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·20. Februar 2026
Tedesco nach Nottingham-Niederlage: „Verdient verloren“ – Kante hält Fenerbahce im Rennen

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Nach der 0:3-Niederlage von Fenerbahce gegen Nottingham Forest im Hinspiel der Playoff-Runde zur Europa-League-K.-o.-Phase wählte Domenico Tedesco deutliche Worte. Der Trainer stellte vor allem die verlorenen Zweikämpfe, fehlende Intensität und einen gescheiterten Matchplan in den Mittelpunkt. „Wir haben es definitiv verdient, dieses Spiel zu verlieren„, sagte er und ergänzte: „Nichts hat funktioniert.“ Aus seiner Sicht zeigte bereits das erste Gegentor, wie anfällig sein Team an diesem Abend war.
Besonders hart fiel Tedescos Urteil über die Duellführung aus.“Wir haben alle Zweikämpfe verloren. Wenn du den Zweikampf verlierst, können wir nicht über das System reden“, erklärte er. Dabei verwies er auch auf die Formation aus dem jüngsten Liga-Spiel gegen Trabzonspor und machte klar, dass nicht jede Woche dieselbe Struktur möglich sei. Seine Kernaussage blieb jedoch unabhängig vom System: Ohne Schärfe in den direkten Duellen kippt jede Idee.
Auch die Spielanlage des Gegners beschrieb er als typisches britisches Profil mit hoher Körperlichkeit. „Wir haben es in jedem Zweikampf gespürt“, sagte Tedesco, der Nottingham als Team zeichnete, das genau dort seine Stärken ausspielt, wo Fenerbahce an diesem Abend nicht dagegenhielt.
Zusätzlich zur sportlichen Enttäuschung droht personell ein schwerer Rückschlag. Abwehrchef Milan Skriniar musste die Partie verletzungsbedingt verlassen, und Tedesco klang in der ersten Einschätzung besorgt. „Wir werden es morgen überprüfen. Doch die Lage scheint ernst. Das ist ein großes Problem“, sagte der 40-Jährige. Gerade mit Blick auf das Rückspiel ist die Stabilität im Zentrum der Abwehr ein entscheidender Faktor, wenn die Mannschaft überhaupt eine Chance auf die Wende haben will.
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Auf Nachfrage zur Rollenverteilung von Marco Asensio und Anderson Talisca erläuterte Tedesco seine Idee. Talisca habe als zweiter Stürmer agiert, während Asensio vom Flügel häufiger in zentrale Räume kommen sollte. „Wir wollten nicht nur mit vier Leuten in der Box agieren, sondern auch mit Talisca, aber es hat nicht funktioniert„, so der Trainer. Seine Diagnose: Die Mannschaft fand in diesen Zonen keinen Rhythmus, kam nicht sauber ins Kombinationsspiel und ließ die Klarheit im letzten Drittel vermissen.
Tedesco nahm zugleich einzelne Spieler aus der Schusslinie, insbesondere Sidiki Cherif, der in der Startelf stand. „Er presste, er rannte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hat er ein paar Chancen genutzt, aber hier geht es nicht um den Stürmer„, sagte er. Die Ursache sah er nicht in einer Position, sondern in der Summe aus verlorenen Duellen, fehlender Kontrolle und einem Gegner, der den Abend von Beginn an auf seine Art prägte.
Auch zur Situation von Oguz Aydin äußerte sich Tedesco knapp und betonte dessen Professionalität im Training: Er arbeite seriös, „seine Zeit wird kommen“.
Am deutlichsten wurde Tedesco, als er die Chancenverteilung einordnete. „Wir hatten heute nie eine Chance. Es hätte 5:0 stehen können. Wir hätten es auch akzeptiert, wenn es 5:0 gestanden hätte“, sagte er. Der Trainer forderte, die Situation ohne Ausreden anzunehmen: ehrlich sein, die Probleme benennen und Lösungen finden. Auch der Kontext des Gegners spielte für ihn eine Rolle, weil Nottingham sein erstes Spiel unter dem neuen Trainer absolvierte: „Jeder möchte sich zeigen“, erklärte Tedesco.
Während der Trainer die Niederlage als verdient bezeichnete, schlug N’Golo Kante nach dem Abpfiff einen anderen Ton an. „Wir haben nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Die Dinge liefen nicht so, wie wir es wollten, wir haben das Potenzial, es besser zu machen“, sagte der Mittelfeldspieler. Dann folgte der Satz, an dem sich der Klub nun festhalten muss: „Das erste Spiel wurde gespielt, nicht alles ist vorbei.“
Kante betonte, dass zunächst das nächste Ligaspiel anstehe und der Fokus anschließend auf dem Rückspiel liege. Die Botschaft ist klar: Auch nach einem 0:3 soll der Glaube an eine außergewöhnliche Nacht in England nicht verloren gehen, selbst wenn die Ausgangslage maximal schwierig ist.









































