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·6. Juli 2026
Trump-Einfluss im Fall Balogun? DFB-Präsident fordert Aufklärung

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·6. Juli 2026

Der Fall Folarin Balogun schlägt seit Sonntagabend große Wellen. Nach zahlreichen internationalen Stimmen hat sich auch der DFB in Person von Präsident Bernd Neuendorf zu der Causa geäußert.
Nur wenige Stunden vor dem WM-Achtelfinalspiel der USA gegen Belgien am Dienstag (2 Uhr MESZ) sorgte eine FIFA-Entscheidung für großes Aufsehen in der Fußballwelt. Die Rotsperre gegen US-Nationalspieler Folarin Balogun wurde am frühen Sonntagabend überraschend zur Bewährung ausgesetzt. Der Offensivspieler der AS Monaco hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden. Nach Anwendung von Artikel 27 des FIFA Disciplinary Codes (FDC) wurde die Sperre in eine einjährige Bewährungsstrafe umgewandelt.
Damit wäre der Top-Torschütze der "Stars and Stripes" nun doch gegen Belgien spielberechtigt. Eine solche Entscheidung hatte die FIFA in dieser Form noch nie zuvor getroffen – und stieß deshalb auf erhebliche Kritik. Medienberichten zufolge erfolgte die Aufhebung der Sperre nach einem persönlichen Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Chef Gianni Infantino. Dies berichteten "The Athletic", die "New York Times" und die Nachrichtenagentur "AP" übereinstimmend.
Mehrere vertraute Personen bestätigten Trumps Anruf bei Infantino. Es wird vermutet, dass der US-Staatschef seine enge Beziehung zum FIFA-Boss genutzt haben könnte, um seiner Nationalmannschaft Vorteile zu verschaffen. Weder Trumps Umfeld noch die FIFA haben sich bisher ausführlich dazu geäußert. Trump schrieb lediglich bei "Truth Social": „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“
Welchen Einfluss der 80-Jährige im Fall Balogun hatte, ist weiterhin unklar. Deshalb hat nun auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf von der FIFA Aufklärung gefordert. Der Weltverband „sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll“, reagierte der DFB-Boss auf eine Anfrage des "kicker".
Sollte der Anruf des US-Präsidenten tatsächlich in das sportliche Geschehen bei der Weltmeisterschaft eingegriffen haben, wäre dies ein Skandal von enormer Tragweite, der auch der FIFA nachhaltig schaden würde. Laut Neuendorf stehen „die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA“ auf dem Spiel. Der DFB-Präsident fordert: „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden.“ Vor Neuendorf hatten sich bereits mehrere prominente Namen aus der Fußballwelt zu Wort gemeldet.
Infantinos Vorgänger und Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter kritisierte den Verband und Trump in einem Beitrag bei "X" scharf. Rote Karten sollten „nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben“ werden, sondern „auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien“, schrieb der 90-Jährige. Auch der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp sowie Norwegens Trainer Stale Solbakken äußerten sich deutlich.
Der kommende Gegner der US-Nationalmannschaft will die Entscheidung anfechten. Laut "The Athletic" hat der belgische Verband formell Berufung gegen die Aufhebung der Sperre eingelegt. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses wurde dem Vernehmen nach mit der Anhörung in dem Fall beauftragt. Beide Verbände wurden aufgefordert, bis zu zwölf Stunden vor dem geplanten Anpfiff des Achtelfinalspiels Stellungnahmen einzureichen.
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