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·17. April 2026
Tor-Krise, WM & Transfermarkt: Das Woltemade-Dilemma

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·17. April 2026

Im Sommer 2025 wechselte Nick Woltemade vom VfB Stuttgart zu Newcastle United, nachdem der FC Bayern lange um ihn buhlte. Die Ablösesumme war hoch, gleichermaßen auch die Erwartungen an den Angreifer.
Gerade in der Anfangszeit der Saison war Woltemade für Newcastle auf einem guten Niveau unterwegs. Er erzielte Tore, ging weite Wege für das Team, schien sich langsam an die Liga zu gewöhnen. Doch mittlerweile steckt der Stürmer in der Tor-Krise. Und spielt immer weniger.
2026 hat er bis dato nur einmal getroffen, im FA Cup gegen Aston Villa. Das letzte Ligator erzielte Woltemade im Dezember 2025, damals traf er per Doppelpack gegen Chelsea. Bei Trainer Eddie Howe wird im Sturm derzeit viel rotiert, Woltemade bekommt eher Teilzeiteinsätze und kann damit nicht zufrieden sein.
Nun heißt es immer wieder, dass man Spielern, die in die Premier League wechseln, eine Eingewöhnungszeit von einer halben Saison, manchmal auch einer gesamten Spielzeit geben muss. Doch der Nationalspieler ist auch nicht in das alleroberste Regal gewechselt, sondern zu einem Team, das nur dann die Top-6 angreifen kann, wenn alles ideal läuft. Hier nicht oder zumindest nur unregelmäßig zu spielen, ist alles andere als ideal. Zumal im Sommer die Weltmeisterschaft ansteht und auch andere Offensivspieler aus Deutschland ein Ticket für das Turnier lösen wollen.

Foto: Getty Images
Nach jetzigem Stand dürfte Woltemade aufgrund seiner Fähigkeiten, zum Beispiel auch mal hängend zu spielen und vor allem der guten Ballbehandlung in engen Räumen, gute Chancen haben, am Ende dabei sein zu können. Aber ein wenig Restzweifel bleibt, erst recht dann, wenn der Stürmer weiterhin wenig spielt und noch weniger trifft. Ein guter Schlussspurt wäre für ihn von Bedeutung. Hat sich der Angreifer nach seinem Stuttgart-Abgang also „verwechselt“? Es ist momentan noch zu früh, das einzuschätzen. Was man mit Gewissheit sagen kann: Es ist die größte Durststrecke und Schwächephase seit einer längeren Zeit.
Werfen wir einen Blick in die Zukunft, auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft. Hier befindet sich Woltemade gewissermaßen in einem Dilemma, das er mit seinem Wechsel quasi selbst heraufbeschworen hat. Denn Newcastle ist nicht einfach nur irgendeine Station, sondern ein Klub mit einem entsprechenden finanziellen Background. Ein Wechsel weg von den Magpies ist nur dann möglich, wenn die richtige Ablösesumme gezahlt wird. Da der englische Klub selbst schon mehr als 70 Millionen Euro investierte, wird für 40 oder 45 Millionen Euro herzlich wenig möglich sein. Damit wären schon einige Teams raus, zumal es nach den bisherigen Leistungen sicher auch den ein oder anderen Zweifler geben dürfte.
Und die Topklubs? Nun, die wissen auch nicht so recht: Spielte Woltemade in Stuttgart über seinen eigentlichen Fähigkeiten? Oder in Newcastle nur weit darunter? Liegt die Wahrheit vielleicht in der Mitte und wenn ja, unter welchen Umständen kann er das Optimum herausholen? Es ist also nicht einfach zu sagen, dass eine simple Luftveränderung auf einmal die Lösung ist, weil diese eben nicht einfach umzusetzen ist.
Dazu sondieren die Magpies selbst den Markt, was die Konkurrenzsituation noch verschlimmern würde. Zumal Newcastle nächste Saison nicht einmal international spielt. Bliebe noch eine Leihe als eine mögliche Lösung im Sommer. Doch auch hier bleiben Fragen nach dem richtigen Klub, dem richtigen Umfeld und den Konditionen offen. Deswegen könnte es ein zäher Sommer für den Nationalspieler werden.
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