REAL TOTAL
·10. März 2026
Ungleiches Trainerduell: Besiegelt Guardiola Arbeloas Schicksal?

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Ausgerechnet Pep Guardiola könnte auch die CL-Titel-Hoffnungen Real Madrids zunichte machen – Fotos: Getty Images
Auf den Tag vor drei Monaten gab es schon an der selben Stelle das gleiche Duell, doch vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Manchester City im Estadio Santiago Bernabéu (Mittwoch, 21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker, im Watchalong und bei DAZN) hat sich bei den beiden Rivalen – trotz einiger Parallelen – viel getan und verändert. Auch am 10. Dezember war Real Madrid von Verletzungen geplagt, unter anderem konnte Kylian Mbappé nicht mitmachen, doch die personelle Not traf die Blancos in der Ligaphase vor allem in der Defensive. Reals französischer Superstar wird auch diesmal nicht spielen können, doch inzwischen fehlt dem CL-Rekordsieger beinahe die halbe Mannschaft, und zwar nicht nur in der Abwehr. So konnte Trainer Álvaro Arbeloa nur jeweils drei Profis im Mittelfeld und im Angriff in den Spieltagskader bei der letzten Liga-Partie bei Celta (2:1) nominieren. Kurzum: Real Madrid schleift sich personell auf der letzten Rille in die entscheidende Saisonphase. Hinzu kommt, dass die Königlichen nach einem kleinen Zwischenhoch und acht Liga-Siegen in Folge inzwischen erneut einem empfindlichen Vier-Punkte-Rückstand auf Tabellenführer Barcelona hinterherrennen müssen, nachdem sie sich zu Beginn des Jahres aus den nationalen Pokal-Wettbewerben bereits titellos verabschiedet hatten.
Bei Manchester City hingegen ist die Lage im Vergleich zum letzten Gastauftritt im Bernabéu um einiges besser. Zwar muss Pep Guardiola seit einiger Zeit auf Joško Gvardiol sowie Mateo Kovačić verzichten, doch mittlerweile ist Regisseur Rodri wieder fit und voll im Saft, das Gleiche gilt auch für Top-Torjäger Erling Haaland. Zwar stehen die Citizens in der Premier League ebenfalls nur auf Tabellenplatz zwei und punktemäßig keinen Deut besser als Real – aktuell sind es sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal bei einem Spiel weniger – und doch wird das Guardiola-Team insgesamt stabiler und gefestigter als der spanische Rekordmeister. Nach einem holprigen Start ins Kalenderjahr mit drei Remis und der Niederlage im Stadtderby gegen Manchester United legten die Skyblues eine Serie von acht Siegen und zwei Unentschieden hin und sind somit seit dem 17. Januar ungeschlagen.
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Der wesentliche Unterschied zum letzten Aufeinandertreffen aus der CL-Ligaphase ist jedoch eindeutig die Trainerposition bei Real Madrid. Zwar verloren die Königlichen im Dezember das Heimspiel gegen City (1:2), und dennoch war es ein Duell auf Augenhöhe, spielerisch wie taktisch. Trotz der personellen Not und der Xabi-Alonso-Krise, die Anfang Dezember bereits in vollem Gange war, verloren die Blancos eher unglücklich und nur aufgrund individueller Fehler sowie einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen. Alonso ist in Madrid längst Vergangenheit, die Verletzungsmisere schlimmer denn je und auch aus taktischer Sicht ist seit der Amtsübernahme von Álvaro Arbeloa keine Revolution zu beobachten. Eher im Gegenteil – aktuell verlässt sich Real fast ausschließlich auf individuelle Qualität und quasi zufälliger Blitzmomente einzelner Akteure. Doch viel von dieser Qualität ist nicht mehr übrig, auch aufgrund von zahlreichen Ausfällen.
Auf der anderen Seite befindet sich auch City nicht mehr in jener überragenden Verfassung, die den Klub in den jüngeren Vergangenheit über Jahre hinweg zu einer dominierenden Kraft im europäischen Fußball gemacht hatte, die Mannschaft wirkt phasenweise weniger dynamisch und weniger zwingend als noch bis 2024, als das Team noch mit einer fast beängstigenden Dominanz Jahr für Jahr beeindrucken konnte. Trotzdem erscheint das aktuelle Guardiola-Team deutlich stabiler als noch in der Vorsaison. Und stabiler als Real Madrid. Seit Monaten präsentiert sich City taktisch klar organisiert und kontrolliert, das Positionsspiel funktioniert wieder präzise, und selbst in Spielen, in denen die individuelle Brillanz nicht immer heraussticht, behält die Mannschaft strukturell meist die Oberhand. Genau in diesem Segment hat Real Madrid, vor allem unter Arbeloa, bekanntlich seine größten Probleme und Schwächen. Wird der neue und noch sehr unerfahrene Real-Coach somit zu einer leichten Beute für einen Trainer von Guardiolas Erfahrung und taktischem Renommee? Der frühere Barcelona-Coach könnte Arbeloas kurze Amtszeit zu einem jähen Ende bringen, denn bei einem Achtelfinal-Aus würde Arbeloa theoretisch nur noch der nationale Titel im Amt halten, und bei einem Desaster gegen City wäre sogar ein vorzeitiges Ende von Arbeloa durchaus vorstellbar- so wie 2023 das 0:4 im Halbfinal-Rückspiel.
Eine historische Parallele zeigt, wie gefährlich dieses Duell für Real Madrid werden kann. In der Saison 2019/20 trafen beide Klubs auch bereits im Achtelfinale der Champions League aufeinander. Damals gelang es Guardiola, den damaligen Real-Trainer Zinédine Zidane taktisch klar zu überlisten. City gewann beide Spiele mit 2:1 und nutzte vor allem strukturelle Schwächen im Madrider Spiel konsequent aus, denn Real hatte zu dem Zeitpunkt den Abgang von Cristiano Ronaldo durchaus noch nicht verkraftet und längst noch nicht zu einer neuen Identität gefunden – das kam erst später unter Carlo Ancelotti. Guardiola überraschte unter anderem mit ungewöhnlichen Positionsrollen im Mittelfeld und kontrollierte große Teile des Spiels über Ballbesitz und Pressingstrukturen. Für Real endete die europäische Saison damals früher als erwartet – ein Szenario, das sich aus Madrider Sicht nun erneut droht.
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Es sollte nicht sein: Weil Manchester City auch im Rückspiel bemühter wirkte, scheidet Real... weiterlesen
Was vor allem im Rückspiel in Machester, das aufgrund der Covid-Pandemie erst am 7. August 2020, also über fünf Monate nach dem Hinspiel in Madrid (26. Februar) stattfand, ebenfalls von entscheidender Bedeutung war, waren individuelle Aussetzer auf Seiten der Blancos. Im Hinspiel verursachte Sergio Ramos zunächst einen Elfmeter, der City den Sieg einbrachte, um nur wenige Minuten später mit Rot vom Platz zu fliegen. Somit fehlte der Kapitän in England, womit sein Partner im Abwehrzentrum Raphaël Varane neben dem noch jungen und unerfahrenen Éder Militão agieren musste. Und in der Rolle des Abwehrchefs fand sich der Franzose überhaupt nicht zurecht, patzte böse bei beiden Gegentoren und besiegelte endgültig das sehr frühe CL-Aus.
So sah es 2020 aus, nachdem Guardiola Zidane eine Lektion erteilt hatte
Und beim 1:2 im vergangenen Dezember waren es unter anderem Thibaut Courtois und Antonio Rüdiger, die mit zwei individuellen Aussetzern die beiden Gegentore und damit die Niederlage mit verschuldeten. Da Real Madrid sich aktuell taktisch, strukturell und vor allem auch personell ganz weit weg vom Idealzustand befindet und in allen drei Segmenten Manchester Citry unterlegen sein dürfte, wird es sowohl am Mittwoch als auch am kommenden Dienstag in England aus Sicht der Blancos primär um Fehlervermeidung gehen. Angesicht der beschriebenen Umstände darf sich Arbeloas Team keine individuellen Schnitzer erlauben und wenn es eine Chance auf Weiterkommen hat, dann nur mit – aus individueller Sicht – zwei fehlerfreien Vorstellungen. Wenn man sich die jüngsten Auftritte der Königlichen genau anschaut, dürfte es diesbezüglich keinen unbegrenzten Optimismus geben.
Eine Sache spricht jedoch eindeutig für Arbeloa und seine Mannschaft: Manchester City wird nach Benfica das zweite Team in der diesjährigen Champions League, auf das Real dreimal treffen wird. Wie gegen City verloren die Merengues auch gegen den portugiesischen Rekordmeister zunächst das Duell in der Ligaphase, um sich dann in den Playoffs mit zwei knappen Siegen durchzusetzen. Und mit José Mourinho hat Arbeloa auch schon einen großen Trainernamen ausgeschaltet. Bei objektiver Betrachtung sind Guardiola und City jedoch aktuell mindestens eine eine Nummer größer und schwieriger als Mourinhos Benfica.
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