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Selina Eckstein·1. März 2026
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Selina Eckstein·1. März 2026
Im vergangenen Sommer kannte kaum jemand seinen Namen. In seiner Heimat wurde er sogar für den Abstieg seines Ex-Klubs mitverantwortlich gemacht. Im März könnte er in den WM-Playoffs plötzlich neben Robert Lewandowski in der Sturmspitze auflaufen.
Was wie eine steile These klingt, ist das Ergebnis einer rasanten Entwicklung: Mateusz Zukowski hat in nur wenigen Monaten einen krassen Karriere-Boost hingelegt. Vor der Saison hatte ihn fast keiner auf dem Zettel. Nur der 1. FC Magdeburg beobachtete den polnischen Goalgetter, wie 'transfermarkt.de' rückblickend berichtet.
Ein Mittelfußbruch zu Beginn der polnischen Saison hätte den Deal beinahe noch scheitern lassen. Doch weil Martijn Kaars zum FC St. Pauli wechselte, benötigte der FCM kurzfristig eine weitere Offensivoption – und verpflichtete den verletzten Zukowski am Deadline Day für gerade einmal 250.000 Euro. Ein Risiko. Und im Nachhinein ein echtes Schnäppchen.
Von einer "Verpflichtung für die Zukunft" sprach Sportchef Otmar Schork bei der Bekanntgabe. Doch diese Zukunft hat offenbar schneller begonnen als gedacht. Im Abstiegskampf der 2. Bundesliga ist Zukowski längst zu einem entscheidenden Faktor geworden.
Die Zahlen unterstreichen seine Bedeutung eindrucksvoll: Obwohl er Magdeburg erst seit dem 13. Spieltag helfen konnte, kommt er in zehn Partien bereits auf elf Tore. Zuvor hatte der Klub in zwölf Spielen gerade einmal neun Treffer erzielt und war zwischenzeitlich Tabellenletzter. Nach dem 23. Spieltag stehen nun 34 Tore zu Buche. Nur Benjamin Källmann (Hannover 96), Younes Ebnoutalib (Elversberg, mittlerweile Eintracht Frankfurt) und Isac Lidberg (Darmstadt 98) haben noch häufiger getroffen.
Während die 96er und die Lilien um den Aufstieg spielen, könnte Zukowski sein Team zum Klassenerhalt schießen. Dass er das auch auf spektakuläre Weise kann, bewies er beim verrückten 5:4-Sieg in Fürth. Binnen 18 Minuten schnürte der Pole mal eben einen Hattrick und wurde danach vom polnischen Portal 'Dziennik.pl' mit Robert Lewandowski verglichen.
📸 Alex Grimm - 2026 Getty Images
Dass man in seiner Heimat plötzlich genau hinschaut, liegt auch an seinem ungewöhnlichen Karriereweg. Vor seiner Zeit in Magdeburg kam Zukowski in 168 Spielen auf lediglich 15 Tore. Kein Wunder, schließlich schaffte er seinen Durchbruch als Rechtsverteidiger. In dieser Rolle wurde sogar Glasgow Rangers auf ihn aufmerksam. Doch in Schottland konnte er sich nicht durchsetzen, weshalb er nach Polen zurückkehrte. Hin und wieder lief Zukowski in der Vergangenheit auch als Außenspieler auf, erst bei seiner letzten Station, Slask Wroclaw, durfte er einige wenige Partien als Mittelstürmer bestreiten.
Dort folgte allerdings der nächste Rückschlag: Der Klub aus Breslau stieg ab, Zukowski wurde vom Portal 'Sport.pl' als eines der "Gesichter des Abstiegs" bezeichnet. Ein Urteil, das heute wie aus einer anderen Zeit wirkt.
"Alle hatten den Polen bereits abgeschrieben. Unglaublich, was er im Ausland leistet", titelte die polnische Sportzeitung 'Przegląd Sportowy' schon vor der Partie gegen Schalke vor einer Woche. Zwar verlor der FCM das Duell mit 3:5, doch den mittlerweile als Stürmer agierenden Zukowski hielt es nicht davon ab, zwei Tore beizusteuern.
"Er ist unheimlich wichtig für uns, weil er eine Wucht und Dynamik mitbringt, die uns komplett gefehlt hat. Seine Bedeutung für uns hat er heute unter Beweis gestellt", sagte Trainer Petrik Sander nach dem Spektakel in Fürth. Mit genau dieser Dynamik könnte er nun auch der polnischen Nationalmannschaft im Kampf um das WM-Ticket helfen.
Noch ist offen, ob Nationaltrainer Jan Urban ihn tatsächlich nominieren wird. Doch das Portal 'Sport.pl' hat sich bereits festgelegt, und auch der frühere Nationalstürmer Artur Wichniarek sieht in ihm eine Option.

"Es macht keinen großen Unterschied, ob man jemanden aus der 2. Bundesliga oder aus der PKO BP Ekstraklasa beruft. Das Niveau ist dasselbe. Er hat es verdient, beobachtet zu werden. Ob man ihn für die Playoffs nominieren sollte? Das ist zu überlegen", sagte er gegenüber dem polnischen Sender 'Kanał Sportowy'.
Vom "Gesicht des Abstiegs" zum Hoffnungsträger – kaum eine Entwicklung verdeutlicht so eindrucksvoll, wie schnell sich Karrieren im Fußball drehen können. Noch im Sommer schien Mateusz Zukowski am Tiefpunkt angekommen. Jetzt ist selbst ein Platz an der Seite von Robert Lewandowski möglich.
Manchmal braucht es nur wenige Monate, um eine Geschichte komplett neu zu schreiben.
📸 Ronny Hartmann - 2026 Getty Images
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