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·21. August 2026

Turbine-Legende Bianca Schmidt: "Kann dem Team immer noch helfen"

Artikelbild: Turbine-Legende Bianca Schmidt: "Kann dem Team immer noch helfen"

Beim 1. FFC Turbine Potsdam ist Bianca Schmidt eine Legende. Die zweimalige Europameisterin bestritt schon fast 300 Pflichtspiele für die erste Mannschaft, wurde mit dem Klub Champions-League-Siegerin und viermal Deutsche Meisterin. Aktuell kämpft Turbine in der 2. Frauen-Bundesliga um den Klassenverbleib. Im DFB.de-Interview spricht die 36 Jahre alte Schmidt mit Mitarbeiter Peter Haidinger über ihren Antrieb und das Derby am Sonntag (ab 14 Uhr, live auf DFB-TV) gegen Aufsteiger Hertha BSC.

DFB.de: Turbine Potsdam ist mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet. Wie wichtig war vor diesem Hintergrund der 4:0-Erfolg im DFB-Pokal beim benachbarten Regionalligisten FSV Babelsberg, Frau Schmidt?


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Bianca Schmidt: Wir wollten uns unbedingt ein Erfolgserlebnis gegen eine unterklassige Mannschaft holen. Vor allem die 0:1-Auftaktniederlage zum Saisonstart beim FC Ingolstadt 04 tat weh. Da hatten wir uns tatsächlich mehr erhofft.

DFB.de: Sie steuerten als Einwechselspielerin kurz nach der Pause den Treffer zum 3:0 bei. Wie sehr freuen Sie sich über ein solches persönliches Erfolgserlebnis?

Schmidt: Toreschießen macht immer Spaß. (lacht) Das wird sich bei mir auch niemals ändern.

DFB.de: Für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal bekam Turbine nun den VfB Stuttgart zugelost, der am Wochenende in seine erste Bundesligasaison startet. Was rechnen Sie sich gegen die Schwäbinnen aus?

Schmidt: Der VfB Stuttgart geht auch mit einer neuen Mannschaft in die Saison, muss sich erst einmal finden. Wir haben in der zurückliegenden Saison in der 2. Frauen-Bundesliga zweimal gegen den VfB verloren, von daher wird es schwer. In einem Spiel ist immer alles möglich, aber wir gehen als klarer Außenseiter in die Partie.

DFB.de: Was macht für Sie den Reiz des DFB-Pokals aus und welchen Stellenwert hat der Wettbewerb im Vergleich zur Meisterschaft?

Schmidt: Man kann sich mit Mannschaften aus der Frauen-Bundesliga messen, was sehr herausfordernd ist. Generell haben K.o.-Spiele ihren ganz besonderen Reiz, weil es gegenüber der Meisterschaft kein Marathon, sondern ein Sprint ist.

DFB.de: Nach zwei Partien in der Liga steht Turbine noch bei null Punkten da und rangiert am Tabellenende. Warum lief es bisher nicht rund?

Schmidt: Unsere Mannschaft hat sich mit mehr zehn neuen Spielerinnen total verändert. Bis die Abläufe und Mechanismen greifen, benötigt man Zeit. Das ist aus meiner Sicht der Hauptgrund, warum es bisher noch nicht für einen Sieg gereicht hat. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir schon bald erfolgreicher sein werden.

DFB.de: Der Klassenverbleib stand in der zurückliegenden Saison erst am letzten Spieltag endgültig fest. Müssen sich die Fans erneut auf einen langen Abstiegskampf einstellen?

Schmidt: Tendenziell sind die Mannschaften in der 2. Frauen-Bundesliga nicht schlechter geworden. Vor einem Jahr hatten wir gedacht, dass wir oben mitspielen können, was sich hinterher als Irrtum herausgestellt hat. Von daher wird man erst nach der Hinrunde sehen, ob es wieder eine Zitterpartie wird. Wir wollen das natürlich möglichst vermeiden.

DFB.de: In welchen Bereichen muss sich das Team vor allem steigern?

Schmidt: Wenn man als Kollektiv geschlossen und wie ein Bollwerk auftritt, dann kann man auch Mannschaften besiegen, die vielleicht über bessere Einzelspielerinnen verfügen.

DFB.de: Vor zwei Jahren hatten Sie Ihre aktive Laufbahn eigentlich schon beendet, kehrten aber nach wenigen Monaten auf den Platz zurück und verlängerten seitdem noch zweimal ihren Vertrag. Warum können Sie es nicht lassen?

Schmidt: Ich habe immer noch Lust, dem Ball hinterherzujagen. Mir hatte während meiner Pause tatsächlich etwas gefehlt. Mein Körper hat dann in den beiden zurückliegenden Spielzeiten erstaunlich gut mitgemacht. Es war sogar viel besser, als es in den Jahren davor der Fall war. Ich habe das Gefühl, dass ich dem Team immer noch helfen kann.

DFB.de: Sie haben während Ihrer Karriere fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Was treibt Sie an, um in der 2. Frauen-Bundesliga um den Klassenverbleib zu kämpfen?

Schmidt: In erster Linie ist es der Spaß am Fußball. Ich bin ein Wettkampfmensch. Da ist es völlig egal, in welche Liga man um Punkte kämpft. Darüber hinaus erfüllt es mich, wenn ich meine Erfahrung an die jüngeren Spielerinnen weitergeben kann.

DFB.de: Haben Sie die Hoffnung, mit Turbine auch wieder bessere Zeiten zu erleben?

Schmidt: Mein Ziel ist, dass Turbine den Klassenverbleib erreicht und das Team hinter dem Team so fähig ist, um langfristig etwas auf die Beine zu stellen.

DFB.de: Wie schaffen Sie es, auch im vergleichsweise hohen Fußballerinnenalter mit ihren jungen Teamkolleginnen und Gegenspielerinnen körperlich mitzuhalten?

Schmidt: Meine Athletik hat mich in meiner Karriere geprägt. Ich habe mein Gym zu Hause, mache mein eigenes Krafttraining, so dass sich die junge Generation noch etwas abschauen kann. (lacht) Mit dem Alter weiß man, wo die Problemstellen sind, worauf man mit gewissen Übungen vorbeugend oder vorsorglich reagieren kann. So bleibt man stabil.

DFB.de: Sie waren während Ihrer Karriere über viele Jahre Abwehrspielerin. Gefällt Ihnen inzwischen die Rolle als Angreiferin besser?

Schmidt: Zuletzt wurde ich von unserem Trainer Steen Gravgaard wieder auf der rechten Abwehrseite aufgestellt. Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde. Dennoch fühle ich mich im Angriff wohler, weil es einfach mehr Spaß macht.

DFB.de: Am Sonntag gastiert Aufsteiger Hertha BSC zum Ligaspiel im Karl-Liebknecht-Stadion. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Derby?

Schmidt: Es wird mit Sicherheit ein schwieriges Spiel. Wir benötigen die Punkte, wollen uns im Nachbarschaftsduell keine Blöße geben. Ich erwarte ein hitziges Derby.

DFB.de: Zählen Sie Hertha BSC zu den direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib?

Schmidt: Ich glaube, dass Hertha es in dieser Saison als Aufsteiger schwer haben wird, sich zu behaupten.

DFB.de: Im Kader der Berlinerinnen steht auch Ihre langjährige Potsdamer Mitspielerin Jennifer Cramer, die nun erstmals auf Turbine trifft. Sorgt das für zusätzliche Brisanz?

Schmidt: Ich freue mich einfach nur auf das Wiedersehen mit Jennifer. Sie lebt in Potsdam und tatsächlich laufen wir uns manchmal noch über den Weg.

DFB.de: Worauf wird es ankommen, um möglichst die drei Punkte in Potsdam zu behalten?

Schmidt: Es wäre vorteilhaft, wenn wir diesmal das erste Tor schießen und möglichst die Führung nicht mehr aus den Händen geben.

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