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·19. Februar 2026

Tom Bischof außen vor: Wann bekommt er seine große Chance beim FC Bayern?

Artikelbild:Tom Bischof außen vor: Wann bekommt er seine große Chance beim FC Bayern?

Tom Bischof spielt beim FC Bayern München aktuell keine Rolle. Wann bekommt er seine Chance?

Seinen letzten Startelfeinsatz hatte Tom Bischof Ende Januar im Auswärtsspiel bei der PSV Eindhoven. Damals agierte er als Rechtsverteidiger. Die Außenverteidigerposition war in dieser Saison sein großes Glück beim FC Bayern München.


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Denn bisher kam er deutlich häufiger auf der linken oder rechten Außenbahn zum Einsatz als im Mittelfeld. Relevante Einsätze auf seiner angestammten Position sammelte das Top-Talent nur wenige Male.

Jetzt, wo sich die Situation auf den defensiven Flügeln wieder entspannt und Vincent Kompany auf Konrad Laimer und Alphonso Davies setzen kann, scheint Bischof es schwer zu haben, auf Spielzeit zu kommen. Lieber setzte er zuletzt den im Sommer wechselnden Leon Goretzka ein, als den ehemaligen Hoffenheimer aufzustellen.

Miasanrot hat nach Gründen gesucht.

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Tom Bischof: Ein Blick auf die Daten

Ein erster grober Blick auf die Daten verrät noch keine großen Auffälligkeiten. Zumal sich der Vergleich mit den drei anderen Mittelfeldspielern dadurch erschwert, dass Bischof größtenteils auf einer Position gespielt hat, die er nicht kennt und wo seine Möglichkeiten vor allem im Passspiel sehr eingeschränkt sind.

Wie viel bedeutet es also wirklich, dass er laut Wyscout eine geringere Erfolgsquote bei all seinen Aktionen hat als die anderen drei? 78 Prozent stehen hier 79 Prozent von Goretzka, 85 Prozent von Aleksandar Pavlović und 84 Prozent von Kimmich gegenüber. Darüber hinaus lässt sich erahnen, dass Bischofs Spiel noch nicht ganz so mutig ist, wie es angesichts seiner Fähigkeiten vielleicht sein könnte.

Mit nur 16 Vorwärtspässen pro 90 Minuten hat er weniger als Goretzka (19), Pavlović (21) und Kimmich (23). Er spielt zudem die mit Abstand meisten Rückwärtspässe (16) – Überraschung: Goretzka hat mit 9 die wenigsten. Allerdings ist er auf der Außenbahn oft auch eingeschränkt in seinen Optionen und kommt mit knapp 70 Pässen auf weniger als die beiden Taktgeber Pavlović (86) und Kimmich (85).

  1. Scouting-Report: Wird Tom Bischof zum Königstransfer des FCB?

Josip Stanišić sagte mal sinngemäß, dass es als junger Spieler beim FC Bayern nicht ausreiche, genauso gut wie die Konkurrenz zu sein. Man müsse für Spielzeit besser sein. Der Blick auf diese und viele weitere Daten verrät, dass sich Bischof nirgendwo so wirklich von den anderen Mittelfeldspielern abheben kann.

Alles, was er offensiv ein bisschen besser als Goretzka und Pavlović macht, macht Kimmich deutlich häufiger und besser – beispielsweise Assists, Pässe in den Strafraum, Steckpässe oder Deep Completions (also erfolgreiche Pässe und Flanken in die Gefahrenzone mit einem Radius von 20 Metern zum gegnerischen Tor).

FC Bayern: Tom Bischof im Vergleich mit Kimmich, Pavlović und Goretzka

Alle Daten via Wyscout. Minuten sind mit Nachspielzeiten.

Interceptions = abgefangene Pässe; Erfolgreiche Angriffsaktionen = Schüsse aufs Tor + erfolgreiche Flanken + erfolgreiche Dribblings; Erfolgreiche Defensivaktionen = Zweikämpfe + Interceptions + Grätschen; Schlüsselpässe = Pass, der sofort eine klare Chance eines Mitspielers herbeiführt; Deep Completions = erfolgreiche Pässe und Flanken in den Gefahrenbereich mit einem Radius von 20 Metern zum gegnerischen Tor

Kompany setzt Kimmich und Bischof nicht gleichzeitig ein

Vielleicht ist das auch der Hauptgrund dafür, dass Kompany bisher noch nicht beide hat spielen lassen. Wenn Bischof im Mittelfeld auflief, dann ohne Kimmich. Am vergangenen Wochenende wurde der Linksfuß für den 31-Jährigen eingewechselt.

Bischof hat ähnliche Fähigkeiten, aber aktuell noch geringer ausgeprägt. Er hat einen Drang nach vorn, er ist gut darin, Räume zu erkennen und sie zu bespielen, er kann mit Pressingdruck in der Regel umgehen und das Spieltempo diktieren.

Kimmich liefert hier Werte in allen relevanten Statistiken, die auch im internationalen Vergleich zur Spitze zählen. Sei es bei Torschussvorlagen, Deep Completions, Vorwärtspässen, intelligenten Pässen, die unmittelbar zu einer Chance führen oder Pässen in den Strafraum. Und weil Kimmich immer spielt, scheint kein echter Platz für Bischof zu sein.

Zumindest gilt das solange, bis Kompany vielleicht doch seine strikte Rollenverteilung aufweicht und Bischof mal für Pavlović rein rotiert. Defensiv unterscheiden sich alle vier Spieler kaum. Sie kommen auf nahezu die gleiche Anzahl an Balleroberungen pro 90 Minuten (zwischen 7 und 8), haben eine ähnliche Zweikampfquote (zwischen Goretzkas 56 Prozent und Kimmichs 66 Prozent) und haben generell eine ähnliche Anzahl an reinen Defensivaktionen (rund sechs).

Nur bei den abgefangenen Pässen gibt es einen Unterschied zwischen Goretzka (3,9) und Bischof (2,5). Letzterer fällt hier auch im Vergleich mit Kimmich (3,4) und Pavlović (3) etwas ab – das kann jedoch auch mit der Position zusammenhängen.

Tom Bischof: Wie geht es weiter beim FC Bayern?

Gerade weil die Bayern im Mittelfeld keinen klaren Defensivspezialisten haben, wäre es naheliegend, Bischof auch mal neben Kimmich zu testen. Seine Werte deuten nicht darauf hin, dass er die Aufgabe zwingend schlechter lösen würde als beispielsweise Goretzka. Zumal die Erkenntnisse aus diesen Einsätzen wichtig wären, um für den Sommer Entscheidungen zu treffen.

Dann nämlich wird es darum gehen, Goretzka zu ersetzen. Noël Aséko ist eine interessante Option, die der FC Bayern offenbar schon im Blick hat. Der U-Nationalspieler ist derzeit an Hannover 96 ausgeliehen und könnte per Kaufoption zunächst fest wechseln. Die Bayern haben aber eine Rückkaufoption, die leicht über der Klausel liegt und werden diese den aktuellen Gerüchten zufolge ziehen.

  1. Noël Aséko im Portrait: Wie er dem FC Bayern helfen kann

Aséko bringt ein interessantes und offensives Profil mit, aber auch die Anlagen, um eine tiefere Rolle zu lernen und auf Bayern-Niveau zu spielen. Spätestens dann muss Kompany entscheiden, wie er die Rollen im Team neu verteilt. Wenn er wieder auf Paare setzt, könnte Aséko beispielsweise der neue Ersatz für Kimmich sein, während Bischof die aktuelle Rolle von Goretzka als Pavlović-Ersatz einnimmt.

Ganz strikt ist die Rollenverteilung ohnehin nicht. So hat Goretzka auch schon mal neben Pavlović gespielt. Gut möglich, dass Kompany hier einfach nur den Frieden in der Hierarchie wahren wollte und deshalb so entschieden hat. Aber im Sommer ist Goretzka weg. Und so langsam muss er an die Zukunft denken.

Dass Bischof jemand ist, der im Bayern-Mittelfeld eine gute Rolle spielen kann zeigten seine bisherigen Leistungen. Vielleicht hat es noch nicht gereicht, um sich deutlich von anderen im Kader abzuheben. Und vielleicht wird das notwendig sein, um den Durchbruch zu schaffen. Aber sein Talent ist klar erkennbar und seine Entscheidungsfindung sowie seine Ruhe am Ball könnten in Zukunft ein wichtiger Schlüssel für Kompany sein.

Im Moment aber wird es für den Belgier eine große Herausforderung sein, ihm überhaupt Spielzeit zu verschaffen. Dass Goretzka gegen Bremen ein gutes Spiel gemacht hat und sich mit einem Tor belohnte, wird die Situation von Bischof jedenfalls nicht verbessern.

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