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·31. Mai 2026

Titelverteidigung und ein Uralt-Rekord: Warum PSG das neue Nonplusultra ist

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PSG ist Champions-League-Sieger. Im Finale gegen Arsenal verteidigt der französische Branchenprimus den Henkelpott – und ist damit das neue Nonplusultra im europäischen Vereinsfußball. Eine kommentierende Analyse.

Aus Budapest berichtet Michael Bojkov


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Einzig Real Madrid war es bislang gelungen, in der modernen Ära der Champions League den Titel zu verteidigen. Mit dem dramatischen 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen Arsenal schließt PSG also zu den Galaktischen auf – und ist gleichzeitig die erste Mannschaft seit Ajax 1973, der es gelingt, in zwei aufeinanderfolgenden Saisons das Double aus nationaler Meisterschaft und Europapokal der Landesmeister respektive Champions League zu holen.

Schon mit dem letztjährigen Triple-Sieg war Paris St. Germain die Mannschaft, die es zu schlagen galt. Der FC Bayern und Arsenal waren nah dran, aber nicht nah genug. Und wer seine beiden größten Widersacher – so dürfen sich Arsenal und Bayern qua sportlicher Leistungen in dieser Saison zurecht nennen – in den finalen Runden ausschaltet, erschafft sich einen Nimbus, den es für andere erst einmal zu durchbrechen gilt. Paris St. Germain ist das neue Maß aller Dinge im europäischen Vereinsfußball.

Mentale Reife als entscheidender Faktor

Zweifelsohne war der Triumph von Budapest vor allem ein Sieg der mentalen Reife, der in der Elfmeterlotterie genauso gut auf die andere Seite hätte kippen können. Aber die Pariser bewiesen einmal mehr Nervenstärke. Nach der frühen kalten Dusche durch Kai Havertz ein solches Finale an sich zu reißen, um anschließend auch vom Punkt die Nerven zu bewahren und vier von fünf Elfmetern souverän zu verwandeln – wobei auch der Fehlschuss von Nuno Mendes keinesfalls schwach getreten war –, spricht einmal mehr für die mentale Abgebrühtheit, die diese Mannschaft trotz vieler noch junger Spieler in sich trägt. Und genau das muss auch ein Team auszeichnen, das auf dem sportlichen Olymp stehen will.

Warum sich PSG den Titel verdient hat

Es wäre allerdings vermessen, den Pariser Finalsieg einzig und allein mit mentalen Faktoren zu begründen. Die Mannschaft von Luis Enrique investierte deutlich mehr für das Spiel und war über nahezu 120 Minuten die dominante Mannschaft. 75 Prozent Ballbesitz und 21:7 Torschüsse sprechen eine eindeutige Sprache. Dass bis zur Schlussphase praktisch keine nennenswerte Chancen dabei herumkam, war auch der starken Defensive der Gunners geschuldet, die abermals eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum sie in der abgelaufenen Champions-League-Saison nur sieben Gegentreffer kassierte. Und dennoch verbuchte der ansonsten gut bewachte Khvicha Kvaratskhelia mit einem abgefälschten Pfostentreffer nach 77 Minuten die beste Torchance des Spiels. Ein Pariser Sieg nach der regulären Spielzeit wäre also keinesfalls unverdient gewesen.

PSG ist auch in der Breite stärker aufgestellt als die Konkurrenz

Die Tatsache, dass Luis Enrique in den Schlussminuten mit Warren Zaire-Emery und Bradley Barcola zwei Trümpfe von der Bank bringen konnte, zeugt zudem von der der Gabe des spanischen Erfolgstrainers, Spieler auf das allerhöchste Niveau zu hieven. Dazu ist sie Zeichen einer hervorragenden Kaderplanung. Mikel Arteta konnte dieses Ass am Samstagabend nicht ziehen. Durch kluge Neuverpflichtungen im vergangenen Sommer sind die Gunners mittlerweile zwar deutlich breiter aufgestellt, allerdings macht sich zuweilen doch ein deutlicher Qualitätsabfall bemerkbar, wenn die erste Garde ausgetauscht wird. Sinnbildlich dafür stand im Finale gegen PSG die offensive Dreierreihe, die ab der Schlussphase aus Noni Madueke, Viktor Gyökeres und Gabriel Martinelli. Die zweite Garde konnte und in punkto Spielintelligenz und Entscheidungsfindung bei weitem nicht mit dem mithalten, was beispielsweise ein Kai Havertz oder Bukayo Saka der Mannschaft geben können, und war daher augenscheinlich auch nicht wirklich dazu in der Lage, das Spiel an sich zu reißen.

Auch Bayern musste im Halbfinal-Rückspiel feststellen, dass es unter dem ersten Anzug nur in Ansätzen zum allernächsten Niveau reicht. Paris hat dagegen auch in der Kaderbreite die Qualität, um in Spielen auf allerhöchstem Niveau in Form von Spielerwechseln reagieren zu können, ohne einen großen Leistungsabfall befürchten zu müssen. Auch das sind Faktoren, die eine Mannschaft ans höchste Leistungslimit bringen und von anderen Topteams abhebt. Ganz zu schweigen natürlich von der ohnehin vorhandenen Basis aus überragendem Individualisten und einem Trainer, der die Mannschaft taktisch auf ein unfassbar hohes Level gebracht und eine Teamchemie geschaffen hat, die unzerstörbar scheint.

Paris St. Germain ist die neue Benchmark, das steht seit Samstagabend fest. Es ist nun an den anderen, durch noch klügere Entscheidungen auf dem Transfermarkt und eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf dem Platz eine Mannschaft zu formen, die den französischen Branchenprimus vom Thron stoßen kann. Denn von sich aus wird er erst einmal nicht abtreten.

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