Miasanrot
·21. September 2026
Taktikanalyse: Wie der FC Bayern den 1. FC Köln überrumpelte

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·21. September 2026

Die FC Bayern Frauen haben Köln mit 5:2 geschlagen. Nach kurzer Zeit stand es bereits 3:0. Wir analysieren, wie das möglich war.
Batsch, Batsch, Batsch – drei schnelle Watschn und die Partie schien bereits entschieden zu sein. Zwischen der 4. und der 15. Minute machte der FC Bayern im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln kurzen Prozess.
Jovana Damnjanović und Edna Imade trafen aus den ersten richtigen Gelegenheiten für den FCB. Gefallen sind die Tore durch ein wohl bewusst gewähltes taktisches Mittel. Noch am Freitag sprach José Barcala auf der Pressekonferenz davon, dass es darum gehen würde, Kölns Defensivspielerinnen hinten zu binden, um ihnen im Pressing nicht zu erlauben, nach vorn zu springen.
Miasanrot analysiert, wie das genau gelungen ist.
Ein erstes gutes Beispiel dafür stellt der Treffer zum 1:0 in der vierten Minute dar. Die Ausgangslage ist eigentlich erstmal komfortabel für die Kölnerinnen, weil sie eine Überzahlsituation haben.

Aber die Bayern stellen es klug an. Mattner bindet außen eine Gegenspielerin, Dallmann und Damnjanović binden die Innenverteidigerinnen, Imade bindet dahinter. Das ist exakt das, was Barcala damit meinte, die Kölnerinnen nicht springen zu lassen: Das Spiel vertikal auseinanderziehen und die Abwehrspielerinnen möglichst weit in Richtung deren Tor binden.
Interessant ist hier aber, wie es gelingt, dass Proost zwei Gegenspielerinnen binden kann.

Die Antwort: Bewegung, Bewegung, Bewegung! Imade lässt sich fallen, Proost zieht nach innen, Dallmann geht gemeinsam mit Damnjanović tief. Allein durch diese Bewegungen gibt es Übergabedilemma beim FC. Imade zieht eine Abwehrspielerin mit sich und auch Proost schafft es, eine Spielerin in die Vorwärtsbewegung zu zwingen, obwohl sie durch die Außenverteidigerin ja eigentlich schon gedeckt wurde.
Dadurch entsteht unfassbar viel Raum und freie Wiese für Damnjanović. Mahmutovic schlägt die Kugel lang, der Rest ist Geschichte. Damnjanović tankt sich durch, als hätte sie das Spiel mal eben auf „Anfänger“ gestellt.
Das zweite Tor der Bayern fällt ganz ähnlich, diesmal auf dem linken Flügel. Wieder locken die Münchnerinnen das hohe Pressing von Köln. Und wieder werden Defensivspielerinnen bewusst gebunden und aus ihrer Position gezogen.

Diesmal sind es Proost und Dallmann, die am Flügel gleichzeitig entgegen kommen und damit ein riesiges Loch in die Kölner Abwehr reißen. Damnjanović, die sich ebenfalls nach außen hat fallen lassen ist abermals im 1v1.
Auch auf individueller Ebene ist diese Szene aber herausragend. Wie Damnjanović ihren Körper zwischen Ball und Gegenspielerin schiebt, ist nicht weniger als Weltklasse. Es gibt kaum eine andere Spieler, die das so gut kann wie sie. Die Stürmerin dreht sich an der Gegenspielerin dann so vorbei, dass sie den Ball mitnehmen und allein aufs Tor zuläuft. Nur das Tempo fehlt ihr anschließend. Ihr gelingt es dennoch, den Ball auf Imade querzulegen und die trifft zum 2:0.
Es gibt noch eine weitere Szene, in der Mahmutovic wieder den Ball lange hält und ihr einige Bayern-Spielerinnen entgegen laufen. Unter anderem zieht Dallmann ihre Gegenspielerin mit. Wieder schlägt die Torhüterin den Ball lang, Damnjanović verlängert mit der Fußspitze und Imade ist beinahe frei durch.
In der Folge hat Köln sich dann tiefer positioniert. Bitter nur, dass das 3:0 noch fiel, bevor das etwas wirksamer wurde. Diesmal aber mit einer Traumkombination durchs Zentrum. Dallmann kommt im Zwischenraum entgegen, dreht auf, bedient Damnjanović und die schickt Imade tief. Wunderschön und schnell gespielt.
Barcalas Plan in der Anfangsphase ging komplett auf: Tiefe erzeugen mit viel Personal, Köln vertikal auseinander ziehen, Verteidigerinnen bewusst aus der Position ziehen und dann vorn die Physis der beiden Angreiferinnen ausnutzen. Die drei schnellen Watschn haben die Partie vorentschieden. Auch wenn Köln zwischenzeitlich nochmal verkürzte.















