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·19. Januar 2026

Toppmöller-Aus war unvermeidlich bei Eintracht Frankfurt

Artikelbild:Toppmöller-Aus war unvermeidlich bei Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt hat Trainer Dino Toppmöller aufgrund sportlicher Misserfolge entlassen.

Die Entscheidung war überfällig. Eintracht Frankfurt zieht die Reißleine bei Trainer Dino Toppmöller, und wer die vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt hat, kann darüber nicht überrascht sein. Zwei Punkte aus drei Spielen im neuen Jahr, neun Gegentore in diesem Zeitraum – das sind Zahlen, die keinen anderen Schluss zulassen.


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Sportvorstand Markus Krösche hat dem Trainer zum Abschied warme Worte mitgegeben. Fachliche Kompetenz, Professionalität, akribische Arbeitsweise, menschlicher Umgang mit der Mannschaft. Alles richtig, alles ehrenwert. Aber eben auch alles wertlos, wenn eine Mannschaft das Verteidigen verlernt hat. 39 Gegentore nach 18 Spieltagen sind eine Bilanz, die man sonst nur von Abstiegskandidaten kennt. Nicht von einem Klub, der sich in der Champions League beweisen will.

Das Paradoxe an dieser Saison: Toppmöller hatte Frankfurt im vergangenen Jahr auf Platz drei geführt, erstmals qualifizierte sich die Eintracht über die Liga für die Königsklasse. Der Vertrag wurde bis 2028 verlängert, das Vertrauen schien grenzenlos. Doch genau hier liegt das Problem vieler Bundesligaklubs. Sie verwechseln einen guten Lauf mit nachhaltiger Entwicklung. Sie belohnen Trainer für Ergebnisse, ohne zu hinterfragen, ob die Substanz in der Mannschaft stimmt.

Toppmöller fehlte die Lösung der Abwehrprobleme

Die Defensivprobleme zogen sich durch die gesamte Saison, und der Trainer fand keine Antworten. Nur eines der vergangenen neun Pflichtspiele gewann die Eintracht. Im Pokal war bereits in der zweiten Runde Schluss. In der Champions League droht das frühe Aus. Das Minimalziel Europa gerät in der Liga in Gefahr. Wer diese Entwicklung sieht und nicht handelt, macht sich mitschuldig am Niedergang.

Krösche hat gehandelt. Ob er damit auch richtig liegt, wird sich zeigen. Denn die Interimsbesetzung mit U21-Trainer Dennis Schmitt und U19-Trainer Alexander Meier ist eine Notlösung, keine Antwort auf die strukturellen Probleme. Schmitt soll die federführende Rolle übernehmen, diese Woche steht bereits das Champions-League-Spiel bei Qarabag Agdam an. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt nicht.

Die eigentliche Frage lautet: Wer soll es dauerhaft richten? Frankfurt braucht einen Trainer, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern der Mannschaft auch defensive Stabilität einimpfen kann. Einen, der den Kader zusammenhält, der nach dieser Saison auseinanderzubrechen droht. Die Suche wird nicht einfach.

Toppmöller selbst hat die Entscheidung akzeptiert, auch wenn er gerne weitergemacht hätte. Es ehrt ihn, dass er keine Schuldzuweisungen verteilt. Aber es ändert nichts daran, dass seine Zeit in Frankfurt gescheitert ist. Nicht an mangelndem Einsatz, nicht an fehlendem Willen. Sondern an der simplen Tatsache, dass er die Probleme nicht lösen konnte, die er hätte lösen müssen.

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