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·30. Juli 2026

Thioune: „Latenter Rassismus ist allgegenwärtig“

Artikelbild:Thioune: „Latenter Rassismus ist allgegenwärtig“

Bild: Pau Barrena/Getty Images

Der Trainer des SV Werder Bremen Daniel Thioune erklärte, dass ihm rassistische Bemerkungen während seiner Kindheit nicht immer bewusst gewesen seien.


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Im Interview mit dem „kicker“ wurde Thioune gefragt, ob seine offene und zugewandte Art auch mit seiner Biografie zusammenhänge. Der Coach von Werder Bremen erklärte daraufhin, dass er keinen genauen Zeitpunkt nennen könne, an dem ihm seine andere Hautfarbe erstmals bewusst geworden sei.

Rassismus als Kind nicht bewusst wahrgenommen

Selbst abwertende Bemerkungen oder Witze habe er als Kind nicht zwangsläufig als rassistisch wahrgenommen. „Ich weiß gar nicht, zu welchem Zeitpunkt ich gemerkt habe, dass ich stärker pigmentiert bin als andere“, sagte Thioune. Auch Aussagen wie „Deck mal einer den Schwarzen da“ hätten sich für ihn damals nicht unmittelbar nach Rassismus angefühlt.

Thioune habe sich stattdessen darauf konzentriert, durch seine Leistungen und sein Auftreten zu überzeugen. Das sei ihm sowohl als Sportler als auch auf menschlicher und inhaltlicher Ebene gelungen.

Leistung bleibt Thiounes Maßstab

An diesem Grundsatz hält der 52-Jährige bis heute fest. Thioune wolle einen Trainerposten aufgrund seiner geleisteten Arbeit erhalten – und ihn verlieren, wenn seine Arbeit nicht gut genug gewesen sei. Die eigene Hautfarbe soll bei seiner Bewertung als Trainer aus seiner Sicht nicht den entscheidenden Maßstab bilden.

Für Thioune kommt es beim Umgang mit solchen Äußerungen auch auf den jeweiligen Zusammenhang an. „Aber es ist immer die Frage des Rahmens“, betonte der Werder-Coach. „Ich kann schon damit umgehen, wenn mich jemand als Affe bezeichnet, weil er damit vielleicht auch mein flippiges Rumrennen an der Seitenlinie meint.“

Gleichzeitig bedeutet diese Haltung nicht, dass Thioune die Existenz von Diskriminierung infrage stellt. „Natürlich hat Rassismus immer eine Rolle gespielt, latenter Rassismus ist allgegenwärtig, Alltagsrassismus auch“, stellte der Werder-Coach klar.

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