Borussia Dortmund
·27. September 2026
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Lediglich der Blick auf die Tabelle trübte die gute Leistung. Nach der ersten Niederlage im dritten Auswärtsspiel rutschte die Mannschaft von BVB-Trainer Evgeny Fadeev vor der Saisonunterbrechung mit einem ausgeglichenen Punktekonto vorläufig wieder hinter Werder Bremen aus der Final4-Zone.
Fadeev verzichtete auf den Einsatz von Spitzenspieler Anders Lind und nominierte stattdessen Wim Verdonschot erstmals als Nummer eins der Schwarzgelben. „Wim soll spielen, in solch einem Spiel vor solch einer Kulisse kann er viel lernen“, betonte Fadeev einen wichtigen Aspekt seiner Überlegungen. Hinter dem 21-Jährigen rotierte der Coach seine „Stammbesetzung“ der ersten Saisonwochen durch und stellte Joao Geraldo auf Position zwei sowie Kristian Karlsson gegen seinen früheren Klub als Nummer drei auf. Für den Fall eines Entscheidungsdoppels hielten sich als „Spezialisten“ Adam Szudi und Cedric Nuytinck bereit.
In der „Höhle des Löwen“ gaben die Schwarzgelben vor 3.000 Zuschauern eine ausgesprochen gute Figur ab und brachten die hochfavorisierten Hausherren überraschend stark ins Schwitzen. Schon im Auftakteinzel erspielte sich Geraldo gegen Fan zunächst zwei Satzbälle, ließ sich auch vom unglücklichen Verlust des ersten Durchgangs nicht entmutigen und kämpfte sich buchstäblich bis zum letzten Ballwechsel an seinem prominenten Gegenüber heran. Belohnt wurde Geraldos Kampfgeist allerdings nicht.
Scheinbar unbeeindruckt vom Rückstand stieg anschließend Verdonschot in die Box. Gegen den in der Weltrangliste fast 40 Plätze höher geführten Kanak Jha ließ der U21-Vizeeuropameister keinen Klassenunterschied erkennen. Im Gegenteil: Mit Ausnahme des dritten Durchgangs war Verdonschot in seinem ersten Duell mit der US-Medaillenhoffnung für Olympia 2028 in Los Angeles der tonangebende Akteur und feierte souverän seinen fünften TTBL-Erfolg in Folge. Eine längere Siegesserie als der BVB-Rookie kann in der TTBL nur einer aufweisen: Düsseldorfs Olympiasieger Fan Zhendong.
Nach Verdonschots Ausgleich weckte Karlsson gegen den frischgebackenen Star-Contender-Astana-Gewinner Dang Qiu durch den Gewinn des ersten Satzes Hoffnungen auf eine zwischenzeitliche Führung beim Tabellenführer. Anschließend bestätigte der Ex-Europameister Qiu jedoch seine Notierung als Top-10-Spieler und setzte sich letztlich ungefährdet durch.
Verdonschot schulterte im formalen Spitzeneinzel gegen Fan den Erfolgsdruck in imponierender Manier. Mit einer gesunden Portion Frechheit, aber auch erstaunlich viel Spielwitz und Qualität verlangte der BVB-Zugang dem zweimaligen Einzel-Weltmeister deutlich mehr ab als erwartet. In mitreißenden Rallyes brachte Verdonschot Fan immer wieder in Bedrängnis. Auch wenn Fan nach drei Matchbällen und insgesamt vier Sätzen das bessere Ende für sich hatte, verließ Verdonschot die Halle als vielversprechender BVB-Neuzugang.
Evgeny Fadeev (Trainer): „Wir haben richtig gut gespielt, so gut, dass man fast enttäuscht sein könnte, weil vielleicht gegen diese großen Düsseldorfer mehr für uns drin gewesen sein könnte. Für die Zuschauer war es ein Topspiel, das wirklich auch Spaß gemacht hat. Leider hat noch der letzte Tick gefehlt, aber wichtig ist für uns vor allem zu sehen, dass unsere tolle Mannschaft sich so präsentieren und Düsseldorf so bedrängen konnte, dass wir uns fast ärgern können, nicht gewonnen zu haben. Aber wenn wir so weitermachen, werden wir auch noch unsere großen Siege holen. Wim hat mega gespielt, er hat schon ein super Niveau.“
Wim Verdonschot (Spieler): „Es herrschte eine unglaubliche Atmosphäre in dieser Halle, es ist ein Wahnsinnsgefühl, vor so einer Kulisse zu spielen. Schöner hätte ich es gerade gegen Fan Zhendong nicht erträumen können, obwohl ich es vielleicht auch noch in den fünften Satz hätte schaffen können. Insgesamt habe ich super gespielt und bin deswegen sehr zufrieden. Dass ich gegen Kanak spiele, war kein Plan, denn wir wussten nur, dass Düsseldorf Fan Zhendong natürlich auf die Eins stellen würde. Ich hatte nichts zu verlieren, habe einfach versucht zu spielen und das zu spielen, was ich kann. Das hat super funktioniert.“
Für das BVB-Team hat eine rund sechswöchige Spielpause begonnen. Als erstes Punktspiel nach den Individual-Europameisterschaften und weiteren Turnieren der internationalen WTT-Serie steht für die Schwarzgelben am 11. November (Mittwoch/19 Uhr, Dyn) das Gastspiel beim Final4-Konkurrenten Werder Bremen auf dem Programm. Zwei Tage später (13. November/Freitag, 18 Uhr, zu den Tickets, Dyn) findet das nächste BVB-Heimspiel gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen statt.
Tischtennis, Bundesliga, 6. Spieltag:
Borussia Düsseldorf – BV Borussia 09 Dortmund 3:1
Fan Zhendong (WR: --) – Joao Geraldo (WR: 34) 3:0 (13:11, 12:10, 11:9)
Kanak Jha (WR: 25) – Wim Verdonschot (WR: 62) 1:3 (6:11, 5:11, 11:5, 10:12)
Dang Qiu (WR: 10) – Kristian Karlsson (WR: 40) 3:1 (9:11, 11:3, 12:10, 11:6)







































