Football Italia
·29. Juni 2026
Tränen und Umarmungen: So nahm Bari Abschied von Protti

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·29. Juni 2026

Tausende Bari-Fans versammelten sich am Freitag im Stadio San Nicola, um sich von Klublegende Igor Protti zu verabschieden. Jonathan Grade war für Football Italia vor Ort, um über diesen von Tributen geprägten Abend zu berichten.
Der Freitagabend war in der süditalienischen Stadt Bari von großer Emotionalität geprägt. Nach den zutiefst bewegenden Szenen in Livorno Anfang der Woche waren nun die Barese an der Reihe, Igor Protti zu ehren – einen Spieler, der dem Klub in weitaus glücklicheren Zeiten so viel gegeben hatte.

Bari als Klub erlebt eine der dunkelsten Phasen seiner Geschichte. Kürzlich in die Serie C abgestiegen, machen die Fans aus ihrer Abneigung gegen die Klubführung keinen Hehl. Geleitet wird der Verein vom Sohn des Napoli-Besitzers Aurelio de Laurentiis, doch die Anhänger haben das Gefühl, dass ihre Mannschaft von der Familie vernachlässigt wird.
Proteste gehören im traurigerweise fast verlassenen San-Nicola-Stadion zum Dauerzustand, und Boykotte finden regelmäßig statt.
Am Freitag jedoch wurde all das beiseitegeschoben, als die leidenschaftlichen Fans des Klubs einem Mann Tribut zollten, den sie als einen der ihren betrachteten. Es war eine zutiefst bewegende Zeremonie unter der Leitung des hoch emotionalen Michele Salomone.

Salomone gilt als die Stimme des Klubs. Seit fast 50 Jahren ist er dem Verein als Kommentator und Autor verbunden. Auf der Bühne standen neben ihm die meisten bekannten Spieler der Aufstiegsmannschaft von 1993. Der frühere Kapitän – der in Bari geborene und aufgewachsene Emanuele Bigica – würdigte Protti ebenfalls, während auf der Großleinwand eine emotionale Montage der Tore des verstorbenen Stürmers im Bari-Trikot lief.
Bevor die Zeremonie begann, enthüllte Batis Bürgermeister Vito Leccese an der Curva Nord eine Gedenktafel und benannte sie in „Curva Igor Protti“ um. Dort stehen an Spieltagen Batis Ultras – und dorthin lief Protti stets, um Tore zu feiern, die er an diesem Ende des Stadions erzielte.
Für die Bari-Fans symbolisierte Igor Protti alles, wofür der Klub stand. Er lebte unter den Fans im Stadtteil Poggiofranco und führte ein sehr zurückgezogenes Leben fern des Medienrummels, der die Serie A ständig umgibt.

Er kam 1992 von Messina zum Klub, und nach zwei Spielzeiten in der Serie B – die zweite überschattet von einer Kreuzbandverletzung – erreichte er nach elf Jahren als Profi endlich die italienische Topliga.
In seiner ersten Serie-A-Saison erzielte er sieben Tore in einer Spielzeit, in der sein Sturmkollege Sandro Tovalieri den Großteil der Aufmerksamkeit auf sich zog. In jenem Jahr schockte Bari einige der größten Klubs der Serie A – mit Auswärtssiegen bei Inter, Milan und Lazio.
In der Saison 1995/96 nahm Igors Karriere in der Serie A dann aber richtig Fahrt auf. Sie begann damit, dass er 1.000 Flaschen Wein gewann, nachdem er das erste Tor der Serie-A-Saison erzielt hatte – ein Traumtor gegen Napoli. Es war das erste von unglaublichen 24 Toren, mit denen er sich gemeinsam mit Lazio-Legende Beppe Signori den Titel des Capocannoniere sicherte.
Es hatte jedoch einen bitteren Beigeschmack, denn Bari stieg in jener Saison ab. Protti wurde damit zum einzigen Spieler in der Geschichte der Serie A, der in derselben Spielzeit Torschützenkönig wurde und abstieg.

In jenem Sommer wurde über eine Berufung in die italienische Nationalmannschaft für die Euro 96 gesprochen, doch dazu kam es nie. Nun war er jedoch einer der begehrtesten Spieler im italienischen Fußball, und es gab keine Chance, dass Bari ihn nach dem Abstieg halten konnte. Tatsächlich wechselte er für rund 3,6 Mio. Euro zu Lazio und damit an die Seite von Signori – damals eine stattliche Ablösesumme!
1999 fand Igor nach einer enttäuschenden Zeit in der ewigen Stadt und später bei Napoli ein neues Zuhause und kehrte für eine zweite Station nach Livorno zurück, wo er ebenfalls Legendenstatus erlangte. Er ist bis heute erst der zweite Spieler in der Geschichte des italienischen Fußballs, der in Italiens drei höchsten Spielklassen Torschützenkönig wurde – Dario Hubner ist der andere.

Am vergangenen Freitag jedoch stand ganz allein sein Wirken bei Bari im Mittelpunkt. Sein Wandgemälde in Poggiofranco wurde von Besuchern mit Blumen geschmückt. Er war ein Mann, der den Barese so viel bedeutete, dass ihm 2007 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen wurde.
Die Fans von Livorno und Bari haben nun auf wunderbare Weise einem Spieler Tribut gezollt, den sie immer als einen der ihren betrachten werden. Nun ist es an der Zeit, dass er seine letzte Ruhestätte findet. Seine Asche wird im Meer vor seiner Heimatstadt Rimini verstreut.
Grazie mille Igor. Du hast den Calcio mehr erleuchtet, als Du es Dir je hättest vorstellen können.
Jonathan Grande ist der Autor von Golazzo: The Football Italia Years.
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴 kannst du hier lesen.
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