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Matti Peters·2. Juni 2026

🎟️ Ticket-Wirbel vor Eröffnungsspiel: 14.000 Fans klagen sich ins Stadion

Artikelbild:🎟️ Ticket-Wirbel vor Eröffnungsspiel: 14.000 Fans klagen sich ins Stadion

Am 11. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit der Begegnung zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion. Mehr als 80.000 Fans werden zum Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt erwartet. Überschattet wird das Großereignis jedoch von einem langjährigen Streit um 14.000 Sitzplätze. Die Besitzer dieser Tickets sehen ihre Zugangsrechte gefährdet und haben der Fifa inzwischen mit rechtlichen Schritten bis hin zur Anwendung staatlich genehmigter Zwangsmaßnahmen gedroht.

Die Wurzeln des Konflikts liegen mehrere Jahrzehnte zurück. Während des Baus des Aztekenstadions in den 1960er-Jahren fehlte es zeitweise an finanziellen Mitteln. Um die Fertigstellung zu sichern, wurden zahlreiche Logen und Tribünenplätze an Privatpersonen verkauft. Diese Käufer – bekannt als „Titulares de Palcos y Plateas“ – erhielten vertraglich zugesichert, sämtliche Veranstaltungen im Stadion bis zum Jahr 2065 ohne zusätzliche Eintrittskosten besuchen zu dürfen.


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Bei der Weltmeisterschaft 1970 führte diese Sonderregelung zu keinen Problemen. Erst vor dem Turnier 1986 kam es zu Auseinandersetzungen. Die Fifa versuchte damals erstmals, die betroffenen Plätze in den regulären Kartenverkauf einzubeziehen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, sodass die Rechteinhaber weiterhin freien Zugang zu den WM-Partien hatten – einschließlich des Endspiels zwischen Deutschland und Argentinien.

Vor der WM 2026 entbrannte der Streit erneut. Gemeinsam mit dem Stadionbetreiber Ollamani plante die Fifa, die 14.000 Plätze in ihr eigenes Vermarktungskontingent aufzunehmen. Die betroffenen Eigentümer reagierten darauf mit der Gründung der „Asociacion Mexicana de Titulares de Palcos y Plateas“ (AMTPP) und zogen vor Gericht. Dort setzten sie sich erfolgreich durch.

Für Ollamani hat das Urteil offenbar erhebliche finanzielle Folgen. Da die Plätze der Fifa bereits zugesagt worden waren, soll das Unternehmen mexikanischen Medien zufolge nun rund 54 Millionen Euro Entschädigung zahlen müssen.

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Nach der Niederlage vor Gericht verschärfte sich der Konflikt weiter. Fifa und Stadionbetreiber versuchten laut Berichten anschließend, die Nutzung der betroffenen Plätze während der WM weniger attraktiv zu gestalten. So sei vorgesehen gewesen, den Inhabern das Mitbringen eigener Speisen und Getränke zu verbieten – obwohl dies im Aztekenstadion grundsätzlich gestattet ist. Stattdessen sollten kostenpflichtige Verpflegungspakete angeboten werden, deren Preise zwischen 6.116 und 13.010 Euro liegen. Darüber hinaus sei geplant gewesen, Karteninhabern sämtliche WM-Zugangsrechte zu entziehen, falls sie ihre Plätze weiterverkaufen würden. Auch diese Maßnahmen seien jedoch von mexikanischen Gerichten kassiert worden.

Wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel bleibt die Situation angespannt. Zahlreiche Mitglieder der „Titulares de Palcos y Plateas“ warten nach eigenen Angaben noch immer auf ihre digitalen Eintrittskarten, obwohl diese bis Freitag bereitgestellt werden sollten. Der Generalsekretär der AMTPP, Ruano Ortega, machte deutlich, wie ernst die Lage aus Sicht der Betroffenen ist: „Sollten sie uns den Zutritt verweigern, erstatten wir Anzeige und beantragen beim Gericht die Genehmigung zum Einsatz von Gewalt.“


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