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·5. Juni 2026
Turniertrainer Tuchel? Warum ausgerechnet er England Hoffnung gibt

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Thomas Tuchel ist nun schon eine Weile als Nationaltrainer Englands im Amt. Nicht jeder Experte ist vollends überzeugt vom deutschen Trainer. Manch einem ist er zu pragmatisch.
Doch genau dieser Pragmatismus kann bei einem Turnier wie der Weltmeisterschaft am Ende erfolgreich sein. Wie hat die DFB-Elf seinerzeit 2014 den Titel geholt? Richtig, mit einem Gegentor in der K.O.-Runde nach 90 Minuten. Beim 7:1 gegen Brasilien.
Und wie wurde Portugal Europameister? Richtig, mit genau einem Sieg nach 90 Minuten im gesamten Turnier. Das muss man nicht als Trend verstehen, aber auf Nationalmannschaftsebene ist die altbewährte Floskel, dass die Defensive die Titel gewinnt, nun einmal nicht von der Hand zu weisen. Zumindest bei den Eindrücken der letzten Turniere.
Gehört ein gewisser Pragmatismus also dazu? Jein. Irgendwo schon, weil die Defensive im Vergleich zur Offensive in ihrer Grundbasis einfacher zu orchestrieren ist. Offensive Akzente sind wichtig, aber wenn das auf einer sehr guten Arbeit gegen den Ball und nicht auf Harakiri basiert, dann ist das noch einmal wertvoller.
Die Medienlandschaft in England scheint gewisse Dinge nicht voneinander trennen zu können. Man hat dort länger den Southgate-Fußball „ertragen“, der nicht schön, aber im Endeffekt auch nicht erfolgreich war. Zumindest, wenn man sich nur an Titeln misst. Denn mal ehrlich: Auch wenn England wenig Spaß machte, weit kamen sie zumeist.
Tuchel will jetzt gegen die Vergangenheit ankämpfen. Und gegen die Kritiker. Aber eigentlich sind ihm die herzlich egal, er hat sich in seiner Zeit bei Klubs wie dem BVB, Chelsea, PSG und Bayern eine sehr robuste Schutzschicht aufgebaut. Genugtuung ist aber etwas, das man auch innerlich empfinden kann. Und genau darauf sinnt der deutsche Trainer.

Foto: Getty Images
Denn wie ironisch wäre es, wenn ausgerecht ein Trainer mit der Staatsbürgerschaft einer der rivalisierenden Nationen den Weltmeistertitel nach 1966 zurück auf die Insel bringt? Richtig. Und genau daran abreitet Tuchel mit der Akribie, die ihn schon immer ausgezeichnet hat.
Mit PSG stand Tuchel im Endspiel der Champions League, mit Bayern war er in einer titellosen und maximal schwachen Gesamtsaison nahe dran, warf Arsenal raus und kam gegen Real nur knapp nicht weiter. Mit Chelsea gewann er gar die Königsklasse. Das sind Punkte, die zeigen, dass seine Herangehensweise funktionieren kann.
Die Tuchel-Kritiker verweisen vor allem auf die Spiele, die schwieriger waren. Dass England aber sehr souverän durch die Qualifikation ging, das wird gerne einmal vergessen. Nun argumentiert der ein oder andere, dass man mit Spielern wie Declan Rice, Bukayo Saka, Jude Bellingham, Harry Kane, Morgan Rogers oder Anthony Gordon besser spielen muss. Aber muss man das auch? Im Endeffekt muss man vor allem erfolgreich sein.
Und der Pragmatismus, der nicht zu verwechseln ist mit einer Destruktivität, den Tuchel vorgibt, der kann bei einem großen Turnier auf jeden Fall von Vorteil sein. Gerade durch diese Herangehensweise lebt eine gewisse Hoffnung. Nämlich die, dass auch an schlechteren Tagen mit einer guten Basis in der Abwehr dafür gesorgt werden kann, dass Spiele gewonnen oder verlängert werden.
Der Tuchel-Fußball kann also erfolgversprechend sein. Auch wenn es weiterhin ein wenig paradox ist, dass ausgerechnet ein deutscher Trainer für die große Hoffnung und die Erfüllung der Sehnsucht in England sorgt.







































