eine starke Pranke.

Verlierer des Trainingslagers, Union Berlin

Oliver Burke, LS

So vieles am Schotten ergibt einfach immer wieder keinen Sinn. Der 29-Jährige ist schlicht entweder an oder aus. Wir haben gerade ein weiteres Jahr erlebt, in dem seine Torbeteiligungen nur phasenweise kamen. Burkes bessere Spiele treten in Serien auf. Wie der Temporekord der vergangenen Saison zeigt, besitzt Burke gewaltiges Tempo passend zu seinem bulligen Körperbau. Sein Werkzeugkasten quillt über, für einen Mann, der einfach aussieht – und gelegentlich auch so agiert – wie der prototypische Fußballer. Der Autor weiß langsam nicht mehr, was er noch sagen soll. Er ist begabt. Er steckt voller Potenzial. Aus irgendeinem Grund wurde er aber auch schon 5.679 Mal verliehen.

Burke wirkt mitunter einfach schwerfällig. Er begeht unerklärliche taktische und positionelle Fehler, die unter die Kategorie „Grundlagen“ fallen. Sein erster Kontakt ist zeitweise geradezu kriminell. Er vergibt reihenweise glasklare Chancen. Geistige Blackouts scheinen sein Spiel zu plagen. Das beste Beispiel dafür sind seine Flanken. Das ist mitunter schlicht unheimlich. Vielleicht sollte er darüber bei seiner 5.680. Leihe einmal nachdenken. Der Autor hat das Gefühl, schon genauso viele Artikel über ihn geschrieben zu haben.

Marin Ljubicic, MS

Apropos Spieler, die wieder verliehen werden könnten: Der Spieler, für den Fortuna Düsseldorf kaum dankbar sein dürfte, kann seine Koffer eigentlich direkt gepackt lassen. Wenn er eine bekannte deutsche Metapher ganz wörtlich umsetzen will, so wie es einst Thomas Tuchel tat, kann er sich auch gleich auf diese Koffer setzen. Ljubicic beendet zum zweiten Sommer in Folge eine Vorbereitung, in der er dem Klub seinen Wert nicht beweisen konnte. In den lockeren Testspielen sammelte Ljubicic zwar ein paar Treffer und legte dann noch zwei weitere nach, als die ernsteren Partien begannen. Es reichte trotzdem nicht.

Die meisten schwachen Abschlüsse von Ljubicic sind oben bereits dokumentiert. Es wirkt so, als könnte ihn in Köpenick nur noch retten, dass andere auf der Streichliste vor ihm stehen (Robert Skov, Janik Haberer, Tim Skarke und alle verleihbaren Nachwuchsspieler). Zudem könnte es schlicht keine Abnehmer geben, wenn Union darauf beharrt, zumindest einen Teil der 4,5 Mio. Euro zurückzubekommen, die man im Winter-Transferfenster 2025 für ihn bezahlt hat. Es könnte also tatsächlich passieren, dass Ljubicic eine… ähm… „vierte Chance“ erhält.

Andrik Markgraf, LWB

Der arme Junge, der im vergangenen Jahr noch in der Kategorie „Gewinner“ auftauchte, verletzte sich im ersten wirklich aussagekräftigen Testspiel gegen Chemnitz erneut. Ein gemeldeter Kreuzbandriss bedeutet, dass der 20-Jährige so bald nicht sein Bundesliga-Debüt feiern wird. Schade, denn diese Saison wäre eigentlich der perfekte Zeitpunkt gewesen, um sich hinter Derrick Köhn als Nummer zwei festzuspielen. Aus Gründen, auf die wir unten noch etwas genauer eingehen, dürfen aufstrebende Defensivspieler in diesem Kader durchaus auf Einsatzminuten hoffen. Im Moment gilt das Mitgefühl aber erst einmal dem Jungen mit dem ultra-regalen, hochadeligen Nachnamen.

Nein, der Autor weiß nicht, wie sich „Markgraf“ auf Englisch übersetzen lässt.

„High Count“?

Tom Rothe, IV

Rothes Nennung hier soll nicht bedeuten, dass das talentierte junge Talent, das eines schönen Apriltages plötzlich in Marco Roses BVB-Kader auftauchte, komplett eingebrochen ist. Das ehemalige Mitglied von Marcel Rapps Zweitliga-„Sprintenden Störchen“ erzielte in der vergangenen Saison immerhin zwei Tore für Union in 21 Ligaeinsätzen. Das Problem ist, dass er nur zehn dieser Bundesliga-Partien von Beginn an bestritt. Nachdem er am vierten Spieltag der Saison 2025/26 seinen Stammplatz verlor, kehrte Rothe erst am Ende der Spielzeit wieder regelmäßig in die Startelf zurück.

Man vermutet außerdem, dass etwas nicht stimmt, weil er in diesem Sommer für keine der beiden Defensivpositionen, die er spielen kann, wirklich ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Soweit der Autor weiß, ist er nicht verletzt oder Ähnliches. Irgendetwas hält ihn dennoch aus dem Rennen sowohl um den Innenverteidiger- als auch um den Linksverteidigerposten heraus. Es gab einmal eine Zeit, in der wir Bundesliga-Fanatiker alle überzeugt waren, dass Rothe irgendwann Bundesliga-Stammspieler wird. Aus irgendeinem Grund ist das bislang nicht passiert.

Leopold Querfeld, IV

Um das Thema Spieler abzurunden, die für eigentlich offene Plätze schlicht keine Berücksichtigung finden: Was ist hier los? Wenn man an Querfeld denkt, denkt man sofort an diesen Hammer, den er beim historischen 4:4 gegen Stuttgart am 30. Spieltag der Saison 2024/25 erzielte. Danach denkt man an einen hochbegabten Innenverteidiger, der sich scheinbar zwangsläufig nach oben entwickeln würde. Querfeld trat in der vergangenen Saison sogar als Elfmeterschütze hervor und steuerte wettbewerbsübergreifend sieben weitere Tore bei. Außerdem war er ein Zweikampfmonster – sowohl am Boden als auch in der Luft.

Spät im vergangenen Jahr wirkte sein Stellungsspiel dann plötzlich unsauber, und am Ende landete er in der vergangenen Saison auf der Bank. Nach mehreren verschuldeten Elfmetern wurde er an zwei der letzten drei Spieltage aus der Startelf genommen. Insgesamt ist das aber kaum mehr als ein „Mini-Tief“. Nsokis Verletzung verhilft Querfeld vorerst wieder zum Stammplatz, doch er wird härter arbeiten müssen, um ihn zu behalten. Jemand, womöglich sogar Rothe selbst, könnte ihn noch vor Saisonbeginn verdrängen.

Taktischer Scout, Union Berlin

Bevor wir unsere allererste Aufstellung der Saison prognostizieren, müssen wir erneut betonen, dass dieses Projekt viel früher begonnen hat als in den vergangenen Jahren. Wenn man den DFB-Pokal als „sanften Auftakt“ betrachtet – so wie es die meisten Bundesliga-Klubs tun –, dann stehen noch genau ein weiteres Testspiel und reichlich Trainingseinheiten an, in denen sich Spieler beweisen können. Ganz zu schweigen von Verletzungen und Transfers, die bis zum Saisonstart noch passieren können.

Wenn der Autor aus dem tiefen taktischen Blick auf Union irgendetwas gelernt hat, dann, dass Lustrinelli seine beste taktische Variante mit der Doppelsechs gefunden hat. Die untenstehende Grafik trifft mehrere Annahmen. Eine davon ist, dass Querfeld in Nsokis Abwesenheit der Partner von van den Bosch sein wird. Ebenso wird praktisch vorausgesetzt, dass Latte Lath fast sofort in die hängende Rolle neben dem schnellen Burke rutschen kann.

Kapitän Christopher Trimmel wird, so die Vermutung, ungefähr in jedem zweiten Spiel für Josip Juranovic rotieren. Die größte Frage, die das alles durcheinanderbringen könnte, ist natürlich, ob der faktische Spielführer Rani Khedira geht. Dass Union aktiv einen weiteren Mittelfeldspieler für die Position sucht, auf der aktuell Kemlein spielt, deutet stark darauf hin, dass Khediras Zeit beim FCU sich dem Ende nähert. Wahrscheinlich will man Kemlein weiter vorne einsetzen.

Aufstellung-FCU (PROGNOSE)

Artikelbild:Taktik-Vorschau zur Bundesliga 2026/27 | 1. FC Union Berlin

Auf dem Papier ist das sicher nicht die schlechteste XI, die man in dieser Bundesliga-Saison sehen wird. Das Problem der Kaderbreite taucht dennoch wieder auf. Selbst wenn Khedira bleibt, fehlt dem Team weiterhin ein echter box-to-box spielender Mittelfeldmann zusätzlich zu den bereits erwähnten Backup-Optionen im Angriff. Der Wechsel zur Viererkette macht das zu einem ernsten Problem, weil das Tempo eines Spielers wie Derrick Köhn ohne Vorwärtsdynamik im Zentrum weniger relevant wird. Dasselbe gilt für Latte Lath. Juranovic und Trimmel bringen ohnehin kaum Tempo mit.

Zwei bis drei qualitativ gute Neuzugänge, die der ersten Mannschaft direkt helfen können, unter der Vorgabe „Steine anstatt Beine“ zu holen, wird nicht einfach. Mit der ernsthaften Suche nach neuen Spielern kann Horst Heldt eigentlich erst dann beginnen, wenn er etwas Ballast von der Gehaltsliste bekommt. Der FCU-Geschäftsführer wird es nicht leicht haben, für einige der oben genannten Spieler Abnehmer zu finden. Stand jetzt sehen wir hier definitiv keinen Bundesliga-Kader für das Mittelfeld der Tabelle. Diese Mannschaft wirkt eher wie ein Kandidat für den Abstiegskampf, wenn die Personalprobleme nicht gelöst werden.

Eine schlechte Formphase könnte sich definitiv zu etwas Katastrophalem auswachsen.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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