VfL Osnabrück
·12. Februar 2026
Topspiel an der Ostsee: VfL zu Gast beim F.C. Hansa Rostock

In partnership with
Yahoo sportsVfL Osnabrück
·12. Februar 2026

Am Samstag trifft der VfL Osnabrück im Ostseestadion auf den F.C. Hansa Rostock (Anpfiff: 14:00 Uhr). Im Duell zweier defensivstarker Mannschaften wollen die Lila-Weißen die nächsten wichtigen Punkte im Aufstiegsrennen einfahren. Der Vorbericht.
Der Gegner Der Traditionsverein aus Mecklenburg-Vorpommern feierte jüngst Vereinsjubiläum. So wurde der Fußballclub Hansa Rostock e.V. am 28. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem SC Empor Rostock gegründet und ist somit seit 60 Jahren Bestandteil der deutschen Fußballkultur. Seit zwei Jahren spielt die „Kogge“ nach dem Abstieg wieder in der 3. Liga und möchte schnellstmöglich in die 2. Bundesliga zurückkehren. Mit aktuell 39 Punkten auf Platz sechs beträgt der Abstand auf den ersten direkten Aufstiegsplatz vier Zähler. Damit sich dieser im Laufe der Rückrunde weiter verkürzt, verstärkte man sich im Winter mit Ex-Osnabrücker Lukas Kunze. Der 27-Jährige ist von Arminia Bielefeld ausgeliehen und lief zwischen 2021 und 2024 insgesamt 104-mal für die Lila-Weißen auf. Kunze war Teil der Aufstiegsmannschaft der Saison 2022/23 und gewann zudem den Landespokal Niedersachsen mit dem VfL. Für die Rostocker blieb er der einzige Winterneuzugang.
Auf der Abgangsseite sorgten die Hanseaten insbesondere am Deadline Day für Schlagzeilen: Toptalent Ryan Naderi wechselte für die Rekordablösesumme von 5,5 Millionen Euro zu den Glasgow Rangers – kein anderer Spieler der 3. Liga erzielte bislang einen höheren Transfererlös. Mit acht Treffern und vier Vorlagen war der Flügelspieler bis zu seinem Wechsel Topscorer des F.C.H. Neben diesem sportlich schmerzhaften Abgang für Trainer Daniel Brinkmann wurden Dario Gebuhr (Chemnitzer FC) und Tim Krohn (Rot-Weiß Oberhausen) für mehr Spielpraxis in die Regionalliga verliehen. Zudem verließ Dominik Lanius den Verein ablösefrei in Richtung FC Bocholt.
Die Bilanz der Lila-Weißen gegen die Rostocker fällt in der jüngeren Vergangenheit weniger positiv aus. Der letzte VfL-Sieg liegt fast neun Jahre zurück, der letzte Punktgewinn im Ostseestadion ist auf den 15. Oktober 2016 datiert. Damals gewann das von Joe Enochs trainierte VfL-Team durch Treffer von Tobias Willers und Kwasi Wriedt mit 2:1. Beim vorletzten Auswärtsspiel an der Ostsee entschied ausgerechnet Kai Pröger – damals noch im Trikot der Rostocker – die Partie: Nachdem er zunächst per Strafstoß an Lennart Grill gescheitert war, verwandelte er den Nachschuss in der 67. Minute zum 2:1-Endstand. Die Flanke vor dem strafbaren Handspiel von Maxwell Gyamfi schlug Kevin Schumacher, der von 2021 bis 2025 insgesamt 114 Partien für den F.C. Hansa absolvierte und im Sommer von der Ostsee in die Hasestadt zum VfL wechselte.
Eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gibt es am Samstag auch für Robin Meißner: Der Offensivspieler lief in der Rückrunde der Saison 2021/22 als Leihgabe vom Hamburger SV für Hansa auf und erzielte in acht Spielen einen Treffer. „Ich glaube, es war eine schöne Zeit, als wir damals den Klassenerhalt geschafft haben. Persönlich und spielerisch lief es dann doch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber trotzdem freue ich mich auf das Stadion. Ich glaube, ein oder zwei Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe, sind auch noch da“, blickte Meißner selbst im Spieltagsinterview auf seine Zeit bei Hansa Rostock zurück.
Die Ausgangslage Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Qualität der Gastgeber. Mit 389 Torschüssen stellt Hansa den ligaweiten Höchstwert. Gleichzeitig weisen die Rostocker mit 53,3 Prozent den drittbesten Ballbesitzwert der Liga auf. Auch bei Standardsituationen kann die „Kogge“ gefährlich werden: 159 zugesprochene Ecken sind ebenfalls Ligaspitze. Im Vergleich zum Hinspiel hat Trainer Daniel Brinkmann das System von einer 3-4-2-1- auf eine 4-3-2-1-Formation umgestellt. Die Umstellung zahlte sich aus: Während Hansa in den ersten acht Spieltagen im alten System lediglich zwei Siege einfuhr, spielte sich die Mannschaft mit Viererkette in einen Lauf und blieb zwölf Spiele in Serie ungeschlagen. Vor zwei Wochen endete die Erfolgsserie jedoch, als man im heimischen Ostseestadion dem FC Ingolstadt mit 0:3 unterlag. Am vergangenen Wochenende kam die Mannschaft bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim nicht über ein 2:2 hinaus. Nach einer 2:0-Führung nach rund einer Stunde kassierten die Rostocker in der 88. Minute durch Deniz Zeitler noch den Ausgleich.
Defensiv treffen am Samstag die beiden besten Abwehrreihen der Liga aufeinander. Rostock kassierte bislang 25 Gegentore, der VfL sogar nur 22. Zudem gehören beide Teams zu den zweikampfstärksten Mannschaften der 3. Liga: Hansa gewinnt 51,7 Prozent seiner Duelle (Platz vier), der VfL kommt auf 51 Prozent (Platz sechs). Auch bei den zugelassenen Torschüssen zählen beide zu den Topteams – Rostock liegt mit 254 Schüssen (gleichauf mit Verl) an der Spitze, Osnabrück folgt mit 277 auf Rang vier. Ein Torspektakel ist am Wochenende also nicht zwingend zu erwarten. Schließlich blieb auch historisch in 12 der bislang 26 Duelle mindestens ein Team ohne eigenen Treffer.
In der Luft suchen die Hanseaten häufig den Abschluss: 69 Kopfballtorschüsse bedeuten Platz zwei in der Liga, allerdings resultierten daraus bislang sieben Treffer. Der VfL kommt auf 49 Kopfballabschlüsse und erzielte sechs Tore per Kopf. Mit Blick auf individuelle Werte fällt zudem Marco Schuster auf, der mit 276,4 abgespulten Kilometern als laufstärkster Spieler der Liga gilt.
Die Lila-Weißen reisen indessen mit viel Selbstbewusstsein in die Hansestadt. Schließlich ist die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz im neuen Jahr weiterhin ungeschlagen. Mit drei Siegen und einem Unentschieden gehört man zusammen mit dem FC Ingolstadt und dem SV Wehen Wiesbaden zu den formstärksten Teams der 3. Liga. Zuletzt feierte der VfL einen 2:0-Heimsieg gegen den TSV Havelse. Dabei unterstrich Stürmer Robin Meißner mit einem Tor und einer Vorlage seine bestechende Form. Mit 73 Abschlüssen gehört der 26-Jährige ohnehin zu den aktivsten Offensivspielern der Liga und belegt in dieser Statistik Rang drei im ligaweiten Vergleich. An fünf der bislang sieben Rückrundentreffer war Meißner (zwei Tore, drei Vorlagen) direkt beteiligt. An diesen Lauf möchte die Leihgabe von Dynamo Dresden, der seit ihrer Ankunft beim VfL in allen Spielen in der Startelf stand, auch am Samstag bei seinem Ex-Verein anknüpfen.
Das Personal Bei den Gastgebern fallen mit Milosz Brzozowski (Trainingsrückstand), Paul Stock (Muskelbündelriss) und Viktor Bergh (Gelbsperre) drei Spieler für die Partie am Samstag aus.
Beim VfL trainierte unter der Woche Bjarke Jacobsen weiterhin individuell, stieg am Donnerstag jedoch wieder voll ins Mannschaftstraining ein und ist somit für Samstag wieder eine Option. Fraglich bleibt dagegen ein Einsatz von Luc Ihorst, der am Donnerstag krankheitsbedingt fehlte.
Stimmen zum Spiel Cheftrainer Timo Schultz verriet im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag was für einen Gegner er am Samstag erwartet: „Es ist eine sehr physisch starke Mannschaft. Gerade zu Hause agieren sie mit einer hohen Wucht. Wir müssen uns auf jeden Fall auf viel Hektik einstellen. Es ist eine Truppe, die viele Spieler in ihren Reihen hat, die schon in der ersten oder zweiten Liga gespielt haben. In dieser Hinsicht sind sie sicherlich das Nonplusultra der Liga. Und trotzdem haben wir jetzt schon drei Punkte Vorsprung und die Rostocker wissen auch, wenn sie gegen uns verlieren, sind es sechs. Das ist dann schon mal eine Ansage.“
Und auch Stürmer Robin Meißner erwartet einen Topgegner, vor dem er uns seine Mitspieler aber keineswegs zurückschrecken: „Sie haben sehr viel Qualität, gerade individuell, aber auch bei Standards. Wir wissen, was auf uns zukommt, wenn Hansa mit solcher Wucht spielt. Aber wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben viel Selbstvertrauen, fahren dorthin und wollen natürlich auch gewinnen.“
Dieses Selbstverständnis legt auch Coach Timo Schultz an den Tag und hat am Wochenende ein klares Ziel vor Augen. „Wir sind gut drauf. Wir wollen die drei Punkte holen, egal wo wir spielen. Das ist unser Anspruch. Und ich sehe meine Mannschaft auch in der Lage in Rostock zu bestehen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken und am Ende den Platz als Sieger zu verlassen.“
TV und Liveticker Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im NDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Text: Jendrik Greiwe Beitragsbild: Jonas Jürgens Bilder im Text: osnapix









































