Miasanrot
·25. März 2026
Tanikawa setzt den Momo-K.-o.! FC Bayern schlägt Manchester United mit 3:2

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Im altehrwürdigen Old Trafford schlagen die FC Bayern Frauen die Red Devils im Champions League Viertelfinale mit 3:2 und sicherten sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der Allianz Arena. Miasanrot war für euch im Theatre of Dreams.
Die Bühne könnte kaum größer sein: Im legendären Old Trafford trafen die FC Bayern Frauen im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League am Mittwoch um 21 Uhr auf Manchester United. Außerdem blickte man einem besonderen Wiedersehen entgegen: Nach über fünf Jahren im Bayern-Trikot läuft Lea Schüller nun für die Engländerinnen auf und traf erstmals auf ihre ehemaligen Teamkolleginnen.
Mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage qualifizierten sich die FC Bayern Frauen direkt für das Viertelfinale der Champions League. Zum Beginn der Saison in der Königinnenklasse unterlagen die Münchnerinnen dem FC Barcelona, feierten anschließend jedoch Erfolge gegen Juventus, Arsenal, Paris Saint-Germain und Vålerenga. Lediglich gegen Atlético Madrid mussten sie sich nach einem Last-Minute-Gegentreffer mit einem Unentschieden zufriedengeben.
Auch auf nationaler Bühne läuft es für die Doublesiegerinnen: Im DFB-Pokal zogen die Münchnerinnen jüngst dank des 3:0-Erfolgs beim Hamburger SV ins Halbfinale ein. In der Bundesliga fuhr die Mannschaft am vergangenen Freitag einen 5:0-Auswärtssieg bei der SGS Essen ein – der 19. Erfolg im 20. Bundesligaspiel.
Die Frauen von Manchester United können bereits auf eine lange Reise in der Champions League zurückblicken: Über die Qualifikationsrunde sicherten die Red Devils sich erstmals einen Platz in der Königinnenklasse. Mit vier Siegen und zwei Niederlagen verpasste das Team von Cheftrainer Marc Skinner die direkte Viertelfinal-Qualifikation nur um einen Punkt.
In den beiden Play-off-Spielen trafen die Engländerinnen als gesetzte Mannschaft auf Atlético Madrid. Mit zwei souveränen Erfolgen (3:0 und 2:0) sicherten sie sich schließlich einen Platz unter den acht besten Teams Europas.
Im Vergleich zum deutlichen Sieg in Essen am vergangenen Wochenende ließ Cheftrainer Barcala seine Startelf unverändert. Momoko Tanikawa kehrte nach dem Gewinn des Asien-Cups wieder zurück in den Kader der Münchnerinnen. Von der zweiten Mannschaft wurden Luzie Zähringer und Julia Kreuzpaintner ins Team hochgezogen. Auf Seiten von Manchester United starteten mit Lea Schüller und Julia Zigiotti Olme zwei Spielerinnen, die jüngst noch für den FC Bayern aufliefen.
Das Spiel begann mit einem Traumstart für die Münchnerinnen: In der ersten Ballbesitzphase spielte man sich durch das Mittelfeld der Gastgeberinnen und dann schlug Arianna Caruso einen absoluten Traumpass von rechts auf die tiefgehende Pernille Harder. Die Starstürmerin lief Le Tissier davon, blieb stabil und ruhig vor Tullis-Joyce und traf unten rechts zur frühen Führung für die Bayern!
Manchester United ließ sich von diesem frühen Nackenschlag jedoch nicht beirren und versuchte weiter mutig nach vorn zu spielen und die Münchnerinnen unter Druck zu setzen. Einige Male wackelten die FC Bayern Frauen dadurch im Spielaufbau, jedoch ohne gröbere Fehler, die für konkrete Torgefahr sorgten. In den Zweikämpfen wirkten die Münchnerinnen zu Beginn aber griffig und robust, was man sich im Vorlauf der Partie auch vorgenommen hatte und als einen Schlüssel zum Erfolg definierte. Man wollte sich über die einzelnen Duelle in die Partie rein arbeiten und so Stück für Stück an Sicherheit gewinnen.
Diese Sicherheit zerstörte man sich im weiteren Verlauf der Partie jedoch immer wieder durch zu leichtfertige Ballverluste im Spielaufbau. Die von Barcala vor der Partie in der Pressekonferenz gewünschte Kontrolle und Dominanz ließ sich so nicht entwickeln. In der 18. Minute dann die bislang beste Torchance für die Gastgeberinnen: Nach einer Ecke wurde zunächst ein Schuss von Park geblockt. Im Nachschuss schloss Zigiotti aus der Drehung aus rund 13 Metern ab, der Ball flog nur knapp über die Querlatte.
Und in der 23. Minute kam es dann noch dicker für die FC Bayern Frauen: Rechtsaußen konnte Schüller mit viel Platz in den Sechzehner marschieren. Die Stürmerin flankte dann nahe des Fünfers und blieb am rechten Arm von Kapitänin Viggósdóttir hängen. Sofort zeigte Schiedsrichterin Olmedo auf den Punkt, um den Elfmeter zu geben. Den fälligen Strafstoß ließ sich die Kapitänin Le Tissier nicht nehmen und visierte das untere linke Eck an. Zwar ahnte das Ena Mahmutovic, aber konnte den Einschlag nicht verhindern.
Die meisten gefährlichen Angriffe von United liefen über die linke Münchner Defensivsseite, wo Carolin Simon phasenweise überfordert wirkte und sich in der 28. Minute bereits die frühe gelbe Karte durch ein relativ rüdes Foulspiel einfing. United war nun das etwas aggressivere und zielstrebigere Team. So kam zum Beispiel Lea Schüller aus halbrechter Position zu einem wuchtigen Abschluss, wo der Ball nur knapp am kurzen Pfosten vorbeirauschte.
Zur nächsten Chance kamen die Bayern nach einer Simon-Ecke in der 37. Minute: Viggósdóttir kam aus rund elf Metern mit links zur Volleyabnahme – der Ball rauschte nur knapp über die Querlatte. Nach einer ähnlichen Situation schoss Bernadette Amani kurz vor der Pause ebenfalls übers Tor der Gastgeberinnen. Danach pfiff die Schiedsrichterin zur Pause und es ging mit einem 1:1 bei nasskaltem Wetter in die Kabinen.
Beide Teams kamen unverändert aus der Pause und die ersten gefährlicheren Vorstöße hatte Manchester United. Eine gute Flankenchance konnten die Bayern zunächst abfangen. Der Ball landete über Umwege aber wieder bei Malard, deren Schuss aus der Drehung ungefährlich ins Toraus sprang.
In der 57. Minute dann der erste Abschluss für die Münchnerinnen nach der Pause: Malard vertändelte den am eigenen Strafraum eroberten Ball postwendend, sodass Harder vom Strafraumrand zum Schuss kam. Der flache Versuch landete jedoch in den Armen von Tullis-Joyce.
Wenige Augenblicke später wechselte Bayern-Trainer Barcala zum ersten Mal und brachte Momoko Tanikawa für die wacklige Simon in die Partie. Die frischgebackene Asien-Cup-Siegerin sollte für etwas mehr Kontrolle und Ruhe im Ballbesitzspiel der Münchnerinnen sorgen. Franziska Kett rückte dafür eine Position nach hinten und übernahm die linke Defensivposition. Tanikawa orientierte sich mehr in Richtung Zentrum und Caruso rückte dafür auf die linke Außenbahn.
Eine kleine Reisegruppe an Bayern-Fans sorgte in einer sonst sehr schwachen Heimkulisse für gute Stimmung auf den Rängen. Trotz dieses hochkarätigen Champions-League-Klassikers und einer Rabattaktion für das nächste Heimspiel konnte Manchester United nur rund 7.500 Karten verkaufen.
Und diese gut gelaunte und stimmgewaltige Reisegruppe hatte in der 72. Minute wieder etwas zu bejubeln: Erneut war es ein Traumpass, diesmal von der eingewechselten Tanikawa, der Harder auf die Reise schickte. Diese überlief erneut Le Tissier und schob aus elf Metern zur 2:1-Führung für die Münchnerinnen ein.
Die Führung sollte aber nur kurz Bestand haben: Wenige Minuten später unterlief Viggósdóttir eine Eckballflanke von Le Tissier, am Fünfer konnte sich Lundkvist im Luftduell durchsetzen und traf per Aufsetzer zum Ausgleich.
In der 85. Minute hatte dann aber Tanikawa das letzte Wort: Über links rollte ein Bayern-Angriff aufs Tor der Gastgeber und Kett, den die Japanerin selbst per Verlagerung einleitete. Tanikawa bekam den Ball zurück, wackelte ihre Gegenspielerin aus und traf dann zielgenau unten rechts zum vielumjubelten 3:2-Endstand.
Mit diesem Sieg sichert man sich für das entscheidende Rückspiel am kommenden Mittwoch in der Allianz Arena eine gute Ausgangsposition. Dann geht es darum, das erste Halbfinale seit 2021 in der Champions League klarzumachen.
Es wird interessant zu sehen, ob die Bayern dann wieder in einem eher konservativen Verwaltungsmodus agieren wie im Hinspiel oder ob die Fans etwas mehr Offensivaktionen erleben dürfen. Die Münchnerinnen gingen vermeintlich wenig Risiko, ließen damit aber auch ein sehr offenes Spiel zu, das jederzeit in die eine oder andere Richtung hätte kippen können.
Mit einer Tanikawa in dieser Form muss es das Ziel sein, nächste Woche mehr Kontrolle ins Spiel zu bekommen. Das 3:2 ist ein gutes Ergebnis, aber im Rückspiel ist immer noch alles offen.









































