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·12. Januar 2026
Überraschende Debüts beim 1. FC Köln: Fahrlässige Experimente oder kalkuliertes Risiko?

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Hendrik Broschart
12 Januar, 2026
Bei der wegweisenden Begegnung mit dem 1. FC Heidenheim sorgte FC-Coach Kwasniok auf mehreren Positionen für Startelf-Überraschungen beim 1. FC Köln: Vertretbares Risiko oder ein fahrlässiges Experiment?

Auch gegen den abstiegsgefährdeten 1. FC Heidenheim kommt der 1. FC Köln nicht über ein Unentschieden hinaus. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)
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Der Trubel um die Startformation des 1. FC Köln unter Trainer Lukas Kwasniok hat sich in dieser Saison längst zur Folklore entwickelt. Entgegen seiner Ankündigung auf der Pressekonferenz vorab stellte der Trainer den erst kürzlich verpflichteten 20-jährigen Jahmai Simpson-Pusey links in die Dreierkette neben Eric Martel und Sebastian Sebulonsen. Der Engländer hatte bis dahin gerade einmal vier vollständige Trainingseinheiten absolviert. Cenk Özkacar, eigentlich die naheliegende Alternative, blieb über 90 Minuten auf der Bank.
Doch damit nicht genug: Auch der 18-jährige Fynn Schenten stand in seinem zweiten Bundesligaspiel erstmals in der Startelf. Und so stellte sich die Frage, ob Simpson-Pusey und Schenten bereits bereit für ein Spiel waren, das im Kampf um den Klassenerhalt kaum wichtiger hätte sein können.
Es ist eine knappe Woche her, da dämpfte Kwasniok die Erwartungen an ein schnelles Debüt der jüngsten Kölner Neuverpflichtung noch gehörig: „Wir tun gut daran, ihn ankommen zu lassen. Er wechselt nicht nur den Verein, sondern ist auch der Sprache nicht mächtig. Er wird im Kader sein, aber es ist unwahrscheinlich, dass er in der Startelf stehen wird“, sagte der Trainer des 1. FC Köln im Trainingslager in La Nucia. Bekanntlich hat Thomas Kessler den jungen Engländer auf Leihbasis verpflichtet, um den Geißböcken Abhilfe zu leisten angesichts der langen Liste der Ausfälle. Zu den Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian gesellte sich zuletzt auch der rotgesperrte Rav van den Berg. Als ob das nicht schon genug wäre, fiel auch noch Dominique Heintz für das Aufeinandertreffen mit Heidenheim aus.
Dies verleiht Kwasnioks Worten über Simpson-Pusey, die er noch vor Heintz‘ Verletzung äußerte, besonderes Gewicht: „Wenn wir zurück sind, wird er die Stadt, die Menschen und den Verein kennenlernen. Es wird der Tag kommen, an dem ich ihn reinwerfe, aber wir sollten ihm Zeit geben, damit wir ihn nicht im falschen Moment überfordern.“ Im Heidenheimer Schneegestöber zeigte der Brite, dass er die Lücke ausfüllen kann, die Heintz, Hübers und Co. derzeit in die Defensive der Geißböcke reißen. Zunächst konnte er die Hereingabe vor dem 0:1 nicht verhindern und agierte bei der Flanke von Heidenheims Jan Schöppner weder nah genug am Gegenspieler noch energisch genug gegen den Ball. Beim 2:1 hatte Simpson-Pusey dann Pech, als ein Schuss von Heidenheims Niehues erst an seine Wade, von dort an den Oberschenkel und schließlich unhaltbar ins eigene Tor prallte.
Trotz dieser unglücklichen Szenen deutete Simpson-Pusey an, warum sich der FC von ihm eine echte Verstärkung verspricht. Nach einer Ecke hatte der Innenverteidiger selbst die große Chance auf sein erstes Tor. Besonderen Wert für das Kölner Spiel brachte der Engländer jedoch im Spielaufbau ein. Der Innenverteidiger eröffnete mit mutigen vertikalen Zuspielen Kölner Offensivbemühungen und bewahrte auch unter Druck Ruhe am Ball.
Die Startelf-Nominierung von Fynn Schenten sorgte ebenfalls für Gesprächsstoff. Denn bei Schenten handelte es sich nicht um eine Notlösung, sondern um die bewusste Entscheidung für den Teenager, obwohl es im Kader zahlreiche Spieler mit mehr Bundesliga-Erfahrung gab. Insgesamt tat sich der Youngster schwer, Eindruck zu schinden. In der ersten Hälfte legte er über die rechte Seite auf Jakub Kaminski ab, doch dieser scheiterte an Diant Ramaj im Heidenheimer Tor. Ansonsten flog er weitgehend unter dem Radar, für Schlüsselszenen sorgten andere.
So etwa Said El Mala, der nach seiner Einwechslung nur gut zwei Minuten benötigte, um den Ball im Heidenheimer Tor unterzubringen. Auch Verteidiger Kristoffer Lund vereitelte mit seinem Einsatz ein mögliches Siegtor der Gäste: „Die Zuschauer haben ein wildes Spiel erlebt. Sinnbildlich dafür war die Aktion von Lund. Eine Grätsche gegen Conteh – das war eigentlich ein Tor. So eine Aktion freut mich genauso wie die Bereitschaft aller Jungs, sich dagegenzustellen”, ordnete Kwasniok nach dem Spiel ein.
Unabhängig von den individuellen Leistungen wirft der konsequente Einsatz junger Spieler Fragen mit Blick auf die Rollenverteilung im Kader auf. Akteure wie Maina, Özkacar, Waldschmidt oder Kainz rücken dabei zunehmend in den Hintergrund. Entsprechend werden auch Diskussionen über Kwasnioks Standing innerhalb der Mannschaft und im Umfeld lauter (Stichwort Kwasni Yok). Es bleibt abzuwarten, ob und, falls ja, welche Startelf-Experimente gegen die Bayern zu beobachten sein werden.









































